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Borsäuresalze sind chemische Verbindungen der Borsäure, die in Medizin, Pharmazie und Industrie eingesetzt werden. Sie wirken antimikrobiell und werden u. a. zur Wundbehandlung und Augenspülung genutzt.
Borsäuresalze sind chemische Verbindungen der Borsäure, die in Medizin, Pharmazie und Industrie eingesetzt werden. Sie wirken antimikrobiell und werden u. a. zur Wundbehandlung und Augenspülung genutzt.
Borsäuresalze (auch Boratsalze genannt) sind anorganische Verbindungen, die durch Reaktion von Borsäure (H₃BO₃) mit Basen entstehen. Das bekannteste Borsäuresalz ist Natriumtetraborat, auch bekannt als Borax (Na₂B₄O₇). Diese Verbindungen kommen natürlich in der Erde, in Mineralwasser und in einigen Lebensmitteln vor. In der Medizin und Pharmazie werden sie wegen ihrer antimikrobiellen und puffernden Eigenschaften eingesetzt.
Borsäuresalze basieren auf dem Element Bor, einem Halbmetall, das in der Natur nicht in reiner Form vorkommt. In wässriger Lösung setzen Borate Borationen frei, die mit biologischen Molekülen wie Zuckern und Proteinen wechselwirken können. Bekannte Vertreter sind:
Borsäuresalze haben eine lange Geschichte in der Medizin. Ihre wichtigsten Anwendungsgebiete umfassen:
Borate hemmen das Wachstum von Bakterien, Pilzen und einigen Viren. Borax und Borsäurelösungen wurden historisch zur Wunddesinfektion und Schleimhautbehandlung eingesetzt. In der modernen Medizin werden sie seltener verwendet, da wirksamere Antiseptika verfügbar sind.
Verdünnte Borax-Lösungen wurden traditionell als Augenspülmittel eingesetzt. Sie haben einen leicht basischen pH-Wert und können gereizte Augen beruhigen. Heute sind sie in vielen Ländern durch modernere und besser verträgliche Augentropfen ersetzt worden.
In der Gynäkologie werden Borsäure-Vaginalzäpfchen in einigen Ländern zur Behandlung von rekurrenten vaginalen Pilzinfektionen (insbesondere durch Candida glabrata) und bakterieller Vaginose eingesetzt, wenn Standardtherapien versagen. Dies erfolgt ausschließlich unter ärztlicher Aufsicht.
Als milde antiseptische Verbindung wurden Boratsalze zur Behandlung von Hautinfektionen, leichten Verbrennungen und Ekzemen verwendet. Heutzutage sind diese Anwendungen weitgehend durch modernere Präparate ersetzt worden.
Borsäuresalze entfalten ihre antimikrobielle Wirkung durch mehrere Mechanismen:
Borsäure und ihre Salze (z. B. E284 Borsäure, E285 Natriumtetraborat) sind in der Europäischen Union als Lebensmittelzusatzstoff zugelassen, jedoch nur für sehr wenige spezifische Produkte wie bestimmte Kaviararten. In den meisten Lebensmitteln sind Borverbindungen verboten, da sie in höheren Dosen toxisch wirken können.
Borsäuresalze gelten bei topischer Anwendung in niedrigen Konzentrationen als relativ sicher. Bei übermäßiger Aufnahme über die Haut, durch Verschlucken oder Inhalation können jedoch toxische Effekte auftreten:
Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) hat Borax (Natriumtetraborat) als besonders besorgniserregenden Stoff (SVHC) eingestuft. Der Einsatz in Verbraucherprodukten ist in der EU stark eingeschränkt.
Neben medizinischen Anwendungen werden Borsäuresalze in verschiedenen Industrien eingesetzt:
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