Auricularia (Mu-Err-Pilz) - Wirkung und Inhaltsstoffe
Auricularia ist eine Pilzgattung, bekannt als Mu-Err oder Judasohr. Der Speisepilz wird in der Ernährung und Naturheilkunde geschätzt und ist reich an Ballaststoffen sowie bioaktiven Verbindungen.
Wissenswertes über "Auricularia"
Auricularia ist eine Pilzgattung, bekannt als Mu-Err oder Judasohr. Der Speisepilz wird in der Ernährung und Naturheilkunde geschätzt und ist reich an Ballaststoffen sowie bioaktiven Verbindungen.
Was ist Auricularia?
Auricularia bezeichnet eine Gattung gallertartiger Pilze aus der Familie der Auriculariaceae. Die bekannteste Art ist Auricularia auricula-judae, im Deutschen als Judasohr oder Mu-Err-Pilz bekannt. Der Name leitet sich von der ohrähnlichen Form des Fruchtkörpers ab. Ursprünglich in Ostasien heimisch und dort seit Jahrhunderten als Nahrungs- und Heilmittel genutzt, ist der Pilz heute weltweit in der Küche und als Nahrungsergänzungsmittel verbreitet.
Botanische und biologische Merkmale
Auricularia wächst bevorzugt an totem oder absterbendem Holz, häufig an Holunder, Ahorn oder Buche. Der Fruchtkörper ist gallertartig, braun bis rötlich-braun, und kann einen Durchmesser von 3 bis 12 Zentimetern erreichen. Im getrockneten Zustand schrumpft er stark und nimmt bei Wasserzugabe wieder seine ursprüngliche Form an. Diese Eigenschaft macht ihn besonders praktisch für die Lagerung und den Transport.
Nährwertprofil und bioaktive Inhaltsstoffe
Auricularia zeichnet sich durch ein reichhaltiges Spektrum an nützlichen Inhaltsstoffen aus:
- Polysaccharide: Insbesondere β-Glucane gelten als immunmodulierend und werden intensiv erforscht.
- Ballaststoffe: Der hohe Anteil an löslichen und unlöslichen Ballaststoffen fördert eine gesunde Darmflora.
- Ernährungsphysiologisch wertvolle Mineralstoffe: Eisen, Kalzium, Kalium und Phosphor sind in relevanten Mengen enthalten.
- Vitamine: Vor allem Vitamin D (bei UV-Bestrahlung) sowie B-Vitamine kommen vor.
- Ergösterol: Eine Vorstufe von Vitamin D, die bei Lichteinwirkung aktiviert wird.
- Adenosin: Eine bioaktive Verbindung, die in der Forschung auf ihre blutgerinnungshemmenden Eigenschaften untersucht wird.
Traditionelle und moderne Anwendung
In der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) wird Auricularia seit Jahrhunderten eingesetzt, um das Blut zu tonisieren, die Durchblutung zu fördern und Entzündungen zu lindern. Moderne wissenschaftliche Studien untersuchen die folgenden potenziellen Wirkungen:
- Immunmodulation: Die β-Glucane können das Immunsystem aktivieren und regulieren.
- Antioxidative Wirkung: Extrakte des Pilzes zeigen im Labor eine signifikante fähigkeitsstarke antioxidative Aktivität.
- Blutfettsenkung: Erste Studien deuten darauf hin, dass Auricularia den Cholesterinspiegel positiv beeinflussen könnte.
- Blutzuckerregulation: Polysaccharide aus Auricularia werden auf ihre mögliche Wirkung bei Diabetes untersucht.
- Antithrombotische Eigenschaften: Adenosin und andere Inhaltsstoffe werden in Bezug auf die Hemmung der Blutgerinnung erforscht.
Dosierung und Anwendungsformen
Auricularia wird in verschiedenen Formen angeboten:
- Getrocknet oder frisch: Als Nahrungsmittel in der asiatischen Küche, etwa in Suppen, Salaten oder Wokgerichten.
- Pulver und Kapseln: Als Nahrungsergänzungsmittel; typische Tagesdosierungen liegen je nach Produkt zwischen 500 mg und 3 g Extrakt oder Pulver.
- Tee und Tinkturen: Als traditionelle Zubereitungen in der Phytotherapie.
Eine allgemein anerkannte therapeutische Standarddosierung existiert bisher nicht. Die Anwendung als Nahrungsmittel gilt bei üblichen Mengen als unbedenklich.
Sicherheit und Wechselwirkungen
Auricularia gilt als allgemein gut verträglich. Zu beachten sind jedoch folgende Punkte:
- Blutgerinnungshemmung: Da Inhaltsstoffe des Pilzes antithrombotische Eigenschaften besitzen können, ist bei der gleichzeitigen Einnahme von Blutverdünnern (z. B. Marcumar oder Aspirin) Vorsicht geboten.
- Allergien: Seltene allergische Reaktionen sind möglich, insbesondere bei Pilzallergien.
- Schwangerschaft und Stillzeit: Zur Sicherheit hochdosierter Extrakte in diesen Lebensphasen liegen keine ausreichenden Daten vor; Vorsicht ist angebracht.
- Roher Verzehr: Rohe Auricularia-Pilze sollten nicht in großen Mengen verzehrt werden, da hitzelabile Toxine vorhanden sein können.
Quellen
- Wasser, A. et al. (2002): Medicinal mushrooms as a source of antitumor and immunomodulating polysaccharides. In: Applied Microbiology and Biotechnology, 60(3), 258–274.
- Cheung, P. C. K. (1996): The hypocholesterolemic effect of two edible mushrooms: Auricularia auricula (tree-ear) and Tremella fuciformis (white jelly-leaf) in hypercholesterolemic rats. In: Nutrition Research, 16(10), 1721–1725.
- Zhao, S. et al. (2021): Bioactive polysaccharides from Auricularia auricula: Extraction, structure, and biological activity. In: Food Chemistry, 362, 130067.
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