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Die Arteria hyaloidea ist ein embryonales Blutgefäß im Auge, das während der Fetalentwicklung den Glaskörper und die Augenlinse versorgt und sich nach der Geburt normalerweise vollständig zurückbildet.
Die Arteria hyaloidea ist ein embryonales Blutgefäß im Auge, das während der Fetalentwicklung den Glaskörper und die Augenlinse versorgt und sich nach der Geburt normalerweise vollständig zurückbildet.
Die Arteria hyaloidea (auch Arteria hyaloides genannt) ist ein temporäres Blutgefäß, das ausschließlich während der embryonalen Entwicklung des Auges existiert. Sie entspringt der Arteria centralis retinae, einem Ast der Arteria ophthalmica, und verläuft durch den Glaskörper (Corpus vitreum) bis zur Rückseite der Augenlinse. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, die sich entwickelnde Augenlinse und den Glaskörper mit Sauerstoff und Nährstoffen zu versorgen, solange noch kein eigenständiger Stoffwechsel dieser Strukturen möglich ist.
Die Arteria hyaloidea bildet sich ab der etwa 6. bis 7. Schwangerschaftswoche und ist ein wesentlicher Bestandteil des sogenannten Tunica vasculosa lentis, eines vorübergehenden Gefäßnetzes rund um die embryonale Linse. Sie ist Teil des primären Glaskörpersystems, das im Laufe der Fetalentwicklung durch das sekundäre, avaskuläre (gefäßfreie) Glaskörpergewebe ersetzt wird.
Gegen Ende der Schwangerschaft, typischerweise ab der 28. bis 34. Schwangerschaftswoche, beginnt sich die Arteria hyaloidea durch einen programmierten Zelltod (Apoptose) zurückzubilden. Bei einem gesunden Neugeborenen ist das Gefäß vollständig obliteriert (verschlossen) und nicht mehr funktionsfähig. Als anatomisches Überbleibsel verbleibt lediglich der Cloquet-Kanal (Canalis hyaloideus) – ein feiner, optisch leerer Kanal, der von der Sehnervpapille bis zur Rückseite der Linse durch den Glaskörper verläuft und beim Erwachsenen keine klinische Bedeutung hat.
In seltenen Fällen bildet sich die Arteria hyaloidea nach der Geburt nicht vollständig zurück. Dieses Phänomen wird als persistierende Arteria hyaloidea bezeichnet und kann isoliert auftreten oder im Rahmen des sogenannten PHPV-Syndroms (Persistierender Hyperplastischer Primärer Vitreus, heute auch PFVS – Persistent Fetal Vasculature Syndrome genannt) vorkommen.
Die Diagnose einer persistierenden Arteria hyaloidea oder eines PFVS erfolgt durch eine augenärztliche Untersuchung, einschließlich:
Eine isolierte, asymptomatische persistierende Arteria hyaloidea bedarf in der Regel keiner Therapie. Bei klinisch relevantem PFVS hingegen richtet sich die Behandlung nach dem Schweregrad:
Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung ist entscheidend, um bleibende Sehschäden zu vermeiden.
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