Avocado Soja Unverseifbares (ASU) – Wirkung & Anwendung
Avocado Soja Unverseifbares (ASU) ist ein pflanzlicher Extrakt aus Avocado- und Sojabohnenöl, der bei Gelenkverschleiß (Arthrose) eingesetzt wird und knorpelschützende Eigenschaften besitzt.
Wissenswertes über "Avocado Soja Unverseifbares"
Avocado Soja Unverseifbares (ASU) ist ein pflanzlicher Extrakt aus Avocado- und Sojabohnenöl, der bei Gelenkverschleiß (Arthrose) eingesetzt wird und knorpelschützende Eigenschaften besitzt.
Was ist Avocado Soja Unverseifbares?
Avocado Soja Unverseifbares (kurz: ASU, französisch: insaponifiable avocado-soybean) ist ein natürlicher Pflanzenextrakt, der aus den unverseifbaren Anteilen von Avocadoöl und Sojabohnenöl gewonnen wird. Unverseifbare Bestandteile sind jene Fraktionen eines Öls, die sich im Gegensatz zu Fettsäuren nicht durch Verseifung (chemische Reaktion mit Lauge) auflösen lassen. Sie enthalten wertvolle Pflanzenstoffe wie Phytosterole, Triterpene, Tocopherole (Vitamin-E-Verbindungen) und Fettalkohole. Das Verhältnis von Avocado- zu Sojaextrakt beträgt in der Regel 1:2.
Wirkmechanismus
ASU wirkt über mehrere biologische Mechanismen, die gemeinsam zur Gelenkgesundheit beitragen:
- Hemmung entzündungsfördernder Botenstoffe: ASU reduziert die Produktion von proinflammatorischen Zytokinen wie Interleukin-1 (IL-1) und Tumornekrosefaktor-alpha (TNF-α), die am Abbau von Gelenkknorpel beteiligt sind.
- Hemmung von Matrixmetalloproteinasen (MMP): Diese Enzyme tragen zum Abbau der Knorpelmatrix bei. ASU hemmt ihre Aktivität und kann so den Knorpelverlust verlangsamen.
- Förderung der Kollagensynthese: ASU stimuliert Chondrozyten (Knorpelzellen) zur Produktion von Kollagen Typ II und Aggrecan, wichtigen Strukturproteinen des Gelenkknorpels.
- Hemmung der COX-2-abhängigen Prostaglandinsynthese: Ähnlich wie nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR), jedoch ohne deren typische Nebenwirkungen, dämpft ASU entzündliche Signalwege.
Medizinische Anwendung
ASU wird primär zur Behandlung und unterstützenden Therapie der Osteoarthrose (Gelenkverschleiß) eingesetzt, insbesondere bei:
- Kniearthrose (Gonarthrose)
- Hüftarthrose (Coxarthrose)
- Arthrose weiterer Gelenke
In Frankreich ist ASU (unter dem Handelsnamen Piasclédine) als verschreibungspflichtiges Arzneimittel zugelassen und wird dort als SYSADOA (Symptomatic Slow-Acting Drug for Osteoarthritis) klassifiziert. In Deutschland und anderen Ländern ist ASU überwiegend als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich.
Dosierung
In klinischen Studien wurde ASU häufig in einer Dosierung von 300 mg pro Tag als orale Kapsel angewendet. Die Wirkung tritt in der Regel erst nach mehrwöchiger regelmäßiger Einnahme ein, da es sich um ein langsam wirkendes Präparat handelt. Eine Behandlungsdauer von mindestens 3 bis 6 Monaten wird empfohlen, um den vollen therapeutischen Nutzen zu erzielen.
Klinische Evidenz
Mehrere randomisierte, plazebokontrollierte Studien haben die Wirksamkeit von ASU bei Knie- und Hüftarthrose untersucht:
- Studien zeigten eine signifikante Reduktion von Schmerz und Funktionseinschränkungen im Vergleich zu Plazebo.
- Eine wichtige Langzeitstudie (ERADIAS-Studie) untersuchte die strukturmodifizierende Wirkung bei Hüftarthrose, mit Hinweisen auf eine Verlangsamung des Gelenkspaltverlust.
- Die OARSI (Osteoarthritis Research Society International) und die ESCEO (European Society for Clinical and Economic Aspects of Osteoporosis, Osteoarthritis and Musculoskeletal Diseases) erwähnen ASU in ihren Leitlinien als mögliche Therapieoption.
Sicherheit und Nebenwirkungen
ASU gilt allgemein als gut verträglich. In klinischen Studien wurden keine schwerwiegenden Nebenwirkungen berichtet. Gelegentlich können leichte gastrointestinale Beschwerden wie Übelkeit oder Magenunbehagen auftreten. Personen mit einer bekannten Allergie gegen Avocado oder Soja sollten ASU nicht einnehmen. Während der Schwangerschaft und Stillzeit wird die Einnahme aufgrund fehlender Sicherheitsdaten nicht empfohlen.
Wechselwirkungen
Bislang sind keine klinisch relevanten Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten bekannt. Dennoch sollte die Einnahme von ASU ärztlich begleitet werden, insbesondere bei gleichzeitiger Einnahme von Antikoagulanzien (blutvernnünnende Mittel) oder anderen gelenkwirksamen Substanzen.
Quellen
- Christensen R, Bartels EM, Astrup A, Bliddal H. - Symptomatic efficacy of avocado-soybean unsaponifiables (ASU) in osteoarthritis (OA) patients: a meta-analysis of randomized controlled trials. - Osteoarthritis and Cartilage, 2008.
- Maheu E, Cadet C, Marty M, et al. - Randomised, controlled trial of avocado-soybean unsaponifiable (Piasclédine) effect on structure modification in hip osteoarthritis: the ERADIAS study. - Annals of the Rheumatic Diseases, 2014.
- Bannuru RR, Osani MC, Vaysbrot EE, et al. - OARSI guidelines for the non-surgical management of knee, hip, and polyarticular osteoarthritis. - Osteoarthritis and Cartilage, 2019.
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