Benzoesäure (E210): Konservierungsstoff erklärt
Benzoesäure (E210) ist eine natürlich vorkommende organische Säure, die als Konservierungsstoff in Lebensmitteln und Arzneimitteln eingesetzt wird.
Wissenswertes über "Benzoesäure"
Benzoesäure (E210) ist eine natürlich vorkommende organische Säure, die als Konservierungsstoff in Lebensmitteln und Arzneimitteln eingesetzt wird.
Was ist Benzoesäure?
Benzoesäure (chemische Formel: C&sub7;H&sub6;O&sub2;) ist eine einfache aromatische Carbonsäure, die in der Natur in vielen Pflanzen und Früchten vorkommt, zum Beispiel in Preiselbeeren, Heidelbeeren, Zimt und Nelken. Als Lebensmittelzusatzstoff ist sie unter der Bezeichnung E210 zugelassen. Sie zählt zu den ältesten bekannten Konservierungsstoffen und wird seit Jahrhunderten zur Haltbarmachung von Lebensmitteln genutzt.
Vorkommen und Herstellung
Natürlich kommt Benzoesäure in verschiedenen Lebensmitteln vor:
- Preiselbeeren und Heidelbeeren
- Pflaumen und Zwetschgen
- Zimt, Nelken und andere Gewürze
- Honig und einige Milchprodukte (in Spuren)
Für den industriellen Einsatz wird Benzoesäure chemisch synthetisiert, häufig durch die Oxidation von Toluol. Das so gewonnene Produkt ist chemisch identisch mit der natürlichen Verbindung.
Anwendung als Konservierungsstoff
Als zugelassener Lebensmittelzusatzstoff (E210) wird Benzoesäure eingesetzt, um das Wachstum von Schimmelpilzen, Hefen und bestimmten Bakterien zu hemmen. Typische Anwendungsgebiete sind:
- Erfrischungsgetränke und Fruchtsäfte
- Dressings, Marinaden und Saucen
- Konfituren und Marmeladen (mit niedrigem Zuckergehalt)
- Kosmetika und Körperpflegeprodukte
- Arzneimittel (z.B. flüssige Hustenpräparate)
Wirkmechanismus
Die konservierende Wirkung der Benzoesäure beruht darauf, dass sie in ihr konjugiertes Anion (Benzoat) umgewandelt wird. In saurem Milieu (pH-Wert unter 4,5) liegt sie größtenteils in undissoziierter Form vor und kann so in Mikroorganismen eindringen. Dort stört sie den zellulären Stoffwechsel, indem sie enzymabhängige Prozesse hemmt und den intrazellulären pH-Wert senkt, was das Wachstum von Mikroorganismen verhindert.
Sicherheit und gesundheitliche Bewertung
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben für Benzoesäure einen akzeptablen täglichen Aufnahmewert (ADI-Wert) von 5 mg pro Kilogramm Körpergewicht festgelegt. Bei Einhaltung der zugelassenen Höchstmengen gilt Benzoesäure als sicher.
Dennoch gibt es einige gesundheitliche Aspekte, die beachtet werden sollten:
- Pseudoallergische Reaktionen: Bei empfindlichen Personen, insbesondere bei Menschen mit Aspirin-Unverträglichkeit oder chronischer Urtikaria, kann Benzoesäure allergienähnliche Symptome wie Hautausschlag, Juckreiz oder Asthmaanfälle auslösen.
- Hyperaktivität bei Kindern: In Kombination mit bestimmten künstlichen Farbstoffen (z.B. Tartrazin E102) wird Benzoesäure mit einer erhöhten Hyperaktivität bei Kindern in Verbindung gebracht. Produkte, die solche Kombinationen enthalten, müssen in der EU einen Warnhinweis tragen.
- Benzol-Bildung: In Anwesenheit von Ascorbinsäure (Vitamin C) kann Benzoesäure zu Benzol umgewandelt werden, einem bekannten Karzinogen. Hersteller sind daher gehalten, die Kombination dieser Stoffe in Getränken zu vermeiden.
Kennzeichnungspflicht
In der Europäischen Union ist Benzoesäure in Lebensmitteln kennzeichnungspflichtig. Sie muss auf der Zutatenliste entweder als Benzoesäure oder unter der E-Nummer E210 angegeben werden. Die zulässigen Höchstmengen sind in der EU-Lebensmittelzusatzstoffverordnung (EG) Nr. 1333/2008 geregelt.
Quellen
- Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA): Scientific Opinion on the re-evaluation of benzoic acid (E210), sodium benzoate (E211), potassium benzoate (E212) and calcium benzoate (E213) as food additives. EFSA Journal, 2016.
- Weltgesundheitsorganisation (WHO) / FAO: Benzoic acid and sodium benzoate. WHO Food Additives Series, Geneva.
- Verordnung (EG) Nr. 1333/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates über Lebensmittelzusatzstoffe.
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