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Calciummangel: Ursachen, Symptome & Behandlung

Calciummangel (Hypokalzämie) bezeichnet einen zu niedrigen Calciumspiegel im Blut. Er kann Knochen, Muskeln und Nerven schädigen und sollte ärztlich abgeklärt werden.

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Wissenswertes über "Calciummangel"

Calciummangel (Hypokalzämie) bezeichnet einen zu niedrigen Calciumspiegel im Blut. Er kann Knochen, Muskeln und Nerven schädigen und sollte ärztlich abgeklärt werden.

Was ist Calciummangel?

Calciummangel, medizinisch als Hypokalzämie bezeichnet, liegt vor, wenn der Calciumspiegel im Blut unter den Normalwert von etwa 2,2 mmol/l fällt. Calcium ist ein lebenswichtiges Mineral, das nicht nur für den Aufbau und den Erhalt von Knochen und Zähnen benötigt wird, sondern auch eine zentrale Rolle bei der Muskelfunktion, der Nervenübertragung, der Blutgerinnung und der Herzfunktion spielt.

Ursachen

Ein Calciummangel kann verschiedene Ursachen haben:

  • Vitamin-D-Mangel: Vitamin D ist notwendig, damit Calcium aus dem Darm aufgenommen werden kann. Ein Mangel führt häufig zu Calciummangel.
  • Hypoparathyreoidismus: Eine Unterfunktion der Nebenschilddrüsen vermindert die Produktion des Parathormons (PTH), das den Calciumspiegel reguliert.
  • Nierenerkrankungen: Gestörte Nierenfunktion kann die Calciumrückresorption beeinträchtigen.
  • Mangelernaehrung: Eine dauerhaft calciumarme Ernährung, z.B. bei Verzicht auf Milchprodukte ohne entsprechenden Ersatz.
  • Malabsorption: Erkrankungen wie Zöliakie oder Morbus Crohn können die Calciumaufnahme im Darm verringern.
  • Medikamente: Bestimmte Arzneimittel wie Protonenpumpenhemmer, Kortikosteroide oder Bisphosphonate können den Calciumspiegel beeinflussen.
  • Magnesiummangel: Niedriger Magnesiumspiegel kann die PTH-Ausschüttung hemmen und so indirekt zu Calciummangel führen.

Symptome

Die Symptome eines Calciummangels können je nach Schweregrad variieren:

  • Muskelkrämpfe, -zuckungen und -schwäche (besonders in Händen, Füßen und Gesicht)
  • Taubheitsgefühl und Kribbeln in den Extremitäten
  • Tetanie (unwillkürliche Muskelkontraktionen)
  • Herzklopfen und Herzrhythmusstörungen
  • Erhöhte Reizbarkeit, Angstzustände, Depressionen
  • Brüchige Nägel, trockene Haut, Haarausfall
  • Karies und Zahnprobleme
  • Bei lang andauerndem Mangel: Osteoporose (Knochenschwund)

Diagnose

Die Diagnose eines Calciummangels erfolgt in erster Linie durch eine Blutuntersuchung, bei der der Gesamtcalcium- sowie der ionisierte Calciumspiegel gemessen werden. Zusätzlich werden häufig weitere Werte bestimmt, darunter:

  • Vitamin D (25-OH-Vitamin D)
  • Parathormon (PTH)
  • Magnesium und Phosphat
  • Nierenfunktionswerte (Kreatinin, Harnstoff)

Bei Verdacht auf Osteoporose kann zusätzlich eine Knochendichtemessung (DXA) durchgeführt werden.

Behandlung

Ernährung

Eine calciumreiche Ernährung ist die Grundlage der Behandlung. Gute Calciumquellen sind:

  • Milch und Milchprodukte (Käse, Joghurt)
  • Grünes Blattgemüse (Brokkoli, Grünkohl, Pak Choi)
  • Sesam und Mandeln
  • Mit Calcium angereicherte Pflanzenmilch und Säfte
  • Mineralwasser mit hohem Calciumgehalt (über 150 mg/l)

Supplementierung

Bei nachgewiesenem Mangel kann eine Ergänzung mit Calciumpräparaten (z.B. Calciumcarbonat oder Calciumcitrat) sinnvoll sein. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt für Erwachsene eine tägliche Calciumzufuhr von 1000 mg, für ältere Personen über 65 Jahre von 1000–1200 mg. Eine Überdosierung sollte vermieden werden, da übermäßiges Calcium das Risiko für Nierensteine und Herzerkrankungen erhöhen kann.

Behandlung der Grunderkrankung

Liegt ein Calciummangel durch eine zugrunde liegende Erkrankung vor, muss diese gezielt behandelt werden, z.B. durch Vitamin-D-Ergänzung bei Vitamin-D-Mangel oder durch Hormontherapie bei Hypoparathyreoidismus.

Risikogruppen

Bestimmte Personengruppen haben ein erhöhtes Risiko für Calciummangel:

  • Ältere Menschen, da die Calciumaufnahme im Darm mit dem Alter abnimmt
  • Frauen nach der Menopause (erhöhtes Osteoporoserisiko)
  • Personen mit Laktoseintoleranz oder veganer Ernährung
  • Schwangere und stillende Frauen
  • Personen mit chronischen Magen-Darm-Erkrankungen

Quellen

  1. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Referenzwerte für Calcium. www.dge.de (2024)
  2. Bilezikian JP et al. - Hypoparathyroidism. New England Journal of Medicine, 2022.
  3. World Health Organization (WHO): Calcium supplementation in pregnant women. WHO Guidelines, 2013.
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