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Aromatase ist ein Enzym, das männliche Geschlechtshormone (Androgene) in weibliche Geschlechtshormone (Östrogene) umwandelt und eine zentrale Rolle im Hormonhaushalt spielt.
Aromatase ist ein Enzym, das männliche Geschlechtshormone (Androgene) in weibliche Geschlechtshormone (Östrogene) umwandelt und eine zentrale Rolle im Hormonhaushalt spielt.
Aromatase (auch bekannt als CYP19A1) ist ein Enzym aus der Familie der Cytochrom-P450-Enzyme. Es katalysiert die Umwandlung von Androgenen – männlichen Geschlechtshormonen wie Testosteron und Androstendion – in Östrogene wie Östradiol und Östron. Dieser Prozess wird als Aromatisierung bezeichnet. Die Aromatase ist sowohl im weiblichen als auch im männlichen Körper vorhanden und erfüllt wichtige physiologische Funktionen.
Das Enzym Aromatase kommt in verschiedenen Geweben des menschlichen Körpers vor:
Die Aromatase katalysiert eine biochemische Reaktion, bei der der A-Ring des Steroidgerüsts aromatisiert wird. Konkret wird dabei:
Dieser Prozess erfordert Sauerstoff und NADPH als Kofaktoren und läuft in drei Hydroxylierungsschritten ab. Das kodierende Gen CYP19A1 auf Chromosom 15 steuert die Synthese und Aktivität des Enzyms.
Bei prämenopausalen Frauen wird Östrogen hauptsächlich in den Eierstöcken durch Aromatase produziert. Nach der Menopause übernimmt das Fettgewebe diese Funktion. Ein erhöhter Aromatase-Spiegel kann zu einem Überschuss an Östrogenen führen, der mit bestimmten Erkrankungen in Zusammenhang steht.
Auch Männer benötigen Östrogene in geringen Mengen für Knochenstoffwechsel, kardiovaskuläre Gesundheit und Libido. Eine übermäßige Aromatase-Aktivität beim Mann kann jedoch zu erhöhten Östrogenspiegeln führen und u.a. Gynäkomastie (Vergrößerung der Brustdrüse beim Mann) verursachen.
Ein angeborener Aromatase-Mangel (durch Mutationen im CYP19A1-Gen) führt zu einem Ausbleiben der Östrogenproduktion. Bei Frauen äußert sich dies durch ausbleibende Pubertätsentwicklung, primäre Amenorrhoe (ausbleibende Menstruation) und Unfruchtbarkeit. Bei Männern zeigt sich unter anderem ein beschleunigtes Knochenwachstum ohne vorzeitigen Schluss der Wachstumsfugen.
Eine erhöhte Aromatase-Aktivität wird mit folgenden Zuständen assoziiert:
Aromatase-Hemmer sind Medikamente, die die Aktivität der Aromatase blockieren und damit die Östrogenproduktion senken. Sie werden insbesondere in der Behandlung von hormonrezeptorpositivem Brustkrebs bei postmenopausalen Frauen eingesetzt. Zu den bekanntesten Aromatase-Hemmern gehören:
Diese Substanzen reduzieren die Östrogensynthese um bis zu 99 % und sind ein wichtiger Bestandteil der adjuvanten Hormontherapie bei Brustkrebs.
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