Bankart-Läsion: Ursachen, Symptome & Behandlung
Die Bankart-Läsion ist eine Verletzung der Schulter, bei der das vordere Labrum aus der Gelenkpfanne reisst. Sie entsteht häufig durch eine Schulterausrenkung und führt oft zu Instabilität.
Wissenswertes über "Bankart-Läsion"
Die Bankart-Läsion ist eine Verletzung der Schulter, bei der das vordere Labrum aus der Gelenkpfanne reisst. Sie entsteht häufig durch eine Schulterausrenkung und führt oft zu Instabilität.
Was ist eine Bankart-Läsion?
Die Bankart-Läsion ist eine spezifische Verletzung des Schultergelenks. Dabei reisst das sogenannte Labrum glenoidale – eine faserknorpelige Lippe, die die Gelenkpfanne des Schulterblatts vergrößert und stabilisiert – an ihrer vorderen unteren Befestigung ab. Diese Verletzung geht häufig mit einer Schädigung des vorderen Kapselbandapparats einher und ist eine der häufigsten Ursachen für eine chronische Schulterinstabilität.
Ursachen
Die Bankart-Läsion entsteht in den meisten Fällen durch eine traumatische Schulterausrenkung (Schulter-Luxation), bei der der Oberarmknochen nach vorne aus der Gelenkpfanne springt. Typische Auslöser sind:
- Stürze auf den ausgestreckten Arm
- Direkte Schläge oder Stöße auf die Schulter
- Sportliche Aktivitäten wie Handball, Volleyball, Rugby oder Kampfsport
- Verkehrsunfälle
Besonders häufig betroffen sind junge, sportlich aktive Menschen unter 30 Jahren. Nach einer erstmaligen Ausrenkung ist das Risiko einer erneuten Luxation deutlich erhöht, da die stabilisierenden Strukturen geschädigt sind.
Symptome
Die typischen Beschwerden bei einer Bankart-Läsion umfassen:
- Schmerzen in der Schulter, besonders bei bestimmten Bewegungen
- Schulterinstabilität: das Gefühl, dass die Schulter „herausspringt“
- Bewegungseinschränkung, insbesondere bei Außenrotation und Abspreizung des Arms
- Wiederkehrende Ausrenkungen (rezidivierende Luxationen)
- Muskelschwund (Atrophie) durch Schonhaltung bei chronischer Instabilität
Diagnose
Die Diagnose erfolgt durch eine Kombination aus klinischer Untersuchung und bildgebenden Verfahren:
- Klinische Untersuchung: Spezifische Tests wie der Apprehension-Test und der Relokationstest prüfen die Stabilität des Schultergelenks.
- Röntgenaufnahme: Zum Ausschluss knöcherner Verletzungen.
- MRT (Magnetresonanztomographie): Goldstandard zur Darstellung von Weichteilstrukturen, insbesondere des Labrums und der Gelenkkapsel. Eine Kontrastmittelgabe (MR-Arthrographie) verbessert die Aussagekraft deutlich.
- Arthroskopie: Minimalinvasive Spiegelung des Schultergelenks, die sowohl der Diagnose als auch der Therapie dienen kann.
Behandlung
Konservative Therapie
Bei erstmaliger Luxation ohne ausgeprägte Instabilität kann zunächst eine konservative Behandlung versucht werden. Diese umfasst:
- Ruhigstellung der Schulter in einer Armschlinge für ca. 3–6 Wochen
- Schmerztherapie mit entzündungshemmenden Medikamenten (NSAR)
- Physiotherapie zur Kräftigung der schulterstabilisierenden Muskulatur (insbesondere der Rotatorenmanschette)
Operative Therapie
Bei wiederkehrenden Ausrenkungen, anhaltender Instabilität oder sportlich sehr aktiven Patienten ist in der Regel ein operativer Eingriff notwendig. Die gängigsten Verfahren sind:
- Arthroskopische Bankart-Rekonstruktion: Das abgerissene Labrum wird mithilfe von Ankern (sogenannten Knochenankern) wieder an der Gelenkpfanne befestigt. Dies ist der Standardeingriff und hat sehr gute Langzeitergebnisse.
- Latarjet-Operation: Bei großem Knochendefekt an der Gelenkpfanne wird ein Knochenstück des Rabenschnabelfortsatzes (Processus coracoideus) auf die Gelenkpfanne versetzt, um die Stabilität wiederherzustellen.
Rehabilitation
Nach der Operation schließt sich eine intensive Rehabilitationsphase an, die in der Regel 4–6 Monate dauert. Ziel ist die vollständige Wiederherstellung von Kraft, Beweglichkeit und Stabilität. Die Rückkehr zum Leistungssport ist meist nach 6–9 Monaten möglich.
Quellen
- Bankart ASB. Recurrent or habitual dislocation of the shoulder-joint. British Medical Journal. 1923;2(3285):1132–1133.
- Longo UG, Rizzello G, Loppini M et al. Multidirectional instability of the shoulder: a systematic review. Arthroscopy. 2015;31(12):2431–2443.
- Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU). S2k-Leitlinie: Schulterinstabilität. AWMF-Registernummer 033-010. 2017.
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