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Capsaicin ist der scharf schmeckende Wirkstoff in Chili-Schoten. Er wird medizinisch zur Schmerzlinderung eingesetzt und ist in Cremes, Pflastern und Nasensprays erhältlich.
Capsaicin ist der scharf schmeckende Wirkstoff in Chili-Schoten. Er wird medizinisch zur Schmerzlinderung eingesetzt und ist in Cremes, Pflastern und Nasensprays erhältlich.
Capsaicin (chemisch: 8-Methyl-N-vanillyl-6-nonenamid) ist ein natürlich vorkommender Wirkstoff aus der Gruppe der Capsaicinoide. Er ist der Hauptbestandteil, der für die charakteristische Schärfe von Chili-Schoten (Capsicum-Arten) verantwortlich ist. Capsaicin ist eine farblose, lipophile Verbindung, die sich in Fetten und Alkohol, jedoch kaum in Wasser löst.
Capsaicin wirkt durch die gezielte Bindung an den TRPV1-Rezeptor (Transient Receptor Potential Vanilloid 1), einen Ionenkanal, der auf Schmerzfasern (C-Fasern und A-delta-Fasern) vorkommt. Dieser Rezeptor reagiert normalerweise auf Hitze (über 43 °C) und saure Reize. Capsaicin aktiviert den TRPV1-Rezeptor und löst zunächst ein Brennen oder Wärmegefühl aus.
Bei wiederholter oder lang anhaltender Anwendung führt Capsaicin zur sogenannten Desensibilisierung: Die Schmerzfasern werden vorübergehend unempfindlich gegenüber Schmerzreizen. Dieser Effekt wird therapeutisch genutzt, um chronische Schmerzen zu lindern.
Capsaicin wird in der Medizin vor allem topisch (äußerlich) zur Behandlung verschiedener Schmerzerkrankungen eingesetzt:
Capsaicin ist in verschiedenen Formen erhältlich:
Bei niedrig dosierten Cremes wird in der Regel eine mehrmals tägliche Anwendung über mehrere Wochen empfohlen, bevor der volle Effekt eintritt.
Die häufigste Nebenwirkung bei der topischen Anwendung ist ein Brennen, Stechen oder Wärmegefühl an der behandelten Hautstelle, besonders zu Beginn der Therapie. Weitere mögliche Nebenwirkungen umfassen:
Capsaicin sollte nicht auf gereizte, verletzte oder entzündete Haut aufgetragen werden. Der Kontakt mit Schleimhäuten, Augen und empfindlichen Körperstellen ist unbedingt zu vermeiden.
Als Nahrungsbestandteil ist Capsaicin vor allem in Chili-Schoten, Cayennepfeffer und Paprika enthalten. Die Schärfe wird in Scoville Heat Units (SHU) gemessen. Reines Capsaicin erreicht etwa 16 Millionen SHU. Ernährungswissenschaftliche Studien deuten darauf hin, dass regelmäßiger Konsum von Capsaicin den Stoffwechsel leicht ankurbeln und möglicherweise das Sättigungsgefühl fördern kann, obwohl die klinische Relevanz dieser Effekte begrenzt ist.
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