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Biofilmresistenz bezeichnet die erhöhte Widerstandsfähigkeit von Bakterien in einem Biofilm gegenüber Antibiotika und dem Immunsystem. Sie erschwert die Behandlung chronischer Infektionen erheblich.
Biofilmresistenz bezeichnet die erhöhte Widerstandsfähigkeit von Bakterien in einem Biofilm gegenüber Antibiotika und dem Immunsystem. Sie erschwert die Behandlung chronischer Infektionen erheblich.
Unter Biofilmresistenz versteht man die ausgeprägte Widerstandsfähigkeit von Mikroorganismen – vor allem Bakterien – wenn diese in einem sogenannten Biofilm organisiert sind. Ein Biofilm ist eine strukturierte Gemeinschaft von Mikroorganismen, die an einer Oberfläche haften und sich in eine selbst produzierte, schützende Schleimschicht (extrazelluläre Matrix) einhüllen. Diese Lebensform macht die Erreger deutlich schwerer bekämpfbar als frei schwimmende (planktonische) Bakterien.
Die Bildung eines Biofilms verläuft in mehreren Stufen:
Die Biofilmresistenz basiert auf mehreren zusammenwirkenden Mechanismen:
Die extrazelluläre Matrix fungiert als Diffusionsbarriere. Sie verlangsamt oder verhindert das Eindringen von Antibiotika und Desinfektionsmitteln in tiefere Schichten des Biofilms. Bestimmte Wirkstoffe werden dabei auch chemisch inaktiviert, bevor sie die Bakterien erreichen.
Im Inneren eines Biofilms herrscht Nährstoff- und Sauerstoffmangel. Viele Bakterien wechseln dadurch in einen Ruhezustand mit stark verlangsamtem Stoffwechsel. Da die meisten Antibiotika auf aktive, sich teilende Zellen angewiesen sind, verlieren sie gegenüber diesen sogenannten Persister-Zellen ihre Wirksamkeit nahezu vollständig.
Die enge räumliche Nähe der Bakterien im Biofilm begünstigt den horizontalen Gentransfer (z. B. durch Plasmide). Resistenzgene können so schnell zwischen verschiedenen Bakterienstämmen weitergegeben werden und verbreiten sich innerhalb des Biofilms rasch.
Die Matrix schützt die Bakterien auch vor körpereigenen Abwehrmechanismen. Phagozyten (Fresszellen) können in den Biofilm eindringen, sind jedoch häufig nicht in der Lage, die eingebetteten Erreger effizient abzutöten. Zudem kann der Biofilm eine überschiessende, chronische Entzündungsreaktion auslösen.
Biofilmresistenz spielt bei einer Vielzahl klinisch relevanter Infektionskrankheiten eine zentrale Rolle. Schätzungen zufolge sind bis zu 80 % aller chronischen bakteriellen Infektionen mit Biofilmen assoziiert. Typische Beispiele sind:
Die Diagnose von Biofilm-assoziierten Infektionen ist anspruchsvoll, da klassische mikrobiologische Kulturen aus Abstrichen oder Blut häufig negativ ausfallen oder untypische Ergebnisse liefern. Zu den diagnostischen Methoden zählen:
Die Behandlung von Biofilm-assoziierten Infektionen erfordert spezielle Strategien, da Standarddosen von Antibiotika häufig nicht ausreichen:
Präventive Massnahmen umfassen die Verwendung antimikrobiell beschichteter Medizinprodukte, strikte Hygieneprotokolle bei der Implantation von Fremdmaterialien sowie eine frühzeitige und zielgerichtete antimikrobielle Therapie bei ersten Infektionszeichen.
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