Borreliose Wanderröte – Erythema migrans erklärt
Die Wanderröte ist das typische Frühsymptom einer Borreliose und zeigt sich als roter, sich ausbreitender Hautausschlag nach einem Zeckenstich.
Wissenswertes über "Borreliose Wanderröte"
Die Wanderröte ist das typische Frühsymptom einer Borreliose und zeigt sich als roter, sich ausbreitender Hautausschlag nach einem Zeckenstich.
Was ist die Wanderröte bei Borreliose?
Die Wanderröte (medizinisch: Erythema migrans) ist das charakteristische Hautzeichen der frühen Lyme-Borreliose, einer durch Borrelien verursachten bakteriellen Infektionskrankheit. Sie tritt typischerweise einige Tage bis wenige Wochen nach einem Stich einer infizierten Zecke auf und gilt als wichtigstes Leitsymptom für die Diagnose einer Borreliose im Frühstadium.
Ursachen
Die Borreliose wird durch Borrelia burgdorferi sensu lato, eine Gruppe spiralförmiger Bakterien (Spirochäten), verursacht. Die Übertragung erfolgt durch den Stich infizierter Schildzecken (Ixodes ricinus in Europa). Nicht jeder Zeckenstich führt zu einer Infektion – das Risiko steigt mit der Dauer des Zeckenstichs (ab etwa 12–24 Stunden Anheftzeit).
Symptome
Typisches Aussehen der Wanderröte
- Roter, ringförmiger Hautausschlag rund um die Einstichstelle
- Durchmesser üblicherweise größer als 5 cm
- Charakteristische Ausdehnung nach außen (daher „wandernd“)
- Häufig mit einem blassen Zentrum („Schießscheibenmuster“), aber auch homogen rot möglich
- Meist nicht schmerzhaft, kann aber leicht jücken oder wärmen
Begleitende Allgemeinsymptome
- Müdigkeit und Abgeschlagenheit
- Leichtes Fieber oder Schüttelfrost
- Kopf- und Gliederschmerzen
- Lymphknotenschwellungen in der Nähe der Einstichstelle
Diagnose
Die Diagnose der frühen Borreliose mit Wanderröte ist in erster Linie eine klinische Diagnose. Der Arzt stellt die Diagnose anhand des typischen Hautbildes in Verbindung mit einem möglichen Zeckenstich in der Vorgeschichte. Bluttests auf Borrelien-Antikörper (ELISA und Western Blot) sind im Frühstadium häufig noch negativ, da das Immunsystem noch keine ausreichende Antikörperantwort gebildet hat. Ein negatives Testergebnis schließt eine Borreliose bei typischer Wanderröte daher nicht aus.
Behandlung
Die Wanderröte und die damit verbundene frühe Borreliose werden mit Antibiotika behandelt. Eine frühzeitige Therapie ist wichtig, um das Fortschreiten der Infektion in spätere, komplizierte Stadien zu verhindern.
- Erstmittel der Wahl: Doxycyclin (oral, 14–21 Tage) – nicht für Kinder unter 8 Jahren und Schwangere
- Alternativen: Amoxicillin oder Cefuroxim-Axetil (14–21 Tage), insbesondere bei Kindern und Schwangeren
- Bei frühzeitiger und vollständiger Behandlung ist die Prognose sehr gut
Wann zum Arzt?
Bei jedem Auftreten eines sich ausbreitenden Hautausschlags nach einem Zeckenstich sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden, auch wenn der Stich möglicherweise nicht bemerkt wurde. Auch ohne sichtbare Wanderröte – bei anhaltender Müdigkeit, Gelenk- oder Nervenbeschwerden nach einem Zeckenstich – ist eine ärztliche Abklärung empfehlenswert.
Quellen
- Robert Koch-Institut (RKI): Lyme-Borreliose – Ratgeber für Ärzte. Berlin, 2023. Verfügbar unter: www.rki.de
- Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) et al.: S3-Leitlinie Neuroborreliose, 2018.
- Stanek G, Wormser GP, Gray J, Strle F: Lyme borreliosis. Lancet. 2012;379(9814):461–473. doi:10.1016/S0140-6736(11)60103-7
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