Augengrippe: Ursachen, Symptome & Behandlung
Die Augengrippe ist eine ansteckende Bindehautentzündung, meist durch Adenoviren verursacht. Sie äußert sich durch gerote, tränende und lichtempfindliche Augen.
Wissenswertes über "Augengrippe"
Die Augengrippe ist eine ansteckende Bindehautentzündung, meist durch Adenoviren verursacht. Sie äußert sich durch gerote, tränende und lichtempfindliche Augen.
Was ist die Augengrippe?
Die Augengrippe ist ein umgangssprachlicher Begriff für eine hochansteckende, virale Bindehautentzündung (medizinisch: Keratokonjunktivitis epidemica). Sie wird in der Regel durch Adenoviren ausgelöst und zählt zu den häufigsten Augenerkrankungen weltweit. Die Erkrankung kann beide Augen betreffen und verläuft in den meisten Fällen selbstlimitierend, d. h. sie heilt von selbst aus.
Ursachen
Die Augengrippe wird hauptsächlich durch Adenoviren verursacht, insbesondere die Serotypen 8, 19 und 37. Die Übertragung erfolgt sehr leicht durch:
- Direkten Kontakt mit infizierten Personen (z. B. Händedruck)
- Berühren von kontaminierten Oberflächen und anschließendem Augenreiben
- Gemeinsame Nutzung von Handtüchern, Kosmetika oder Kontaktlinsen
- Tröpfcheninfektion (seltener)
Das Virus ist extrem widerstandsfähig und kann auf Oberflächen bis zu mehreren Wochen überleben.
Symptome
Die Symptome der Augengrippe treten meist zunächst an einem Auge auf und breiten sich häufig auf das zweite Auge aus. Typische Beschwerden sind:
- Starke Rötung der Bindehaut
- Tränen und wässriger Ausfluss aus dem Auge
- Lichtscheu (Photophobie)
- Fremdkörpergefühl oder Brennen im Auge
- Geschwollene Augenlider
- Anschwellen der Lymphknoten vor dem Ohr (präaurikuläre Lymphadenopathie)
- In schweren Fällen: Hornhauttrübungen, die das Sehen beeinträchtigen können
Zusätzlich können allgemeine grippeartige Symptome wie leichtes Fieber, Halsschmerzen oder Müdigkeit auftreten.
Diagnose
Die Diagnose der Augengrippe erfolgt in erster Linie klinisch durch einen Augenarzt. Dabei werden typische Symptome und der Krankheitsverlauf beurteilt. In unklaren Fällen oder bei Ausbrüchen in Gemeinschaftseinrichtungen kann ein Schnelltest (Adenovirus-Antigentest) oder ein PCR-Abstrich vom Bindehautsekret durchgeführt werden, um den Erreger eindeutig zu identifizieren.
Behandlung
Da die Augengrippe durch Viren verursacht wird, sind Antibiotika nicht wirksam. Die Behandlung ist überwiegend symptomatisch:
- Kühlende Augentropfen oder künstliche Tränen zur Linderung der Beschwerden
- Kalte Kompressen auf die geschlossenen Augenlider legen
- Vermeidung von Kontaktlinsen während der Erkrankung
- In schweren Fällen mit Hornhautbeteiligung können steroidhaltige Augentropfen vom Arzt verordnet werden
- Bei sekundärer bakterieller Superinfektion: antibiotische Augentropfen
Die Erkrankung dauert in der Regel 2 bis 4 Wochen. Während dieser Zeit ist strikte Hygiene unbedingt einzuhalten, um eine Weiterverbreitung zu verhindern.
Ansteckung und Hygiene
Die Augengrippe ist extrem ansteckend. Erkrankte sollten:
- Häufig und gründlich Hände waschen
- Das Reiben der Augen vermeiden
- Eigene Handtücher und Waschlappen benutzen
- Gemeinschaftseinrichtungen wie Schwimmbäder meiden
- Bei Bedarf krankgeschrieben werden (Schule, Kindertagesstätte, Krankenhaus)
In Deutschland besteht für die Keratokonjunktivitis epidemica gemäß § 34 Infektionsschutzgesetz (IfSG) ein Besuchs- und Tätigkeitsverbot in Gemeinschaftseinrichtungen für Kinder und im Gesundheitswesen, solange Symptome bestehen.
Quellen
- Robert Koch-Institut (RKI): Adenovirus-Konjunktivitis. Informationen für medizinisches Fachpersonal. www.rki.de
- Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG): Leitlinie zur Diagnostik und Therapie der infektiösen Konjunktivitis, 2021.
- Jhanji V, Chan TC, Li EY, Agarwal K, Vajpayee RB: Adenoviral keratoconjunctivitis. Survey of Ophthalmology, 2015; 60(5): 435-443. PubMed.
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