Borreliose Antibiotika: Therapie & Behandlung
Antibiotika sind die Standardtherapie bei Borreliose. Je nach Stadium und Schwere der Erkrankung werden verschiedene Wirkstoffe eingesetzt.
Wissenswertes über "Borreliose Antibiotika"
Antibiotika sind die Standardtherapie bei Borreliose. Je nach Stadium und Schwere der Erkrankung werden verschiedene Wirkstoffe eingesetzt.
Was ist Borreliose?
Borreliose (auch Lyme-Borreliose genannt) ist eine durch Bakterien der Gattung Borrelia burgdorferi verursachte Infektionskrankheit, die über den Stich infizierter Zecken übertragen wird. Die Erkrankung kann verschiedene Organsysteme betreffen, darunter Haut, Gelenke, Nervensystem und Herz. Eine frühzeitige Behandlung mit Antibiotika ist entscheidend, um Komplikationen zu vermeiden.
Antibiotische Behandlung der Borreliose
Die Therapie der Borreliose richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung sowie den betroffenen Organsystemen. Grundsätzlich gilt: Je früher die Behandlung beginnt, desto effektiver ist sie.
Frühstadium (Erythema migrans)
Im Frühstadium zeigt sich häufig die charakteristische Wanderröte (Erythema migrans) um die Einstichstelle. In diesem Stadium ist eine orale Antibiotikabehandlung in der Regel sehr wirksam:
- Doxycyclin: Mittel der ersten Wahl bei Erwachsenen und Kindern über 8 Jahren. Typische Behandlungsdauer: 10–21 Tage.
- Amoxicillin: Bevorzugt bei Kindern unter 8 Jahren, Schwangeren und stillenden Frauen. Behandlungsdauer: 14–21 Tage.
- Cefuroxim-Axetil: Alternative bei Unverträglichkeit gegenüber Doxycyclin oder Amoxicillin. Behandlungsdauer: 14–21 Tage.
Disseminierte Borreliose (Spätstadium)
Bei fortgeschrittener Borreliose, die das Nervensystem (Neuroborreliose), die Gelenke (Lyme-Arthritis) oder das Herz betrifft, sind oft intensivere Therapien erforderlich:
- Ceftriaxon (intra-venös): Mittel der Wahl bei Neuroborreliose und schweren Verläufen. Behandlungsdauer: 14–28 Tage.
- Penicillin G (intra-venös): Alternative bei intra-venöser Behandlung.
- Doxycyclin (oral): Kann auch bei leichteren Formen der Neuroborreliose eingesetzt werden.
Lyme-Arthritis
Bei einer Lyme-Arthritis, also dem Befall der Gelenke, wird in der Regel zunächst eine orale Therapie mit Doxycyclin oder Amoxicillin für 28 Tage empfohlen. Spricht die Arthritis nicht auf die orale Therapie an, kann eine intra-venöse Behandlung mit Ceftriaxon erforderlich sein.
Wichtige Hinweise zur Antibiotikatherapie
- Die Antibiotika sollten immer über die vollständige verschriebene Dauer eingenommen werden, auch wenn sich die Symptome verbessern.
- Eigenes Absetzen des Antibiotikums kann zu einer unvollständigen Heilung führen.
- Nach einer erfolgreichen Behandlung können bei manchen Patienten Restsymptome wie Müdigkeit oder Gelenkschmerzen bestehen bleiben. Diese werden als Post-Lyme-Syndrom bezeichnet und sind nicht auf eine aktive Infektion zurückzuführen.
- Eine längere oder wiederholte Antibiotikabehandlung wird für das Post-Lyme-Syndrom von den meisten Leitlinien nicht empfohlen.
Nebenwirkungen der verwendeten Antibiotika
Wie alle Medikamente können auch die bei Borreliose eingesetzten Antibiotika Nebenwirkungen haben:
- Doxycyclin: Lichtempfindlichkeit der Haut, Magen-Darm-Beschwerden, Sodbrennen.
- Amoxicillin: Allergische Reaktionen (besonders bei Penicillin-Allergie), Durchfall, Hautausschlag.
- Ceftriaxon: Reaktionen an der Injektionsstelle, Gallenblasenbeschwerden, selten allergische Reaktionen.
Wann sollte ein Arzt aufgesucht werden?
Bei einem Zeckenstich und anschließendem Auftreten einer Wanderröte, Fieber, Gelenk- oder Muskelschmerzen, neurologischen Beschwerden oder Herzrhythmusstörungen sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Eine frühzeitige Diagnose und Therapie verbessert die Heilungsaussichten erheblich.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN): S3-Leitlinie Neuroborreliose, 2018. Verfügbar unter: www.dgn.org
- Stanek G et al. - Lyme borreliosis. Lancet. 2012;379(9814):461-473. PubMed PMID: 21903253.
- Wormser GP et al. - The clinical assessment, treatment, and prevention of Lyme disease, human granulocytic anaplasmosis, and babesiosis: clinical practice guidelines by the Infectious Diseases Society of America. Clin Infect Dis. 2006;43(9):1089-1134.
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