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Der Caton-Deschamps-Index ist ein radiologisches Messverfahren zur Bestimmung der Höhenposition der Kniescheibe (Patella) im Kniegelenk.
Der Caton-Deschamps-Index ist ein radiologisches Messverfahren zur Bestimmung der Höhenposition der Kniescheibe (Patella) im Kniegelenk.
Der Caton-Deschamps-Index (kurz: CDI) ist ein in der orthopädischen und radiologischen Diagnostik etabliertes Messverfahren. Er dient dazu, die vertikale Position der Patella (Kniescheibe) relativ zum Kniegelenk auf einem seitlichen Röntgenbild zu bestimmen. Eine korrekt positionierte Patella ist entscheidend für eine reibungslose Funktion des Kniegelenks. Liegt die Kniescheibe zu hoch (Patella alta) oder zu tief (Patella baja), kann dies zu Schmerzen, Instabilität und Funktionseinschränkungen führen.
Die Messung erfolgt auf einem seitlichen Röntgenbild des Kniegelenks, das bei einer Beugung von circa 30 Grad aufgenommen wird. Dabei werden zwei Strecken bestimmt:
Der Index ergibt sich aus der Division: CDI = AT / AP
Die Interpretation des berechneten Quotienten erfolgt nach folgenden Richtwerten:
Eine Patella alta ist häufig mit einer Instabilität der Kniescheibe, einem erhöhten Luxationsrisiko sowie dem patellofemoralen Schmerzsyndrom assoziiert. Eine Patella baja kann nach Knieoperationen oder bei entzündlichen Erkrankungen auftreten und ist oft mit einer eingeschränkten Kniebeweglichkeit verbunden.
Der Caton-Deschamps-Index wird in folgenden klinischen Situationen eingesetzt:
Im Vergleich zu anderen Messmethoden zur Patellaposition – wie dem Insall-Salvati-Index oder dem Blackburne-Peel-Index – gilt der Caton-Deschamps-Index als besonders zuverlässig, da er ausschließlich den gelenkknorpeltragenden Anteil der Patella berücksichtigt. Dies macht ihn unabhängig von der Form des unteren Patellapols und damit weniger anfällig für individuelle anatomische Variationen. Zudem ist er gut reproduzierbar und weit verbreitet in der europäischen Orthopädie.
Wie alle radiologischen Indizes ist auch der Caton-Deschamps-Index von einer korrekten Lagerung des Patienten und einer standardisierten Aufnahmetechnik abhängig. Bereits kleine Abweichungen im Beugungswinkel des Knies können die Messwerte beeinflussen. In Zweifelsfällen oder bei komplexen anatomischen Verhältnissen kann eine ergänzende Bildgebung mittels MRT (Magnetresonanztomographie) sinnvoll sein.
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