C-Peptid: Bedeutung, Normwerte & Diagnose
Das C-Peptid ist ein Biomarker zur Beurteilung der körpereigenen Insulinproduktion. Es wird bei der Diagnose und Verlaufskontrolle von Diabetes mellitus eingesetzt.
Wissenswertes über "C-Peptid"
Das C-Peptid ist ein Biomarker zur Beurteilung der körpereigenen Insulinproduktion. Es wird bei der Diagnose und Verlaufskontrolle von Diabetes mellitus eingesetzt.
Was ist das C-Peptid?
Das C-Peptid (englisch: connecting peptide) ist ein kurzes Eiweißfragment, das bei der Herstellung von Insulin in der Bauchspeicheldrüse entsteht. Insulin wird zunächst als inaktive Vorstufe, das sogenannte Proinsulin, gebildet. Aus diesem Proinsulin werden durch enzymatische Spaltung gleichzeitig ein Insulinmolekül und ein C-Peptid-Molekül freigesetzt. Beide gelangen in gleicher Menge ins Blut, weshalb das C-Peptid ein zuverlässiger Marker für die körpereigene Insulinproduktion ist.
Da das C-Peptid im Gegensatz zu Insulin nicht durch die Leber abgebaut wird, bleibt es länger im Blut nachweisbar und liefert damit eine stabilere Messgröße für die Funktion der insulinproduzierenden Betazellen der Bauchspeicheldrüse.
Medizinische Bedeutung und Anwendung
Die Bestimmung des C-Peptids wird in verschiedenen klinischen Situationen eingesetzt:
- Unterscheidung von Diabetes Typ 1 und Typ 2: Bei Typ-1-Diabetes ist die Produktion von Insulin durch die Betazellen stark vermindert oder vollständig eingestellt. Daher sind die C-Peptid-Werte bei Typ-1-Diabetikern sehr niedrig oder nicht messbar. Bei Typ-2-Diabetes ist die Insulinproduktion zunächst noch vorhanden oder sogar erhöht, sodass das C-Peptid normal oder erhöht sein kann.
- Verlaufskontrolle bei Diabetes: Das C-Peptid hilft Ärzten zu beurteilen, ob bei einem Diabetiker noch eine Restfunktion der Betazellen vorhanden ist. Dies beeinflusst die Therapieplanung, zum Beispiel ob eine Insulintherapie notwendig ist.
- Erkennung von insulinproduzierenden Tumoren (Insulinom): Ein unerklärlich erhöhtes C-Peptid kann auf ein Insulinom hinweisen, einen seltenen Tumor der Bauchspeicheldrüse, der übermäßig viel Insulin produziert.
- Kontrolle nach Pankreasoperation oder Transplantation: Nach chirurgischen Eingriffen an der Bauchspeicheldrüse kann das C-Peptid Aufschluss über die verbleibende oder transplantierte Betazell-Funktion geben.
- Differenzierung von Hypoglykämie-Ursachen: Bei einem Patienten mit Unterzuckerung kann das C-Peptid helfen zu klären, ob die Hypoglykämie durch eine übermäßige körpereigene Insulinproduktion oder durch heimliche externe Insulingabe verursacht wird. Im letzteren Fall ist das C-Peptid erniedrigt, da kein körpereigenes Insulin produziert wird.
Normwerte und Interpretation
Die Referenzwerte für das nüchterne C-Peptid im Blut liegen je nach Labor typischerweise zwischen 0,5 und 2,0 nmol/l (bzw. 1,5–6,0 ng/ml). Sowohl erniedrigte als auch erhöhte Werte können medizinisch relevant sein:
- Erniedrigtes C-Peptid: Hinweis auf eine verminderte Betazell-Funktion, wie bei fortgeschrittenem Typ-1-Diabetes oder nach Pankreatektomie.
- Erhöhtes C-Peptid: Kann auf Insulinresistenz, Typ-2-Diabetes, ein Insulinom oder eine Niereninsuffizienz (verminderter Abbau) hinweisen.
Die Interpretation der C-Peptid-Werte muss immer im Zusammenhang mit dem Blutzucker sowie der klinischen Situation des Patienten erfolgen.
Durchführung der Messung
Das C-Peptid wird aus einer einfachen Blutprobe bestimmt, häufig im nüchternen Zustand oder nach einem Stimulationstest (z.B. mit Glukagon oder einer Mahlzeit), um die maximale Betazell-Kapazität zu beurteilen. Auch eine Messung im Urin über 24 Stunden ist möglich und gibt zusätzliche Informationen über die durchschnittliche Insulinsekretion über einen längeren Zeitraum.
Quellen
- Bundesministerium für Gesundheit / Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG): Nationale VersorgungsLeitlinie Typ-2-Diabetes. 2. Auflage, 2021. Verfügbar unter: www.leitlinien.de
- Lexi-Comp / Herold G. et al.: Innere Medizin. Eigenverlag, Köln, 2023. Kapitel Diabetes mellitus.
- Jones AG, Hattersley AT: The clinical utility of C-peptide measurement in the care of patients with diabetes. Diabetic Medicine, 2013;30(7):803–817. PubMed PMID: 23413806.
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