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Cagrilintide ist ein lang wirksames Amylin-Analogon zur Behandlung von Adipositas und Typ-2-Diabetes, das das Sättigungsgefühl steigert und den Blutzucker reguliert.
Cagrilintide ist ein lang wirksames Amylin-Analogon zur Behandlung von Adipositas und Typ-2-Diabetes, das das Sättigungsgefühl steigert und den Blutzucker reguliert.
Cagrilintide ist ein experimenteller, lang wirksamer Wirkstoff aus der Klasse der Amylin-Analoga. Es handelt sich um ein synthetisch hergestelltes Peptidhormon, das strukturell dem körpereigenen Hormon Amylin (auch Islet Amyloid Polypeptid, kurz IAPP) ähnelt. Amylin wird in der Bauchspeicheldrüse gemeinsam mit Insulin von den Betazellen ausgeschüttet und spielt eine wichtige Rolle bei der Regulierung des Blutzuckerspiegels sowie des Sättigungsgefühls. Cagrilintide wird von dem dänischen Pharmaunternehmen Novo Nordisk entwickelt und befindet sich in klinischen Studien, unter anderem in Kombination mit dem GLP-1-Rezeptoragonisten Semaglutid (unter dem Projektnamen CagriSema).
Cagrilintide wird primär für folgende Anwendungsgebiete untersucht:
Cagrilintide ahmt die Wirkung des natürlichen Hormons Amylin nach, indem es an Amylin-Rezeptoren im Gehirn und in anderen Geweben bindet. Die wesentlichen pharmakologischen Effekte umfassen:
Cagrilintide wird als subkutane Injektion (unter die Haut) verabreicht. In klinischen Studien wird es typischerweise einmal pro Woche injiziert, was die Handhabung für Patienten vereinfacht. Die genaue Dosierung wird in den laufenden Studien evaluiert; in der SCALE-Studie und den CagriSema-Studien wurden Dosen von bis zu 2,4 mg pro Woche untersucht. Da sich der Wirkstoff noch in der klinischen Entwicklung befindet, gibt es noch keine offiziell zugelassene Standarddosierung.
In Phase-2- und Phase-3-Studien zeigte Cagrilintide vielversprechende Ergebnisse:
Wie bei anderen Peptidhormon-Analoga sind die häufigsten Nebenwirkungen von Cagrilintide gastrointestinaler Natur. Dazu zählen:
Diese Nebenwirkungen treten vor allem zu Beginn der Therapie auf und nehmen bei den meisten Patienten mit der Zeit ab. Schwerwiegende Nebenwirkungen wie eine Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung) wurden im Zusammenhang mit Amylin-Analoga beschrieben und werden in den laufenden Studien sorgfältig überwacht.
Cagrilintide steht im Kontext einer neuen Generation von Kombinationstherapien gegen Adipositas und Typ-2-Diabetes. Die gleichzeitige Aktivierung mehrerer hormoneller Regelkreise (Amylin- und GLP-1-Signalwege) soll eine überlegene Wirksamkeit gegenüber Einzelwirkstoffen ermöglichen. Sollten die laufenden Phase-3-Studien erfolgreich verlaufen, könnte Cagrilintide in den kommenden Jahren als Teil einer Kombinationstherapie mit Semaglutid für die Zulassung eingereicht werden.
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