Calcium Carbonat – Wirkung, Dosierung & Anwendung
Calcium Carbonat ist eine natürlich vorkommende Calciumverbindung, die als Nahrungsergänzungsmittel und Antazidum eingesetzt wird. Es unterstützt den Knochenaufbau und neutralisiert Magensäure.
Wissenswertes über "Calcium Carbonat"
Calcium Carbonat ist eine natürlich vorkommende Calciumverbindung, die als Nahrungsergänzungsmittel und Antazidum eingesetzt wird. Es unterstützt den Knochenaufbau und neutralisiert Magensäure.
Was ist Calcium Carbonat?
Calcium Carbonat (chemische Formel: CaCO₃) ist eine anorganische Calciumverbindung, die in der Natur in Mineralien wie Kalkstein, Marmor und Kreide vorkommt. Es gehört zu den am häufigsten verwendeten Calciumquellen in Nahrungsergänzungsmitteln und ist zudem als Antazidum bekannt – also als Mittel zur Neutralisierung von Magensäure. In der Lebensmittelindustrie wird es unter der Bezeichnung E170 als Farbstoff und Säureregulatior eingesetzt.
Biologische Funktionen von Calcium
Calcium ist ein essenzielles Mineral, das zahlreiche lebenswichtige Funktionen im menschlichen Körper erfüllt:
- Knochen- und Zahngesundheit: Etwa 99 % des körpereigenen Calciums sind in Knochen und Zähnen gespeichert und verleihen diesen ihre Härte und Stabilität.
- Muskelkontraktion: Calcium spielt eine zentrale Rolle bei der Steuerung der Muskelkontraktion, einschließlich des Herzschlags.
- Nervenübertragung: Es ist an der Übertragung von Nervenimpulsen beteiligt.
- Blutgerinnung: Calcium ist ein notwendiger Cofaktor bei der Blutgerinnung.
- Enzymaktivität: Viele Enzyme benötigen Calcium als Aktivator.
Medizinische Anwendungsgebiete
Calciumergänzung
Calcium Carbonat wird häufig zur Vorbeugung und Behandlung von Calciummangel eingesetzt. Es ist besonders relevant bei:
- Osteoporose – Verringerung der Knochendichte, häufig bei älteren Frauen nach den Wechseljahren
- Rachitis – Knochenerkrankung durch Calciummangel bei Kindern
- Hypokalzämie – zu niedriger Calciumspiegel im Blut
- Unterstützende Therapie während der Schwangerschaft und Stillzeit
Antazidum
In höherer Dosierung wirkt Calcium Carbonat als Antazidum und wird zur kurzfristigen Linderung von Sodbrennen, saurem Aufstoßen und Magenbeschwerden eingesetzt. Es neutralisiert überschüssige Magensäure und lindert so Beschwerden rasch.
Wirkmechanismus
Calcium Carbonat reagiert im Magen mit der Salzsäure (HCl) und bildet Calciumchlorid, Wasser und Kohlendioxid. Diese chemische Reaktion neutralisiert die Magensäure und erhöht den pH-Wert im Magen. Das freigesetzte Calciumion wird anschließend im Dünndarm absorbiert, wobei die Aufnahme durch Vitamin D gesteigert wird.
Dosierung und Einnahme
Die empfohlene tägliche Calciumzufuhr variiert je nach Altersgruppe und Lebenssituation. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt für Erwachsene eine tägliche Calciumzufuhr von 1.000 mg. Für ältere Menschen über 70 Jahre sowie Jugendliche im Wachstum werden bis zu 1.200 mg empfohlen. Wichtige Hinweise zur Einnahme:
- Calcium Carbonat sollte idealerweise zu den Mahlzeiten eingenommen werden, da Magensäure die Aufnahme verbessert.
- Tagesdosen über 500 mg sollten auf mehrere Einnahmen verteilt werden, um die Absorption zu optimieren.
- Die Kombination mit Vitamin D fördert die Calciumaufnahme erheblich.
Nebenwirkungen und Risiken
Calcium Carbonat ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung gut verträglich. Mögliche Nebenwirkungen umfassen:
- Verstopfung und Blähungen (häufigste Nebenwirkungen)
- Übelkeit oder Bauchschmerzen bei hohen Dosen
- Milch-Alkali-Syndrom: Bei sehr hoher Calciumzufuhr (meist über 4.000 mg/Tag) kann es zu Hyperkalzämie, Nierenschäden und Alkalose kommen
- Wechselwirkungen mit bestimmten Medikamenten, zum Beispiel mit Antibiotika (Tetracycline, Fluorchinolone) und Schilddrüsenmedikamenten – ein zeitlicher Abstand von mindestens 2 Stunden wird empfohlen
Ernährungsquellen für Calcium
Neben der Supplementierung kann Calcium über die normale Ernährung aufgenommen werden. Gute natürliche Calciumquellen sind:
- Milch und Milchprodukte (Käse, Joghurt)
- Grünes Gemüse (Brokkoli, Grünkohl, Pak Choi)
- Nüsse und Samen (Sesam, Mandeln)
- Calciumangereicherte Lebensmittel (Pflanzenmilch, Säfte)
- Hülsenfrüchte und Tofu
Risikogruppen für Calciummangel
Bestimmte Personengruppen haben ein erhöhtes Risiko für einen Calciummangel und können besonders von einer Supplementierung mit Calcium Carbonat profitieren:
- Ältere Menschen, insbesondere Frauen nach den Wechseljahren
- Personen mit Laktoseintoleranz oder veganer Ernährung
- Schwangere und stillende Frauen
- Personen mit Malabsorptionssyndromen (z. B. Morbus Crohn, Zöliakie)
- Menschen mit Vitamin-D-Mangel
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr – Calcium. DGE, Bonn, 2021. Verfügbar unter: www.dge.de
- World Health Organization (WHO) & Food and Agriculture Organization (FAO): Vitamin and Mineral Requirements in Human Nutrition. 2nd edition. WHO Press, Geneva, 2004.
- Straub, D. A.: Calcium Supplementation in Clinical Practice: A Review of Forms, Doses, and Indications. Nutrition in Clinical Practice, 22(3), 286–296, 2007. DOI: 10.1177/0115426507022003286
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