Benzoat E211 - Natriumbenzoat als Konservierungsstoff
Benzoat E211 (Natriumbenzoat) ist ein zugelassener Lebensmittelzusatzstoff, der als Konservierungsmittel in Getränken und Lebensmitteln eingesetzt wird.
Wissenswertes über "Benzoat E211"
Benzoat E211 (Natriumbenzoat) ist ein zugelassener Lebensmittelzusatzstoff, der als Konservierungsmittel in Getränken und Lebensmitteln eingesetzt wird.
Was ist Benzoat E211?
Benzoat E211, auch bekannt als Natriumbenzoat, ist das Natriumsalz der Benzoesäure und wird in der Lebensmittelindustrie als zugelassener Konservierungsstoff eingesetzt. Es handelt sich um einen synthetisch hergestellten Zusatzstoff, der jedoch auch natürlich in geringen Mengen in bestimmten Lebensmitteln wie Preiselbeeren, Pflaumen und Zimt vorkommt. In der Europäischen Union ist er unter der E-Nummer E211 zugelassen.
Verwendung und Anwendungsbereiche
Natriumbenzoat wird hauptsächlich verwendet, um das Wachstum von Hefen, Schimmelpilzen und bestimmten Bakterien in Lebensmitteln und Getränken zu hemmen. Typische Produkte, die E211 enthalten, sind:
- Erfrischungsgetränke und Limonaden
- Fruchtsäfte und Nektare
- Salatdressings und Marinaden
- Marmeladen und Konfitüren
- Essig und Sojasosse
- Kosmetika und Arzneimittel (als Konservierungsstoff)
Wirkmechanismus
Benzoat wirkt vor allem in saurem Milieu (pH-Wert unter 4,5). In saurer Umgebung liegt es als freie Benzoesäure vor, die in die Zellen von Mikroorganismen eindringt und den intrazellulären pH-Wert senkt. Dies stört lebenswichtige Stoffwechselprozesse der Mikroorganismen und hemmt deren Wachstum und Vermehrung effektiv.
Sicherheit und gesundheitliche Bewertung
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat den akzeptablen täglichen Aufnahmewert (ADI) für Benzoesäure und ihre Salze auf 5 mg pro kg Körpergewicht pro Tag festgelegt. Bei Überschreitung dieses Wertes können bei empfindlichen Personen unerwünschte Wirkungen auftreten.
Mögliche unerwünschte Wirkungen
- Pseudoallergische Reaktionen: Bei Menschen mit Aspirinunverträglichkeit oder chronischer Urtikaria kann E211 ähnliche Reaktionen wie Hautausschlag, Juckreiz oder Atemnot auslösen.
- Benzol-Bildung: In Kombination mit Ascorbinsäure (Vitamin C, E300) kann Natriumbenzoat unter bestimmten Bedingungen (Licht, Wärme) das krebserregende Benzol bilden. Dies ist besonders relevant bei Erfrischungsgetränken, die beide Stoffe enthalten.
- Hyperaktivität bei Kindern: Studien, u. a. die sogenannte Southampton-Studie (2007), zeigten einen möglichen Zusammenhang zwischen bestimmten Lebensmittelfarbstoff-Benzoat-Kombinationen und erhöhter Hyperaktivität bei Kindern.
Kennzeichnungspflicht
Gemäß der EU-Lebensmittelkennzeichnungsverordnung muss Natriumbenzoat in der Zutatenliste von Lebensmitteln entweder als E211 oder als Natriumbenzoat aufgeführt werden. Verbraucher können so bewusste Kaufentscheidungen treffen.
Quellen
- Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA): Re-evaluation of benzoic acid (E210), sodium benzoate (E211), potassium benzoate (E212) and calcium benzoate (E213) as food additives. EFSA Journal, 2016.
- McCann D. et al.: Food additives and hyperactive behaviour in 3-year-old and 8/9-year-old children in the community: a randomised, double-blinded, placebo-controlled trial. The Lancet, 2007.
- Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Fragen und Antworten zur Benzolbildung in Getränken, 2006.
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