Broström-Gould-Plastik – Sprunggelenk-OP erklärt
Die Broström-Gould-Plastik ist ein chirurgisches Verfahren zur Stabilisierung des Sprunggelenks nach chronischer Außenbandinstabilität. Dabei werden die geschädigten Bänder rekonstruiert und verstärkt.
Wissenswertes über "Broström-Gould-Plastik"
Die Broström-Gould-Plastik ist ein chirurgisches Verfahren zur Stabilisierung des Sprunggelenks nach chronischer Außenbandinstabilität. Dabei werden die geschädigten Bänder rekonstruiert und verstärkt.
Was ist die Broström-Gould-Plastik?
Die Broström-Gould-Plastik ist ein etabliertes operatives Verfahren zur Behandlung der chronischen Außenbandinstabilität des oberen Sprunggelenks. Sie gehört zu den anatomischen Bandrekonstruktionen und kombiniert zwei chirurgische Techniken: die ursprüngliche Broström-Methode zur direkten Naht der geschädigten Bänder und die Gould-Modifikation, bei der zusätzlich das Retinaculum extensorum inferius zur Verstärkung verwendet wird. Das Ziel des Eingriffs ist die Wiederherstellung der mechanischen Stabilität des Sprunggelenks bei gleichzeitigem Erhalt der natürlichen Gelenkbeweglichkeit.
Ursachen und Indikationen
Das Verfahren wird eingesetzt, wenn konservative Maßnahmen wie Physiotherapie, Bandagen oder Orthesen bei chronischer Sprunggelenkinstabilität nicht ausreichend erfolgreich waren. Typische Ursachen der Instabilität sind:
- Wiederholte Umknick-Verletzungen (Supinationstraumen) des Sprunggelenks
- Unvollständig verheilte Außenbandrupturen, insbesondere des Ligamentum fibulotalare anterius (ATFL) und des Ligamentum fibulocalcaneare (CFL)
- Chronische mechanische Instabilität mit subjektivem Instabilitätsgefühl und funktionellen Einschränkungen im Alltag oder Sport
Besonders häufig ist die Indikation bei sportlich aktiven Patienten, die trotz konservativer Therapie unter wiederkehrenden Umknick-Ereignissen leiden.
Operationstechnik
Der Eingriff erfolgt in der Regel unter Regional- oder Vollnarkose. Der Chirurg legt einen kleinen Schnitt am Außenknöchel an und stellt die geschädigten Bänder dar. Das Vorgehen umfasst folgende Schritte:
- Broström-Anteil: Die elongierten oder gerissenen Bänder (ATFL und ggf. CFL) werden verkürzt, geräffelt und direkt am Wadenbein (Fibula) reinseriert oder genäht.
- Gould-Modifikation: Das Retinaculum extensorum inferius – eine Bindegewebsschicht an der Vorderseite des Sprunggelenks – wird über die reparierten Bänder genäht und verstärkt so die Rekonstruktion zusätzlich.
- Moderne Varianten können auch arthroskopisch (minimalinvasiv) oder als Hybridverfahren durchgeführt werden.
Nachbehandlung und Rehabilitation
Nach dem Eingriff wird das Sprunggelenk zunächst in einer Orthese oder einem Gips ruhiggestellt. Die Nachbehandlung verläuft typischerweise in mehreren Phasen:
- Phase 1 (0–2 Wochen): Ruhigstellung, Hochlagerung, Schwellungsreduktion
- Phase 2 (2–6 Wochen): Schrittweiser Belastungsaufbau mit Orthese, Beginn der Physiotherapie
- Phase 3 (6–12 Wochen): Zunehmende Mobilisierung, Koordinations- und Kräftigungstherapie
- Phase 4 (ab 3 Monate): Sportspezifisches Training, Rückkehr zum Sport nach ca. 4–6 Monaten
Ergebnisse und Prognose
Die Broström-Gould-Plastik gilt als Goldstandard der anatomischen Sprunggelenkstabilisierung. Studien berichten von Erfolgsraten von über 85–90 % bei geeigneten Patienten. Die meisten Patienten erreichen nach abgeschlossener Rehabilitation wieder ihre volle sportliche Aktivität. Komplikationen sind selten und umfassen Wundheilungsstörungen, Nervenirritation oder eine verbleibende Restinstabilität.
Quellen
- Broström L. - Sprained ankles. VI. Surgical treatment of chronic ligament ruptures. Acta Chirurgica Scandinavica. 1966;132(5):551–565.
- Gould N, Seligson D, Gassman J. - Early and late repair of lateral ligament of the ankle. Foot & Ankle. 1980;1(2):84–89.
- Vuurberg G et al. - Diagnosis, treatment and prevention of ankle sprains: update of an evidence-based clinical guideline. British Journal of Sports Medicine. 2018;52(15):956.
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