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Die ATP-Synthase ist ein lebenswichtiges Enzym, das in den Mitochondrien Energie in Form von ATP produziert. Sie gilt als molekulare Maschine des Stoffwechsels.
Die ATP-Synthase ist ein lebenswichtiges Enzym, das in den Mitochondrien Energie in Form von ATP produziert. Sie gilt als molekulare Maschine des Stoffwechsels.
Die ATP-Synthase ist ein zentrales Enzym des zellulären Energiestoffwechsels. Sie katalysiert die Synthese von Adenosintriphosphat (ATP) – dem universellen Energietraeger aller lebenden Zellen – aus Adenosindiphosphat (ADP) und anorganischem Phosphat (Pi). Dieses Enzym befindet sich in der inneren Mitochondrienmembran von eukaryotischen Zellen sowie in der Zellmembran von Bakterien und in den Thylakoiden von Chloroplasten. Die ATP-Synthase wird auch als Komplex V der mitochondrialen Atmungskette bezeichnet.
Die ATP-Synthase ist ein bemerkenswert komplexes Protein, das strukturell als molekulare Rotationsmaschine funktioniert. Sie besteht aus zwei Haupteinheiten:
Die F0-Einheit besteht unter anderem aus dem sogenannten c-Ring, der durch den Protonenfluss in Rotation versetzt wird. Diese Rotation wird auf die F1-Einheit uebertragen, wo sie die Konformationsaenderungen antreibt, die zur ATP-Synthese fuehren.
Der Mechanismus der ATP-Synthase ist untrennbar mit dem Prozess der oxidativen Phosphorylierung verbunden. Die Grundlage bildet der Protonengradient (auch als elektrochemischer Gradient oder Protonenmotivkraft bezeichnet), der durch die vorgelagerten Komplexe der Atmungskette (Komplex I, III und IV) aufgebaut wird:
Dieses Prinzip wurde vom britischen Biochemiker Peter Mitchell als chemiosmotische Theorie beschrieben, wofuer er 1978 den Nobelpreis fuer Chemie erhielt. Der detaillierte Rotationsmechanismus wurde spaeter von Paul Boyer und John Walker aufgeklaert (Nobelpreis 1997).
Die ATP-Synthase ist fuer das Ueberleben aller aeroben Organismen unverzichtbar. Der menschliche Koerper synthetisiert taeglich eine ATP-Menge, die in etwa seinem Koerpergewicht entspricht – ein Grossteil davon durch die ATP-Synthase. Organe mit hohem Energiebedarf wie Herz, Gehirn und Skelettmuskulatur sind besonders auf eine funktionierende ATP-Synthese angewiesen.
Stoerungen der ATP-Synthase koennen schwerwiegende Erkrankungen verursachen. Mutationen in den Genen, die fuer Untereinheiten der ATP-Synthase kodieren, sind mit verschiedenen mitochondrialen Erkrankungen assoziiert:
Darueber hinaus ist die ATP-Synthase ein potenzielles Ziel fuer Antibiotika (z. B. Bedaquilin, das die mykobakterielle ATP-Synthase hemmt und zur Behandlung von multiresistenter Tuberkulose eingesetzt wird) sowie fuer die Krebsforschung.
Aufgrund ihrer zentralen Rolle im Energiestoffwechsel wird die ATP-Synthase intensiv als pharmakologisches Ziel erforscht. Das Medikament Bedaquilin (Sirturo) hemmt gezielt die ATP-Synthase von Mycobacterium tuberculosis und stellt damit einen wichtigen Fortschritt in der Behandlung von multiresistenter Tuberkulose (MDR-TB) dar. In der Krebsforschung wird untersucht, ob eine gezielte Hemmung der mitochondrialen ATP-Synthase in Tumorzellen therapeutisch genutzt werden kann.
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