Axiale Spondyloarthritis: Ursachen, Symptome & Therapie
Axiale Spondyloarthritis ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Wirbelsäule und des Iliosakralgelenks. Sie verursacht Rückenschmerzen und Steifheit und wird in röntgenologische und nicht-röntgenologische Formen unterteilt.
Wissenswertes über "Axiale Spondyloarthritis"
Axiale Spondyloarthritis ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Wirbelsäule und des Iliosakralgelenks. Sie verursacht Rückenschmerzen und Steifheit und wird in röntgenologische und nicht-röntgenologische Formen unterteilt.
Was ist Axiale Spondyloarthritis?
Die axiale Spondyloarthritis (kurz: axiale SpA) ist eine chronische, entzündlich-rheumatische Erkrankung, die hauptsächlich die Wirbelsäule und die Iliosakralgelenke (die Verbindungen zwischen Becken und Kreuzbein) betrifft. Sie gehört zur größeren Gruppe der Spondyloarthritiden. Die Erkrankung verläuft chronisch und kann ohne Behandlung zu einer fortschreitenden Versteifung der Wirbelsäule führen.
Die axiale SpA wird in zwei Unterformen eingeteilt:
- Röntgenologische axiale SpA (r-axSpA): Auch als Morbus Bechterew oder ankylosierende Spondylitis bekannt. Hier sind strukturelle Veränderungen im Röntgenbild bereits sichtbar.
- Nicht-röntgenologische axiale SpA (nr-axSpA): Die Entzündung ist vorhanden und im MRT nachweisbar, jedoch noch nicht im Röntgenbild erkennbar.
Ursachen und Risikofaktoren
Die genaue Ursache der axialen Spondyloarthritis ist noch nicht vollständig geklärt. Es handelt sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem fälschlicherweise körpereigenes Gewebe angreift. Folgende Faktoren spielen eine Rolle:
- Genetische Veranlagung: Das HLA-B27-Gen ist bei über 90 % der Patienten mit ankylosierender Spondylitis nachweisbar. Bei der nr-axSpA ist es weniger häufig positiv.
- Immunologische Faktoren: Bestimmte Entzündungsbotenstoffe wie TNF-alpha und Interleukin-17 (IL-17) fördern die Gelenkentzündung.
- Umweltfaktoren: Infektionen, insbesondere des Darm- oder Urogenitaltrakts, können die Erkrankung auslösen oder verstärken.
- Geschlecht und Alter: Die Erkrankung beginnt häufig im jungen Erwachsenenalter (vor dem 45. Lebensjahr). Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen.
Symptome
Das Leitsymptom der axialen Spondyloarthritis ist der chronische entzündliche Rückenschmerz. Dieser unterscheidet sich vom mechanischen Rückenschmerz durch charakteristische Merkmale:
- Schmerzbeginn vor dem 40. Lebensjahr
- Schleichender Beginn über mehrere Wochen
- Verbesserung durch Bewegung, nicht durch Ruhe
- Morgensteifigkeit von mehr als 30 Minuten
- Schmerzen in der zweiten Hälfte der Nacht, die zum Aufwachen führen
Weitere mögliche Symptome sind:
- Sakroiliitis: Entzündung der Iliosakralgelenke mit Schmerzen im Gesäß oder unteren Rücken
- Periphere Arthritis: Entzündung der Gelenke außerhalb der Wirbelsäule, z. B. Knie oder Hüfte
- Enthesitis: Entzündung an den Sehnenansätzen, häufig an der Ferse
- Uveitis: Augenentзündung, insbesondere der Iris
- Psoriasis (Schuppenflechte)
- Entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa
- Erhöhte Entzündungswerte im Blut (CRP, BSG)
Diagnose
Die Diagnose der axialen Spondyloarthritis stützt sich auf eine Kombination aus klinischer Untersuchung, Laborwerten und bildgebenden Verfahren. Die ASAS-Klassifikationskriterien (Assessment of SpondyloArthritis International Society) sind das gängige Diagnosewerkzeug:
Bildgebung
- MRT (Magnetresonanztomografie): Goldstandard zum frühzeitigen Nachweis aktiver Entzündungen in den Iliosakralgelenken und der Wirbelsäule, auch ohne sichtbare knöcherne Veränderungen.
- Röntgen: Zeigt strukturelle Schäden wie Syndesmophyten (knöcherne Brücken zwischen Wirbelkörpern) oder Sakroiliitis, jedoch erst in späteren Stadien.
Labordiagnostik
- HLA-B27-Test: Nachweis des genetischen Risikomarkers
- CRP und BSG: Entzündungsmarker im Blut
- Ausschluss anderer Erkrankungen (z. B. Rheumafaktor bei rheumatoider Arthritis)
Behandlung
Die axiale Spondyloarthritis ist nicht heilbar, aber gut behandelbar. Ziel der Therapie ist die Kontrolle der Entzündung, die Linderung von Schmerzen und die Erhaltung der Beweglichkeit.
Nicht-medikamentöse Therapie
- Physiotherapie und regelmäßige Bewegung sind die wichtigsten Bausteine der Behandlung. Übungen zur Haltungskorrektur und Mobilisierung der Wirbelsäule verlangsamen die Versteifung.
- Patientenschulung und Selbstmanagement
- Wärmetherapie zur Linderung von Steifheit
Medikamentöse Therapie
- NSAR (Nicht-steroidale Antirheumatika) wie Ibuprofen oder Diclofenac sind die Mittel der ersten Wahl bei leichten bis mittelschweren Beschwerden.
- TNF-Inhibitoren (z. B. Adalimumab, Etanercept): Biologika, die den Entzündungsbotenstoff TNF-alpha hemmen und bei unzureichendem Ansprechen auf NSAR eingesetzt werden.
- IL-17A-Inhibitoren (z. B. Secukinumab, Ixekizumab): Neuere Biologika, die gezielt Interleukin-17 blockieren.
- JAK-Inhibitoren (z. B. Tofacitinib, Upadacitinib): Oral einnehmbare zielgerichtete Therapien als Alternative zu Biologika.
- Kortikosteroide werden nur bei bestimmten Indikationen eingesetzt (z. B. Uveitis, lokale Injektionen).
Operative Therapie
In schweren Fällen mit ausgeprägten Gelenkschäden, vor allem an der Hüfte, kann ein künstlicher Gelenkersatz (Endoprothetik) notwendig werden.
Verlauf und Prognose
Die axiale SpA verläuft individuell sehr unterschiedlich. Manche Patienten haben milde Beschwerden mit längeren beschwerdefreien Phasen, andere erleiden einen progredienten Verlauf mit zunehmender Wirbelsäulenversteifung. Eine frühzeitige Diagnose und konsequente Behandlung verbessern die Langzeitprognose deutlich. Mit moderner Therapie können die meisten Patienten ein weitgehend normales Leben führen.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh): S3-Leitlinie Axiale Spondyloarthritis, 2023.
- Sieper J, Poddubnyy D. Axial spondyloarthritis. Lancet. 2017;390(10089):73-84.
- van der Heijde D, et al. ASAS/EULAR recommendations for the management of ankylosing spondylitis. Ann Rheum Dis. 2006;65(4):442-452.
Meistgekaufte Produkte
Der universelle Immunschutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Immunproteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des Immunsystems
Für eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac, Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Die neusten Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieAlveolarknochen
Pannusbildung
Mandibula
Die meistgelesenen Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieMagnesiumcarbonat
Kaloriengehalt
Kölner Liste
Verwandte Suchbegriffe: Axiale Spondyloarthritis