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Blutgruppenantigene sind Moleküle auf der Oberfläche roter Blutkörperchen, die die Blutgruppe eines Menschen bestimmen und bei Transfusionen eine entscheidende Rolle spielen.
Blutgruppenantigene sind Moleküle auf der Oberfläche roter Blutkörperchen, die die Blutgruppe eines Menschen bestimmen und bei Transfusionen eine entscheidende Rolle spielen.
Ein Blutgruppenantigen ist ein Molekül – in der Regel ein Protein oder ein Kohlenhydrat – das sich auf der Oberfläche der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) befindet. Diese Antigene sind genetisch festgelegt und bestimmen die Blutgruppe eines Menschen. Das Immunsystem erkennt körperfremde Antigene und kann gegen sie Antikörper bilden, was bei Bluttransfusionen oder Organtransplantationen zu gefährlichen Reaktionen führen kann.
Es gibt mehr als 40 international anerkannte Blutgruppensysteme. Die klinisch bedeutsamsten sind:
Bevor Blut übertragen wird, muss eine Blutgruppenbestimmung und ein Kreuzprobentest (Kompatibilitätstest) durchgeführt werden. Wenn ein Patient Blut mit einem fremden Antigen erhält, gegen das er bereits Antikörper besitzt, kann es zu einer hämolytischen Transfusionsreaktion kommen – dabei werden die transfundierten roten Blutkörperchen zerstört. Diese Reaktion kann lebensbedrohlich sein.
Besondere Relevanz haben Blutgruppenantigene bei der Rhesus-Inkompatibilität in der Schwangerschaft. Ist die Mutter Rh-negativ und das ungeborene Kind Rh-positiv, kann das mütterliche Immunsystem Antikörper gegen das kindliche RhD-Antigen bilden. Dies kann in Folgeschwangerschaften zur hämolytischen Erkrankung des Neugeborenen (Morbus haemolyticus neonatorum) führen. Zur Vorbeugung wird Rh-negativen Müttern eine Anti-D-Prophylaxe verabreicht.
Die Ausprägung von Blutgruppenantigenen wird durch Gene gesteuert, die von beiden Elternteilen vererbt werden. Die Blutgruppe eines Menschen ist daher ein stabiles, lebenslang unverändertes Merkmal. Kenntnisse über Blutgruppenantigene sind auch in der Forensik und der Abstammungsdiagnostik von Bedeutung.
Blutgruppenantigene werden im Labor durch serologische Tests nachgewiesen. Dabei werden Blutproben mit bekannten Antikörperlösungen (Testseren) gemischt. Eine Verklumpung (Agglutination) der roten Blutkörperchen zeigt das Vorhandensein des entsprechenden Antigens an. Erweiterte molekulargenetische Methoden erlauben eine genaue Bestimmung seltener Blutgruppen.
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