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Bronchiolitis: Ursachen, Symptome & Behandlung

Bronchiolitis ist eine häufige Atemwegserkrankung, die vor allem Säuglinge betrifft und die kleinen Atemwege (Bronchiolen) entzündet. Erfahren Sie mehr über Ursachen, Symptome und Behandlung.

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Wissenswertes über "Bronchiolitis"

Bronchiolitis ist eine häufige Atemwegserkrankung, die vor allem Säuglinge betrifft und die kleinen Atemwege (Bronchiolen) entzündet. Erfahren Sie mehr über Ursachen, Symptome und Behandlung.

Was ist Bronchiolitis?

Die Bronchiolitis ist eine akute Entzündung der kleinen Atemwege, der sogenannten Bronchiolen. Diese feinen Luftröhrchen führen die Luft tief in die Lunge. Bei einer Bronchiolitis schwellen die Schleimhäute an, es bildet sich vermehrter Schleim, und die Atemwege können teilweise verstopfen. Die Erkrankung betrifft hauptsächlich Säuglinge und Kleinkinder unter zwei Jahren, kann aber in selteneren Fällen auch ältere Kinder und Erwachsene treffen.

Ursachen

In den meisten Fällen wird die Bronchiolitis durch Viren ausgelöst. Der häufigste Erreger ist das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV). Weitere mögliche Auslöser sind:

  • Influenzaviren (Grippeviren)
  • Parainfluenzaviren
  • Adenoviren
  • Rhinoviren (häufige Erkältungsviren)
  • Humanes Metapneumovirus (hMPV)

Die Übertragung erfolgt meist durch Tröpfcheninfektion (Niesen, Husten) oder durch direkten Kontakt mit infizierten Personen. Die Erkrankung tritt besonders häufig in den Herbst- und Wintermonaten auf.

Risikofaktoren

Bestimmte Faktoren erhöhen das Risiko für einen schweren Verlauf der Bronchiolitis:

  • Frühgeborene Kinder (vor der 37. Schwangerschaftswoche)
  • Angeborene Herzfehler
  • Lungenerkrankungen wie z.B. bronchopulmonale Dysplasie
  • Immunschwäche
  • Alter unter drei Monaten
  • Passivrauchbelastung in der Familie

Symptome

Die Bronchiolitis beginnt typischerweise mit Symptomen ähnlich einem gewöhnlichen Schnupfen:

  • Laufende Nase und Niesen
  • Leichtes Fieber
  • Husten

Im Verlauf von einigen Tagen können sich die Beschwerden verschlechtern und weitere Symptome hinzukommen:

  • Pfeifende Atemgeräusche beim Ausatmen (Giemen)
  • Beschleunigte Atmung (Tachypnoe)
  • Einziehungen der Atemhilfsmuskulatur (sichtbares Anstrengen beim Atmen)
  • Trinkschwierigkeiten und Appetitlosigkeit
  • Bläuliche Verfärbung der Lippen oder Fingernägel (Zyanose) in schweren Fällen

Bei Anzeichen von Atemnot, Zyanose oder wenn das Kind weniger als die Hälfte der normalen Trinkmenge zu sich nimmt, sollte umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.

Diagnose

Die Diagnose der Bronchiolitis wird in erster Linie klinisch gestellt, das heißt durch eine gründliche körperliche Untersuchung und die Beurteilung der Krankengeschichte. Der Arzt oder die Ärztin hört dabei die Lunge ab und beobachtet die Atemfrequenz sowie das Atemmuster des Kindes. Zusätzliche Untersuchungen können sein:

  • Pulsoxymetrie: Messung des Sauerstoffgehalts im Blut
  • Nasenabstrich: Virusnachweis (z.B. RSV-Schnelltest)
  • Röntgenaufnahme der Lunge: Nur bei Unsicherheit oder Komplikationen
  • Blutuntersuchung: Bei Verdacht auf bakterielle Superinfektion

Behandlung

Die Behandlung der Bronchiolitis ist in den meisten Fällen unterstützend und symptomatisch, da keine spezifische antivirale Therapie verfügbar ist. Die wichtigsten Maßnahmen umfassen:

Unterstützende Pflege

  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr sicherstellen (regelmäßiges Trinken, bei Bedarf über Sonde oder Infusion)
  • Nasenabsaugung zur Erleichterung der Atmung
  • Körperpflege und Fiebersenkung mit Paracetamol oder Ibuprofen (nach ärztlicher Rücksprache)
  • Lagerung mit leicht erhöhtem Oberkörper

Sauerstofftherapie

Bei erniedrigten Sauerstoffsättigungswerten (unter 90–92%) wird Sauerstoff über eine Nasenbrille oder Maske zugeführt.

Stationnäre Behandlung

Schwere Fälle erfordern einen Krankenhausaufenthalt, in seltenen Fällen auch eine maschinelle Belüftung (künstliche Beatmung). Antibiotika werden nur bei nachgewiesener bakterieller Superinfektion eingesetzt.

Prävention

Seit 2023 stehen in Deutschland neue Möglichkeiten zur Verfügung, um Säuglinge vor schweren RSV-Verläufen zu schützen:

  • Nirsevimab (Beyfortus®): Ein monoklonaler Antikörper, der Säuglingen in der RSV-Saison einmalig injiziert wird und vor schwerer RSV-Bronchiolitis schützt.
  • RSV-Impfung für Schwangere: Impfung der Mutter während der Schwangerschaft zum Schutz des Neugeborenen.
  • Händehygiene und Meiden von Kontakten mit erkrankten Personen
  • Stillen fördert die Immunabwehr des Säuglings

Prognose

Die Mehrzahl der Kinder mit Bronchiolitis erholt sich innerhalb von ein bis drei Wochen vollständig. Bei Risikokindern oder bei schweren Verläufen können jedoch Komplikationen auftreten. Einige Studien zeigen, dass eine durchgemachte Bronchiolitis das Risiko für späteres Asthma bronchiale erhöhen kann, wobei der genaue Zusammenhang noch erforscht wird.

Quellen

  1. World Health Organization (WHO): Acute respiratory infections in children. Geneva: WHO; 2023. Verfügbar unter: https://www.who.int
  2. Ralston SL et al. - Clinical Practice Guideline: The Diagnosis, Management, and Prevention of Bronchiolitis. Pediatrics. 2014;134(5):e1474-e1502. doi:10.1542/peds.2014-2742
  3. Robert Koch-Institut (RKI): Respiratorisches Synzytial-Virus (RSV). RKI-Ratgeber. Berlin: RKI; 2023. Verfügbar unter: https://www.rki.de

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