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Bouchard Arthrose: Ursachen, Symptome & Therapie

Die Bouchard Arthrose ist eine Gelenkerkrankung der Fingermittelgelenke. Sie verursacht Schmerzen, Schwellungen und Bewegungseinschränkungen und zählt zu den häufigen Formen der Handarthrose.

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Wissenswertes über "Bouchard Arthrose"

Die Bouchard Arthrose ist eine Gelenkerkrankung der Fingermittelgelenke. Sie verursacht Schmerzen, Schwellungen und Bewegungseinschränkungen und zählt zu den häufigen Formen der Handarthrose.

Was ist die Bouchard Arthrose?

Die Bouchard Arthrose (auch bekannt als Bouchard-Arthrose) ist eine degenerative Erkrankung der proximalen Interphalangealgelenke (PIP-Gelenke) – also der Fingermittelgelenke. Sie ist nach dem französischen Arzt Charles-Joseph Bouchard benannt, der im 19. Jahrhundert knollenartige Gelenkveränderungen an diesen Gelenken beschrieb. Im Verlauf der Erkrankung bilden sich knochige Aufwülbungen an den Mittelgelenken der Finger, die sogenannten Bouchard-Knoten. Diese Erkrankung gehört zur Gruppe der Handarthrosen und tritt häufig gemeinsam mit der Heberden-Arthrose (an den Fingerendgelenken) oder der Rhizarthrose (Daumensattelgelenk-Arthrose) auf.

Ursachen

Die Bouchard Arthrose entsteht durch den fortschreitenden Abbau des Gelenkknorpels in den Fingermittelgelenken. Verschiedene Faktoren können diesen Prozess begünstigen:

  • Alter: Das Risiko steigt ab dem 50. Lebensjahr deutlich an.
  • Genetische Veranlagung: Eine familiäre Häufung ist bekannt; die Erkrankung wird teilweise vererbt.
  • Geschlecht: Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer, insbesondere nach der Menopause.
  • Mechanische Überlastung: Langjährige, repetitive Belastung der Hände (z. B. bei handwerklichen Berufen) kann das Risiko erhöhen.
  • Frühere Verletzungen: Gelenkverletzungen oder Frakturen an den Fingern können eine frühzeitige Arthrose begünstigen.
  • Stoffwechselerkrankungen: Erkrankungen wie Diabetes mellitus oder Gicht können den Knorpelabbau beschleunigen.

Symptome

Die Bouchard Arthrose entwickelt sich typischerweise schleichend über viele Jahre. Folgende Beschwerden sind charakteristisch:

  • Schmerzen an den Fingermittelgelenken, besonders bei Belastung und Bewegung
  • Morgensteifigkeit der Finger, die sich nach kurzer Bewegung bessert
  • Schwellung der betroffenen Gelenke, die tastbar und sichtbar ist
  • Knochige Verdickungen (Bouchard-Knoten) an den Mittelgelenken
  • Bewegungseinschränkung: Das Beugen und Strecken der betroffenen Finger ist erschwert
  • Gefühl von Wärme und Rötung im Schub (aktive Entzündungsphase)
  • In späteren Stadien: dauerhafte Gelenkdeformität und Kraftverlust

Diagnose

Die Diagnose der Bouchard Arthrose wird üblicherweise durch eine Kombination aus klinischer Untersuchung und bildgebenden Verfahren gestellt:

  • Anamnese und körperliche Untersuchung: Der Arzt befragt den Patienten zu Beschwerden, Verlauf und familiärer Vorgeschichte und tastet die Gelenke ab.
  • Röntgenaufnahme der Hände: Typische Zeichen sind Gelenkspaltverschmälerung, Knochenanbauten (Osteophyten) und Gelenkflächenveränderungen.
  • Ultraschall: Ermöglicht die Beurteilung von Gelenkergüssen und Weichteilveränderungen.
  • MRT (Magnetresonanztomographie): In Einzelfällen zur Beurteilung des Knorpels und der umliegenden Strukturen.
  • Laboruntersuchungen: Zum Ausschluss entzündlicher Gelenkerkrankungen wie rheumatoider Arthritis (z. B. Rheumafaktor, CRP, BSG).

Behandlung

Eine Heilung der Bouchard Arthrose ist nicht möglich, da der abgebaute Knorpel sich nicht regeneriert. Die Behandlung zielt darauf ab, Schmerzen zu lindern, die Gelenkfunktion zu erhalten und den Krankheitsverlauf zu verlangsamen.

Konservative Therapie

  • Physiotherapie und Ergotherapie: Spezielle Übungen zur Mobilisierung und Kräftigung der Fingergelenke sowie Hilfsmittelversorgung (z. B. orthopädische Schienen).
  • Schmerzmedikamente: Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Diclofenac werden bei Schmerzen eingesetzt, jedoch nur kurzfristig wegen möglicher Nebenwirkungen.
  • Lokale Therapie: Aufträgen von Schmerzsalben (z. B. mit Diclofenac) direkt auf die betroffenen Gelenke.
  • Kortison-Injektionen: Bei akuten Entzündungsschüben können Kortisoninjektionen in das Gelenk die Beschwerden lindern.
  • Wärme- und Kälteanwendungen: Wärme entspannt die Muskulatur, Kälte lindert akute Entzündungen.
  • Gelenkschutz (Joint Protection): Schonende Bewegungsweise im Alltag, um Überlastungen zu vermeiden.

Operative Therapie

Bei schwerer Gelenkzerstörung und stark eingeschränkter Lebensqualität kommen operative Eingriffe in Betracht:

  • Gelenkversteifung (Arthrodese): Das Gelenk wird in einer funktionsgünstigen Stellung dauerhaft versteift, was Schmerzfreiheit ermöglicht.
  • Gelenkersatz (Endoprothese): Seltener Eingriff bei den Fingermittelgelenken, bei dem das beschädigte Gelenk durch ein künstliches ersetzt wird.

Verlauf und Prognose

Die Bouchard Arthrose ist eine chronisch-progrediente Erkrankung, die sich über viele Jahre langsam verschlechtert. Durch eine frühzeitige Behandlung und regelmäßige physiotherapeutische Maßnahmen kann der Verlauf jedoch positiv beeinflusst werden. Mit der richtigen Therapie ist es vielen Betroffenen möglich, ihre Handfunktion langfristig weitgehend zu erhalten und den Alltag weitgehend selbstständig zu bewältigen.

Quellen

  1. Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC): Leitlinie Gonarthrose und Handarthrose, 2023.
  2. Hauselmann HJ, Rizzoli R. A comprehensive review of treatments for postmenopausal osteoporosis. Osteoporos Int. 2003.
  3. Altman R et al. Development of criteria for the classification and reporting of osteoarthritis. Arthritis Rheum. 1990;33(11):1601–1610.
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