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Blepharospasmus ist ein unwillkürlicher Lidkrampf, bei dem sich die Augenlider unkontrolliert schließen. Er kann die Lebensqualität stark beeinträchtigen.
Blepharospasmus ist ein unwillkürlicher Lidkrampf, bei dem sich die Augenlider unkontrolliert schließen. Er kann die Lebensqualität stark beeinträchtigen.
Blepharospasmus bezeichnet einen unwillkürlichen, krampfartigen Verschluss der Augenlider, der durch unkontrollierte Kontraktionen des Musculus orbicularis oculi – dem Ringmuskel um das Auge – verursacht wird. Die Betroffenen können das Schließen der Augenlider nicht bewusst steuern oder verhindern. In schweren Fällen kann der Blepharospasmus zur funktionellen Erblindung führen, da die Augen über längere Zeit geschlossen bleiben, obwohl das Sehvermögen selbst nicht geschädigt ist.
Die Erkrankung gehört zur Gruppe der fokalen Dystonien – neurologische Bewegungsstörungen, bei denen bestimmte Muskelgruppen dauerhaft überaktiv sind. Blepharospasmus tritt meist im Erwachsenenalter auf, häufig zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr, und betrifft Frauen etwas häufiger als Männer.
Die genaue Ursache des primären Blepharospasmus ist bislang nicht vollständig geklärt. Es wird angenommen, dass eine Fehlfunktion der Basalganglien im Gehirn eine zentrale Rolle spielt. Diese Hirnstrukturen sind für die Koordination und Steuerung von Bewegungen zuständig.
Die Symptome entwickeln sich meist schleichend und nehmen im Verlauf an Intensität zu:
Die Beschwerden können durch Stress, helles Licht, Bildschirmarbeit und Müdigkeit verstärkt werden. Im Schlaf oder bei tiefer Entspannung verschwinden die Krämpfe in der Regel.
Die Diagnose des Blepharospasmus wird in erster Linie klinisch gestellt, das heißt durch Beobachtung der charakteristischen Symptome. Eine standardisierte Diagnostik umfasst:
Die wirksamste und am weitesten verbreitete Behandlung ist die Injektion von Botulinumtoxin (Botox) in die betroffenen Augenlidmuskeln. Das Toxin hemmt die Übertragung von Nervensignalen an die Muskulatur und entspannt so die verkrampften Muskeln. Die Wirkung hält in der Regel 3 bis 4 Monate an, danach sind wiederholte Injektionen notwendig. Diese Therapie gilt als Goldstandard und wird von den meisten Betroffenen gut vertragen.
In einigen Fällen können orale Medikamente eingesetzt werden, zum Beispiel:
Bei therapieresistenten Fällen kann eine Myektomie in Betracht gezogen werden – ein chirurgischer Eingriff, bei dem Teile des Ringmuskels entfernt werden. Auch die Tiefe Hirnstimulation (THS) ist in Ausnahmefällen eine Option.
Blepharospasmus ist eine chronische Erkrankung, die sich ohne Behandlung meist verschlechtert. Mit regelmäßigen Botulinumtoxin-Injektionen kann die Mehrzahl der Betroffenen jedoch ein weitgehend normales Leben führen. Eine vollständige Heilung ist derzeit nicht möglich, aber die Symptome lassen sich in den meisten Fällen gut kontrollieren.
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