Borreliose heilbar – Behandlung & Heilungschancen
Ist Borreliose heilbar? Ja, eine frühzeitig erkannte Borreliose ist mit Antibiotika gut behandelbar und in den meisten Fällen vollständig heilbar.
Wissenswertes über "Borreliose heilbar"
Ist Borreliose heilbar? Ja, eine frühzeitig erkannte Borreliose ist mit Antibiotika gut behandelbar und in den meisten Fällen vollständig heilbar.
Ist Borreliose heilbar?
Die Borreliose (auch Lyme-Borreliose genannt) ist eine durch Bakterien der Gattung Borrelia burgdorferi verursachte Infektionskrankheit, die hauptsächlich durch den Stich infizierter Zecken übertragen wird. Die gute Nachricht: In den meisten Fällen ist die Erkrankung vollständig heilbar, wenn sie frühzeitig erkannt und korrekt behandelt wird.
Frühzeitige Behandlung – beste Heilungschancen
Im Frühstadium der Borreliose – erkennbar am typischen Wanderrötem (Erythema migrans), einer sich ausbreitenden rötlichen Hautveränderung um die Einstichstelle – ist die Behandlung mit Antibiotika (meist Doxycyclin, Amoxicillin oder Cefuroxim) in der Regel sehr erfolgreich. Die Therapiedauer beträgt typischerweise 10 bis 21 Tage. Die überwiegende Mehrheit der Patienten wird durch diese Behandlung vollständig geheilt.
Spätborreliose – schwieriger zu behandeln
Wird die Borreliose spät erkannt oder bleibt sie unbehandelt, kann sie sich auf verschiedene Organe ausbreiten und schwerere Verläufe verursachen, wie:
- Neuroborreliose (Befall des Nervensystems)
- Lyme-Arthritis (Gelenkentzündungen)
- Kardiale Borreliose (Herzprobleme wie Leitungsstörungen)
Auch im Spätstadium ist eine Heilung möglich, allerdings sind längere oder intravenous verabreichte Antibiotika-Therapien nötig. Die Heilungsrate ist im Vergleich zum Frühstadium etwas geringer, aber bei korrekter Behandlung immer noch sehr gut.
Post-Lyme-Syndrom – anhaltende Beschwerden
Bei einem kleinen Teil der Patienten halten Beschwerden wie Müdigkeit, Gelenkschmerzen oder kognitive Einschränkungen auch nach abgeschlossener Antibiotika-Therapie über Monate an. Dieses Phänomen wird als Post-Lyme-Syndrom oder PTLDS (Post-Treatment Lyme Disease Syndrome) bezeichnet. Die genauen Ursachen sind noch nicht vollständig geklärt; eine verlängerte Antibiotika-Therapie zeigt in diesen Fällen laut Studienlage keinen zusätzlichen Nutzen. Symptomatische und unterstützende Maßnahmen stehen hier im Vordergrund.
Diagnose der Borreliose
Die Diagnose wird in der Regel durch eine Kombination aus klinischen Zeichen (z.B. Wanderrötem), der Krankengeschichte (Zeckenstich) und Bluttests (Antikörper-Nachweis mittels ELISA und Western Blot) gestellt. Im Frühstadium können Bluttests noch negativ sein, da das Immunsystem noch keine Antikörper gebildet hat.
Vorbeugung ist der beste Schutz
Da es derzeit keinen zugelassenen Impfstoff gegen Borreliose für Menschen in Europa gibt, ist Prävention besonders wichtig:
- Lange Kleidung bei Aufenthalten in Wald und Wiesen tragen
- Insektenschutzmittel verwenden
- Körper nach dem Aufenthalt im Freien sorgfältig auf Zecken absuchen
- Zecken so früh wie möglich entfernen (innerhalb von 24 Stunden sinkt das Infektionsrisiko erheblich)
Quellen
- Robert Koch-Institut (RKI): Lyme-Borreliose – RKI-Ratgeber. Verfügbar unter: www.rki.de (2023).
- Wormser GP et al.: The Clinical Assessment, Treatment, and Prevention of Lyme Disease, Human Granulocytic Anaplasmosis, and Babesiosis. Clinical Infectious Diseases, 43(9):1089–1134 (2006).
- Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN): Leitlinie Neuroborreliose (2018). Verfügbar unter: www.dgn.org.
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