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Bradykinin ist ein körpereigenes Peptidhormon, das Entzündungsreaktionen, Schmerzempfinden und die Gefäßerweiterung reguliert. Es spielt eine zentrale Rolle im Kallikrein-Kinin-System.
Bradykinin ist ein körpereigenes Peptidhormon, das Entzündungsreaktionen, Schmerzempfinden und die Gefäßerweiterung reguliert. Es spielt eine zentrale Rolle im Kallikrein-Kinin-System.
Bradykinin ist ein biologisch aktives Peptid aus neun Aminosäuren, das im menschlichen Körper als wichtiger Mediator für Entzündungen, Schmerzen und die Regulierung des Blutdrucks wirkt. Es gehört zur Gruppe der Kinine und wird im Rahmen des sogenannten Kallikrein-Kinin-Systems gebildet. Der Name leitet sich vom griechischen Wort für langsam (bradys) und bewegen (kinein) ab, da Bradykinin eine langsame Kontraktion der Darmmuskulatur auslöst.
Bradykinin entsteht durch die enzymatische Spaltung des Vorläuferproteins Kininogen durch das Enzym Kallikrein. Diese Reaktion kann durch verschiedene Reize wie Gewebeverletzungen, Infektionen oder allergische Reaktionen ausgelöst werden.
Bradykinin entfaltet seine Wirkung durch die Bindung an spezifische Rezeptoren:
Bradykinin ist an einer Vielzahl von physiologischen und pathophysiologischen Prozessen beteiligt:
Bradykinin wird durch das Enzym Angiotensin-Converting-Enzyme (ACE) abgebaut. ACE-Hemmer, die häufig zur Behandlung von Bluthochdruck eingesetzt werden, blockieren diesen Abbau. Dies führt zu einem Anstieg des Bradykinin-Spiegels im Blut, was einerseits zur blutdrucksenkenden Wirkung beiträgt, andererseits aber auch den typischen Reizhusten als Nebenwirkung von ACE-Hemmern erklären kann.
Eine besonders wichtige klinische Rolle spielt Bradykinin beim hereditären Angioödem (HAE). Bei dieser seltenen genetischen Erkrankung kommt es zu unkontrollierten Bradykinin-Ausschüttungen, die lebensbedrohliche Schwellungen von Haut, Schleimhäuten und inneren Organen verursachen können. Spezifische Bradykinin-Antagonisten wie Icatibant werden zur gezielten Behandlung dieser Attacken eingesetzt.
Da Bradykinin ein starker Schmerzauslöser ist, ist es Gegenstand intensiver Forschung zur Entwicklung neuer Schmerzmedikamente. Bradykinin-Rezeptor-Antagonisten könnten künftig bei der Behandlung chronischer Schmerzzustände eine Rolle spielen.
Bradykinin hat eine sehr kurze Halbwertszeit im Blut von nur wenigen Sekunden. Es wird hauptsächlich durch folgende Enzyme abgebaut:
Dieser schnelle Abbau begrenzt die lokale und systemische Wirkung von Bradykinin unter normalen Bedingungen.
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