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Das BCG Vakzin ist ein Lebendimpfstoff gegen Tuberkulose, der weltweit eingesetzt wird. Es schützt vor schweren Verlaufsformen der Erkrankung, besonders bei Säuglingen und Kleinkindern.
Das BCG Vakzin ist ein Lebendimpfstoff gegen Tuberkulose, der weltweit eingesetzt wird. Es schützt vor schweren Verlaufsformen der Erkrankung, besonders bei Säuglingen und Kleinkindern.
Das BCG Vakzin (Bacillus Calmette-Guérin) ist ein Lebendimpfstoff, der aus einem abgeschwächten Stamm des Rindertuberkulose-Bakteriums Mycobacterium bovis besteht. Es wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von den französischen Wissenschaftlern Albert Calmette und Camille Guérin entwickelt und 1921 erstmals beim Menschen eingesetzt. Das BCG Vakzin gehört zu den am häufigsten verwendeten Impfstoffen weltweit und ist ein wesentlicher Bestandteil der Impfprogramme der Weltgesundheitsorganisation (WHO).
Das BCG Vakzin wird primär zur Vorbeugung von Tuberkulose (TB) eingesetzt, einer Infektionskrankheit, die durch Mycobacterium tuberculosis verursacht wird. Besonders wirksam ist die Impfung beim Schutz vor schweren Verlaufsformen wie:
Darüber hinaus wird das BCG Vakzin in der Urologie zur Behandlung des nicht-muskelinvasiven Blasenkarzinoms (Blasenkrebs) als intravesikale Immuntherapie eingesetzt. Auch eine mögliche Schutzwirkung gegen andere Mykobakteriosen wie Lepra wird diskutiert.
Das BCG Vakzin aktiviert das angeborene und adaptive Immunsystem. Die abgeschwächten Lebendkeime des Impfstoffs stimulieren Makrophagen und T-Lymphozyten, die eine zellulaere Immunantwort auslösen. Durch diesen Mechanismus lernt das Immunsystem, Mykobakterien zu erkennen und bekämpfen. Neuere Forschungen deuten darauf hin, dass das BCG Vakzin auch eine sogenannte trainierte Immunität hervorrufen kann, bei der das angeborene Immunsystem langfristig verstärkt auf verschiedene Infektionserreger reagiert.
Das BCG Vakzin wird in der Regel als einmalige intradermale Injektion (direkt in die Haut) verabreicht, typischerweise in den linken Oberarm. Die Standarddosierung bei Neugeborenen und Säuglingen beträgt 0,05 ml, bei älteren Kindern und Erwachsenen 0,1 ml. Die WHO empfiehlt die Gabe möglichst bald nach der Geburt in Ländern mit hoher Tuberkulose-Prävalenz. In Ländern mit niedriger TB-Rate, wie Deutschland, wird die allgemeine BCG-Impfung seit 1998 nicht mehr von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen.
Das BCG Vakzin ist im Allgemeinen gut verträglich. Mögliche Nebenwirkungen sind:
Das BCG Vakzin darf nicht verabreicht werden bei:
Nach der BCG-Impfung entsteht häufig eine charakteristische Narbe an der Impfstelle, die als indirekter Hinweis auf eine erfolgte Impfung gilt. Ein positiver Tuberkulin-Hauttest (Mantoux-Test) nach der BCG-Impfung ist möglich und bedeutet nicht zwingend eine Infektion mit Tuberkulose. Neuere Bluttests (IGRA-Tests) können zwischen Impfreaktion und echter Infektion besser unterscheiden.
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