Borreliose Zeckenbiss – Symptome & Behandlung
Borreliose ist eine durch Zeckenbisse übertragene Infektionskrankheit. Frühzeitige Erkennung und Behandlung sind entscheidend für eine vollständige Genesung.
Wissenswertes über "Borreliose Zeckenbiss"
Borreliose ist eine durch Zeckenbisse übertragene Infektionskrankheit. Frühzeitige Erkennung und Behandlung sind entscheidend für eine vollständige Genesung.
Was ist Borreliose durch Zeckenbiss?
Borreliose (auch Lyme-Borreliose genannt) ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die durch den Biss infizierter Zecken übertragen wird. Der Erreger ist das Bakterium Borrelia burgdorferi, das zur Gruppe der Spirochäten gehört. In Europa und Nordamerika zählt die Borreliose zu den häufigsten durch Zecken übertragenen Erkrankungen.
Ursachen und Übertragung
Die Krankheit wird fast ausschließlich durch den Stich infizierter Zecken der Gattung Ixodes (z. B. der gemeinen Holzbockzecke Ixodes ricinus) übertragen. Nicht jede Zecke trägt den Erreger in sich. Die Übertragungswahrscheinlichkeit steigt, je länger die Zecke am Körper verbleibt – in der Regel beginnt die Übertragung nach etwa 16 bis 24 Stunden.
- Aufenthalt in Wäldern, hohem Gras oder Gestrüpp erhöht das Risiko
- Zecken sind vor allem in den Monaten März bis November aktiv
- Risikogebiete in Deutschland sind besonders Süddeutschland, aber auch andere Regionen
- Eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch findet nicht statt
Symptome
Die Borreliose verläuft in mehreren Stadien, wobei nicht alle Stadien zwingend auftreten müssen:
Frühstadium (Wochen nach dem Biss)
- Wanderröte (Erythema migrans): Eine ringförmige Rötung um die Bissstelle, die sich nach außen ausbreitet – das klassische Leitsymptom
- Allgemeine Grippesymptome: Müdigkeit, Kopfschmerzen, Fieber, Gliederschmerzen
- Geschwollene Lymphknoten
Spätstadium (Monate bis Jahre nach dem Biss)
- Neuroborreliose: Beteiligung des Nervensystems mit Lähmungen, Taubheitsgefühl oder starken Schmerzen
- Lyme-Arthritis: Gelenkentzündungen, häufig in den Knie-, Hüft- oder Sprunggelenken
- Herzrhythmusstörungen (seltener)
- Acrodermatitis chronica atrophicans: Chronische Hautentzündung, vor allem an den Extremitäten
Diagnose
Die Diagnose basiert auf einer Kombination aus klinischen Befunden und Laboruntersuchungen:
- Anamnese: Zeckenstich, Aufenthalt in Risikogebieten, typische Symptome
- ELISA-Test: Nachweis von Antikörpern gegen Borrelien im Blut als Screeningtest
- Western-Blot: Bestätigungstest bei positivem ELISA-Ergebnis
- Bei Verdacht auf Neuroborreliose: Untersuchung des Nervenwassers (Liquordiagnostik)
- Bildgebende Verfahren bei Gelenkbeteiligung
Wichtig: Antikörper können erst Wochen nach dem Biss nachgewiesen werden. Ein negatives Testergebnis schließt eine frühe Borreliose nicht aus.
Behandlung
Die Borreliose wird mit Antibiotika behandelt. Eine frühzeitige Therapie führt in der Regel zu einer vollständigen Heilung.
- Frühstadium: Orale Antibiotika wie Doxycyclin, Amoxicillin oder Cefuroxim über 2 bis 3 Wochen
- Spätstadium / Neuroborreliose: Intravenöse Gabe von Ceftriaxon über 2 bis 4 Wochen
- Bei Lyme-Arthritis: Antibiotikatherapie, ggf. ergänzt durch entzündungshemmende Medikamente
Nach einer erfolgreichen Behandlung können einzelne Beschwerden wie Müdigkeit oder Gelenkschmerzen noch für einige Zeit anhalten. Dies wird als Post-Treatment-Lyme-Disease-Syndrom bezeichnet.
Vorbeugung
Da es keinen zugelassenen Impfstoff gegen Borreliose in Europa gibt, sind Schutzmaßnahmen besonders wichtig:
- Lange Kleidung und geschlossene Schuhe beim Aufenthalt in der Natur tragen
- Zeckenabweisende Mittel (Repellentien) verwenden
- Körper nach dem Aufenthalt im Freien sorgfältig auf Zecken absuchen
- Gefundene Zecken so schnell wie möglich mit einer Zeckenzange oder Pinzette entfernen – nicht quetschen oder drehen
- Bissstelle nach dem Entfernen beobachten und bei Wanderröte sofort einen Arzt aufsuchen
Quellen
- Robert Koch-Institut (RKI): Borreliose (Lyme-Borreliose) – RKI-Ratgeber. Verfügbar unter: www.rki.de (abgerufen 2024)
- Stanek G et al.: Lyme borreliosis. Lancet. 2012;379(9814):461–473. DOI: 10.1016/S0140-6736(11)60103-7
- Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN): Leitlinie Neuroborreliose. AWMF-Registernummer 030/071 (2018)
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