Bimalleoläre Frakturversorgung – Behandlung & OP
Die bimalleoläre Frakturversorgung bezeichnet die operative oder konservative Behandlung eines Knöchelbruchs, bei dem beide Knöchelforstsätze (Malleolen) des Sprunggelenks gebrochen sind.
Wissenswertes über "Bimalleoläre Frakturversorgung"
Die bimalleoläre Frakturversorgung bezeichnet die operative oder konservative Behandlung eines Knöchelbruchs, bei dem beide Knöchelforstsätze (Malleolen) des Sprunggelenks gebrochen sind.
Was ist eine bimalleoläre Fraktur?
Eine bimalleoläre Fraktur ist ein Knochenbruch am Sprunggelenk, bei dem sowohl der Innenknöchel (Malleolus medialis) als auch der Außenknöchel (Malleolus lateralis) gleichzeitig gebrochen sind. Das Sprunggelenk wird durch diese beiden knöchernen Vorsprünge stabilisiert, weshalb eine solche Verletzung als schwerwiegend gilt und häufig eine gezielte medizinische Versorgung erfordert. Bimalleoläre Frakturen werden häufig nach der AO-Klassifikation oder nach Weber eingeteilt, um die geeignete Behandlung festzulegen.
Ursachen
Bimalleoläre Frakturen entstehen typischerweise durch:
- Umknicken des Fußes (z. B. beim Sport oder auf unebenem Gelände)
- Sturzereignisse aus größerer Höhe
- Verkehrsunfälle mit direkter Krafteinwirkung auf das Sprunggelenk
- Starke Rotationsbewegungen des Unterschenkels bei fixiertem Fuß
Begünstigende Faktoren können Osteoporose, hohes Alter oder bereits bestehende Gelenkerkrankungen sein.
Symptome
Typische Beschwerden bei einer bimalleolären Fraktur umfassen:
- Starke Schmerzen im Bereich des Sprunggelenks
- Schwellung und Hämatom (Bluterguss) rund um den Knöchel
- Fehlstellung des Sprunggelenks in schweren Fällen
- Bewegungseinschränkung und Belastungsunfähigkeit des betroffenen Fußes
- Lokaler Druckschmerz an Innen- und Außenknöchel
Diagnose
Die Diagnose einer bimalleolären Fraktur erfolgt durch:
- Klinische Untersuchung: Inspektion, Palpation und Beurteilung der Stabilität des Sprunggelenks
- Röntgenaufnahmen in zwei Ebenen (a.p. und seitlich) sowie ggf. Mortise-Aufnahme zur genauen Darstellung der Gelenkflächen
- Computertomografie (CT): Bei komplexen Frakturen zur genauen Beurteilung der Knochenstruktur und Gelenkbeteiligung
- MRT: Zur Beurteilung begleitender Bandverletzungen, falls klinisch relevant
Behandlung
Konservative Therapie
Eine nicht-operative Behandlung kommt nur bei stabilen, nicht verschobenen Frakturen in Betracht. Sie umfasst:
- Ruhigstellung im Unterschenkelgips oder einer speziellen Orthese (Walker)
- Entlastung des betroffenen Beins über mehrere Wochen
- Regelmäßige Verlaufskontrollen durch Röntgenaufnahmen
Operative Therapie (Osteosynthese)
Da bimalleoläre Frakturen häufig instabil und verschoben sind, ist meist eine operative Versorgung notwendig. Ziel ist die anatomisch korrekte Wiederherstellung des Sprunggelenks und die stabile Fixierung der Knochenfragmente. Gängige Verfahren sind:
- Plattenosteosynthese am Außenknöchel: Eine Metallplatte wird mit Schrauben am Wadenbein (Fibula) befestigt, um die Fraktur zu stabilisieren.
- Schraubenosteosynthese am Innenknöchel: Der Innenknöchel wird mit einer oder mehreren Zugschrauben anatomisch reponiert und fixiert.
- Zugurtungsosteosynthese: Spezielle Drahtkonstruktion zur Kompression der Frakturflächen, insbesondere bei kleinen Fragmenten am Innenknöchel.
- Stellschraube (Syndesmosenschraube): Bei zusätzlicher Verletzung der Syndesmose (Bandverbindung zwischen Schien- und Wadenbein) wird eine temporäre Schraube zur Stabilisierung eingesetzt.
Nachbehandlung
Nach der operativen Versorgung folgt eine strukturierte Rehabilitation:
- Teilbelastung an Unterarmgehstützen in den ersten Wochen nach der Operation
- Schrittweiser Aufbau der Vollbelastung nach röntgenologisch bestätigter Knochenheilung (meist nach 6–8 Wochen)
- Physiotherapie zur Wiederherstellung von Beweglichkeit, Kraft und Propriozeption (Gleichgewichtssinn) des Sprunggelenks
- Gegebenenfalls Entfernung der Syndesmosenschraube nach etwa 8–12 Wochen in einem zweiten Eingriff
Prognose
Die Prognose nach einer bimalleolären Frakturversorgung ist bei regelrechter Behandlung im Allgemeinen gut. Die meisten Patienten erreichen nach abgeschlossener Rehabilitation eine vollständige oder nahezu vollständige Wiederherstellung der Gelenkfunktion. Ein erhöhtes Risiko für eine spätere Sprunggelenksarthrose besteht jedoch, insbesondere bei unvollständiger Reposition oder sekundärer Gelenkverletzung.
Quellen
- Müller-Mai, C. & Ekkernkamp, A. (Hrsg.): Frakturen - Klassifikation und Behandlungsoptionen. Springer Medizin Verlag, 2. Auflage, 2015.
- Rammelt, S. et al.: Ankle fractures. Deutsches Ärzteblatt International, 116(10):171–180, 2019. DOI: 10.3238/arztebl.2019.0171
- Arbeitsgemeinschaft für Osteosynthesefragen (AO Foundation): AO Surgery Reference – Malleolar Fractures. Verfügbar unter: https://surgeryreference.aofoundation.org
Meistgekaufte Produkte
Der universelle Immunschutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Immunproteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des Immunsystems
Für eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac, Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Die meistgelesenen Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieMagnesiumcarbonat
Kaloriengehalt
Kölner Liste
Verwandte Suchbegriffe: Bimalleoläre Frakturversorgung