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Die Blutgerinnung ist ein lebenswichtiger Prozess, der Wunden verschließt und übermäßigen Blutverlust verhindert. Störungen können zu Thrombosen oder Blutungen führen.
Die Blutgerinnung ist ein lebenswichtiger Prozess, der Wunden verschließt und übermäßigen Blutverlust verhindert. Störungen können zu Thrombosen oder Blutungen führen.
Die Blutgerinnung (auch Koagulation oder Hämostase genannt) ist ein komplexer biologischer Prozess, durch den der Körper Blutungen stoppt und Wunden verschließt. Wenn ein Blutgefäß verletzt wird, setzt eine Kaskade von biochemischen Reaktionen ein, die zur Bildung eines stabilen Blutgerinnsels führt. Dieses Gerinnsel dichtet die Verletzungsstelle ab und ermöglicht die Wundheilung.
Die Blutgerinnung verläuft in mehreren aufeinanderfolgenden Schritten, die als Gerinnungskaskade bezeichnet werden:
Nach einer Gefäßverletzung verengt sich das betroffene Blutgefäß zunächst (Vasokonstriktion), um den Blutfluss zu reduzieren. Gleichzeitig lagern sich Blutplättchen (Thrombozyten) an der verletzten Gefäßwand an und bilden einen ersten, noch instabilen Pfropf.
In der sekundären Hämostase wird der Blutplättchenpfropf durch ein Netz aus Fibrin verstärkt. Dieser Prozess wird durch sogenannte Gerinnungsfaktoren (Proteine im Blut, nummeriert von I bis XIII) gesteuert. Es gibt zwei Wege, auf denen die Kaskade ausgelöst werden kann:
Beide Wege münden in einen gemeinsamen Endweg, der zur Bildung von Thrombin führt. Thrombin wandelt das lösliche Protein Fibrinogen in unlösliches Fibrin um, das das Gerinnsel stabilisiert.
Nach der Wundheilung wird das Gerinnsel durch einen Prozess namens Fibrinolyse wieder aufgelöst. Das Enzym Plasmin baut das Fibrin ab und stellt die normale Durchblutung wieder her.
Störungen der Blutgerinnung können in zwei Richtungen auftreten:
Eine übermäßige Gerinnungsneigung kann zur Bildung von unerwünschten Blutgerinnseln (Thrombosen) führen. Diese können Blutgefäße verstopfen und lebensbedrohliche Zustände wie Lungenembolie oder Schlaganfall verursachen. Ursachen können genetisch bedingt sein (z. B. Faktor-V-Leiden-Mutation) oder durch äußere Faktoren wie Bewegungsmangel, Übergewicht oder bestimmte Medikamente ausgelöst werden.
Eine zu geringe Gerinnungsfähigkeit führt zu verlängerter oder unkontrollierter Blutung. Bekannte Erkrankungen sind:
Zur Beurteilung der Blutgerinnung stehen verschiedene Labortests zur Verfügung:
Verschiedene Medikamente beeinflussen die Blutgerinnung gezielt:
Folgende Beschwerden können auf eine Gerinnungsstörung hinweisen und sollten ärztlich abgeklärt werden:
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