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Chinolone sind eine Gruppe synthetischer Antibiotika, die gegen eine Vielzahl bakterieller Infektionen eingesetzt werden. Sie hemmen wichtige Enzyme der Bakterien und wirken so keimabтötend.
Chinolone sind eine Gruppe synthetischer Antibiotika, die gegen eine Vielzahl bakterieller Infektionen eingesetzt werden. Sie hemmen wichtige Enzyme der Bakterien und wirken so keimabтötend.
Chinolone sind eine Klasse synthetischer Antibiotika, die seit den 1960er-Jahren in der Medizin eingesetzt werden. Sie gehören zu den meistverwendeten Antibiotika weltweit und zeichnen sich durch ein breites Wirkspektrum gegen gram-negative und, bei neueren Generationen, auch gegen gram-positive Bakterien aus. Die Gruppe umfasst ältere Wirkstoffe wie Nalidixinsäure sowie modernere Fluorchinolone wie Ciprofloxacin, Levofloxacin und Moxifloxacin.
Chinolone greifen in die DNA-Replikation der Bakterien ein. Sie hemmen zwei bakterielle Enzyme, die für die Entwindung und Reparatur der DNA unerlässlich sind:
Durch die Hemmung dieser Enzyme kommt es zu Doppelstrangbrüchen in der bakteriellen DNA, was zum Absterben der Bakterien führt (bakterizide Wirkung). Da menschliche Zellen andere Topoisomerasen verwenden, sind Chinolone selektiv gegen Bakterien wirksam.
Chinolone werden in vier Generationen eingeteilt, wobei jede Generation ein erweitertes Wirkspektrum aufweist:
Wirkstoffe wie Nalidixinsäure wirkten hauptsächlich gegen gram-negative Erreger und wurden vorwiegend bei unkomplizierten Harnwegsinfektionen eingesetzt. Sie sind heute weitgehend veraltet.
Fluorchinolone wie Ciprofloxacin und Norfloxacin haben ein deutlich erweitertes Spektrum und werden bei Harnwegsinfektionen, Atemwegsinfektionen, Magen-Darm-Infektionen und Infektionen des Bewegungsapparates eingesetzt.
Levofloxacin zeigt zusätzliche Aktivität gegen gram-positive Keime wie Streptococcus pneumoniae und wird häufig bei ambulant erworbenen Pneumonien eingesetzt.
Moxifloxacin besitzt ein sehr breites Spektrum, das auch Anaerobier und atypische Erreger umfasst. Es wird bei schweren Atemwegsinfektionen und komplizierten Haut- und Weichteilinfektionen verwendet.
Chinolone können trotz ihrer Wirksamkeit eine Reihe von Nebenwirkungen verursachen. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat in den letzten Jahren wichtige Sicherheitshinweise veröffentlicht:
Chinolone sind kontraindiziert bei:
Wichtige Wechselwirkungen bestehen mit:
Durch den weit verbreiteten Einsatz von Chinolonen hat die Antibiotikaresistenz zugenommen. Resistente Bakterienstämme entstehen durch Mutationen in den Zielgenen (Gyrase, Topoisomerase IV) oder durch aktive Ausschleusungsmechanismen. Um Resistenzen zu vermeiden, sollten Chinolone nur bei klarer Indikation und nach Antibiogramm eingesetzt werden.
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