Butylscopolamin – Wirkung, Dosierung & Nebenwirkungen
Butylscopolamin ist ein krampflösendes Medikament, das bei Bauch- und Magenkrämpfen eingesetzt wird. Es entspannt die glatte Muskulatur innerer Organe.
Wissenswertes über "Butylscopolamin"
Butylscopolamin ist ein krampflösendes Medikament, das bei Bauch- und Magenkrämpfen eingesetzt wird. Es entspannt die glatte Muskulatur innerer Organe.
Was ist Butylscopolamin?
Butylscopolamin (auch bekannt als Scopolaminbutylbromid oder Butylscopolaminiumbromid) ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Anticholinergika. Es wirkt krampflösend (spasmolytisch) und wird vor allem bei schmerzhaften Krämpfen im Magen-Darm-Trakt sowie im Bereich der Harnwege und der Gallenwege eingesetzt. Bekannte Handelsnamen sind unter anderem Buscopan. Der Wirkstoff ist rezeptfrei in Apotheken erhältlich und zählt zu den am häufigsten verwendeten Mittel bei Bauchkrämpfen.
Indikation – Wann wird Butylscopolamin eingesetzt?
Butylscopolamin wird bei folgenden Beschwerden angewendet:
- Krampfartige Bauchschmerzen (z. B. Reizdarmsyndrom, Gastritis)
- Gallenkoliken (Krampfschmerzen der Gallenwege)
- Nierenkoliken (Krampfschmerzen der Harnwege)
- Menstruationskrämpfe (Dysmenorrhö)
- Vorbereitende Maßnahmen bei diagnostischen Untersuchungen (z. B. Endoskopie, Bildgebung), um die glatte Muskulatur zu entspannen
Wirkmechanismus
Butylscopolamin ist ein Anticholinergikum, das gezielt die muskarinischen Acetylcholinrezeptoren in der glatten Muskulatur blockiert. Durch diese Blockade wird die übermäßige Kontraktion der glatten Muskulatur in den Eingeweiden gehemmt, wodurch Krämpfe gelöst und Schmerzen gelindert werden.
Im Gegensatz zu anderen Anticholinergika überwindet Butylscopolamin die Blut-Hirn-Schranke kaum, weshalb zentrale Nebenwirkungen wie Schwindel oder Verwirrtheit in der Regel nicht auftreten. Die Wirkung ist daher hauptsächlich auf den Magen-Darm-Trakt, die Gallenwege und die Harnwege beschränkt.
Dosierung und Anwendung
Butylscopolamin ist in verschiedenen Darreichungsformen verfügbar:
- Filmtabletten: Üblicherweise 10 mg pro Tablette; empfohlene Einzeldosis für Erwachsene beträgt 10–20 mg, bis zu 3–5 Mal täglich
- Injektionslösung: Zur intravenösen oder intramuskulären Gabe im klinischen Umfeld, häufig bei akuten Koliken
- Zäpfchen: Für Patienten, denen die orale Einnahme erschwert ist
Die genaue Dosierung sollte stets dem Beipackzettel entnommen oder mit einem Arzt oder Apotheker abgestimmt werden. Kinder unter 6 Jahren sollten Butylscopolamin nur nach ärztlicher Anweisung erhalten.
Nebenwirkungen
Butylscopolamin wird meist gut vertragen. Mögliche Nebenwirkungen umfassen:
- Mundtrockenheit
- Sehstörungen (Akkommodationsstörungen, verschwommenes Sehen)
- Erhöhter Augeninnendruck (insbesondere bei Patienten mit Engwinkelglaukom)
- Herzrasen (Tachykardie)
- Harnverhalt (bei Patienten mit Prostatavergerößerung)
- Hautrötung und Wärmegefühl
Gegenanzeigen
Butylscopolamin sollte nicht angewendet werden bei:
- Bekannter Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff
- Engwinkelglaukom (erhöhter Augeninnendruck)
- Myasthenia gravis (Muskelschwächeerkrankung)
- Megakolon (krankhafte Erweiterung des Dickdarms)
- Schwerer Prostatavergerößerung mit Harnverhalt
Wechselwirkungen
Butylscopolamin kann die anticholinerge Wirkung anderer Arzneimittel verstärken, z. B. von Antihistaminika, trizyklischen Antidepressiva und bestimmten Parkinson-Medikamenten. Alkohol kann die Wirkung ebenfalls beeinflussen. Eine Rücksprache mit dem Arzt oder Apotheker ist bei gleichzeitiger Einnahme anderer Medikamente stets empfehlenswert.
Quellen
- Mutschler, E. et al. – Arzneimittelwirkungen: Pharmakologie, Klinische Pharmakologie, Toxikologie, 11. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 2020.
- European Medicines Agency (EMA) – Produktinformation zu Scopolaminbutylbromid (Buscopan), abgerufen unter: www.ema.europa.eu
- Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) – Leitlinie Reizdarmsyndrom, 2021, abgerufen unter: www.dgvs.de
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