Borreliose Test – Diagnose & Ablauf erklärt
Der Borreliose Test ist ein Bluttest zur Diagnose der Lyme-Borreliose, einer durch Zecken übertragenen Infektionskrankheit. Er misst Antikörper gegen Borrelien-Bakterien.
Wissenswertes über "Borreliose Test"
Der Borreliose Test ist ein Bluttest zur Diagnose der Lyme-Borreliose, einer durch Zecken übertragenen Infektionskrankheit. Er misst Antikörper gegen Borrelien-Bakterien.
Was ist ein Borreliose Test?
Der Borreliose Test ist ein diagnostisches Verfahren, das eingesetzt wird, um eine Infektion mit Borrelien (lat. Borrelia burgdorferi und verwandte Arten) nachzuweisen. Diese Bakterien werden durch den Stich infizierter Zecken auf den Menschen übertragen und können die sogenannte Lyme-Borreliose auslösen. Der Test wird in der Regel als Blutuntersuchung durchgeführt und analysiert, ob der Körper spezifische Antikörper gegen Borrelien gebildet hat.
Wann wird der Test durchgeführt?
Ein Borreliose Test wird ärztlich angeordnet, wenn der Verdacht auf eine Borrelien-Infektion besteht. Typische Anlässe sind:
- Auftreten einer charakteristischen Wanderröte (Erythema migrans) nach einem Zeckenstich
- Unerklärliche Gelenkschmerzen, Nervenschäden oder Herzrhythmusstörungen nach möglichem Zeckenkontakt
- Anhaltende Beschwerden wie Müdigkeit, Muskelschmerzen oder Konzentrationsprobleme nach einem Zeckenstich
- Klinischer Verdacht auf späte Manifestationen der Borreliose (z. B. Lyme-Arthritis oder Neuroborreliose)
Wie funktioniert der Borreliose Test?
Die Diagnostik der Lyme-Borreliose erfolgt in der Regel in einem zweistufigen Testverfahren:
Stufe 1: ELISA oder CLIA (Suchtest)
Im ersten Schritt wird ein ELISA (Enzyme-linked Immunosorbent Assay) oder ein vergleichbares Verfahren (z. B. CLIA) eingesetzt. Dieser Test prüft, ob im Blut IgM- und IgG-Antikörper gegen Borrelien vorhanden sind. IgM-Antikörper treten früh nach einer Infektion auf, während IgG-Antikörper später gebildet werden und auf eine chronische oder fortgeschrittene Infektion hinweisen können.
Stufe 2: Immunoblot (Bestätigungstest)
Bei einem positiven oder grenzwertigen ELISA-Ergebnis folgt als zweiter Schritt ein Immunoblot (auch Western Blot genannt). Dieser Test ist spezifischer und prüft, ob die nachgewiesenen Antikörper tatsächlich gegen borrelienspezifische Proteine gerichtet sind. Erst ein positiver Befund in beiden Stufen gilt als labordiagnostischer Nachweis einer Borrelien-Infektion.
Interpretation der Ergebnisse
Die Interpretation eines Borreliose Tests erfordert immer eine klinische Beurteilung durch einen Arzt, da:
- Ein positives Ergebnis allein keine aktive Erkrankung beweist – Antikörper können noch Jahre nach einer ausgeheilten Infektion nachweisbar sein.
- Ein negatives Ergebnis eine Borreliose nicht vollständig ausschließt, insbesondere in den ersten Wochen nach einem Zeckenstich, da die Antikörperbildung Zeit benötigt (diagnostisches Fenster).
- Kreuzreaktionen mit anderen Infektionen (z. B. EBV, Syphilis) können zu falsch-positiven Ergebnissen führen.
Weitere diagnostische Methoden
Neben der Antikörperdiagnostik gibt es weitere Verfahren, die je nach klinischer Situation eingesetzt werden:
- PCR-Test (Polymerasekettenreaktion): Direkter Nachweis von Borrelien-DNA, z. B. in Gelenkflüssigkeit bei Verdacht auf Lyme-Arthritis oder in der Haut bei bestimmten Manifestationen. Weniger sensitiv im Blut.
- Liquoranalyse: Bei Verdacht auf Neuroborreliose wird Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit (Liquor) untersucht, um borrelienspezifische Antikörper direkt im Nervensystem nachzuweisen.
- Klinische Untersuchung: Das Erythema migrans (Wanderröte) ist so charakteristisch, dass es allein ausreicht, um die Diagnose zu stellen – ohne Labortest.
Behandlung nach positivem Befund
Bei bestätigter Lyme-Borreliose erfolgt die Behandlung mit Antibiotika. Je nach Stadium und Manifestation der Erkrankung werden typischerweise eingesetzt:
- Doxycyclin (oral, häufig bei früher Borreliose und Neuroborreliose)
- Amoxicillin oder Cefuroxim (oral, als Alternative)
- Ceftriaxon (intravenös, bei schweren Verläufen oder Neuroborreliose)
Die Behandlungsdauer beträgt in der Regel 2 bis 4 Wochen, abhängig vom Krankheitsstadium und dem Ansprechen auf die Therapie.
Quellen
- Robert Koch-Institut (RKI): Lyme-Borreliose – RKI-Ratgeber. Verfügbar unter: www.rki.de (Stand 2023).
- Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN): Leitlinie Neuroborreliose. AWMF-Register Nr. 030/071, 2018.
- Stanek G. et al.: Lyme borreliosis. The Lancet, 2012; 379(9814): 461–473.
Meistgekaufte Produkte
Der universelle Immunschutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Immunproteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des Immunsystems
Für eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac, Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Die neusten Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieVitamin A K D
Wasserretentionsanalyse
Jejunumschleimhautmarker
Die meistgelesenen Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieMagnesiumcarbonat
Kaloriengehalt
Kölner Liste
Verwandte Suchbegriffe: Borreliose Test