Chlamydien Symptome – Anzeichen & Behandlung
Chlamydien-Symptome sind häufig unspezifisch oder bleiben ganz aus. Erfahren Sie, welche Anzeichen auf eine Chlamydieninfektion hinweisen können.
Wissenswertes über "Chlamydien symptome"
Chlamydien-Symptome sind häufig unspezifisch oder bleiben ganz aus. Erfahren Sie, welche Anzeichen auf eine Chlamydieninfektion hinweisen können.
Was sind Chlamydien?
Chlamydien (lat. Chlamydia trachomatis) sind bakterielle Erreger, die zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen (STI) weltweit zählen. Sie befallen vor allem die Schleimhäute der Geschlechtsorgane, des Enddarms und der Augen. Besonders tückisch ist, dass die Infektion in vielen Fällen ohne merkliche Beschwerden verläuft – man spricht dann von einer asymptomatischen Infektion.
Symptome bei Frauen
Bei Frauen bleiben Chlamydien-Infektionen besonders häufig unbemerkt. Wenn Symptome auftreten, können diese sein:
- Ungewöhnlicher vaginaler Ausfluss (veränderte Farbe, Konsistenz oder Geruch)
- Brennen beim Wasserlassen (Dysurie)
- Schmerzen im Unterleib oder Beckenbereich
- Blutungen zwischen den Perioden oder nach dem Geschlechtsverkehr
- Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie)
- Entzündung des Gebärmutterhalses (Zervizitis)
Symptome bei Männern
Auch bei Männern verlaufen Chlamydien-Infektionen oft symptomlos. Mögliche Anzeichen umfassen:
- Ausfluss aus der Harnröhre (meist klar oder weißlich)
- Brennen oder Jucken am Harnröhrenausgang
- Schmerzen oder Schwellungen im Hodenbereich (Epididymitis)
- Schmerzen beim Wasserlassen
Symptome bei rektaler und okulärer Infektion
Chlamydien können auch den Enddarm (rektale Infektion) oder die Augen (okuläre Infektion) befallen:
- Rektale Infektion: Ausfluss, Jucken, Schmerzen oder Blutungen im Analbereich
- Okuläre Infektion (Einschlusskörperchen-Konjunktivitis): Augenentzündung mit Rötung, Ausfluss und Lichtempfindlichkeit
Komplikationen bei unbehandelter Infektion
Wird eine Chlamydien-Infektion nicht behandelt, können ernsthafte Folgeerkrankungen entstehen:
- Pelvic Inflammatory Disease (PID): Entzündung der Gebärmutter, Eileiter und Eierstöcke bei Frauen – kann zu Unfruchtbarkeit führen
- Eileiterschwangerschaft (ektopische Schwangerschaft)
- Epididymoorchitis bei Männern (Entzündung von Nebenhoden und Hoden)
- Reaktive Arthritis (früher Reiter-Syndrom): Gelenkentzündungen als Reaktion auf die Infektion
- Übertragung auf das Neugeborene unter der Geburt (Bindehautentzündung, Lungenentzündung)
Diagnose
Da Chlamydien-Infektionen häufig symptomlos sind, ist eine gezielte Untersuchung besonders wichtig. Die Diagnose erfolgt über:
- Urinprobe: Nachweis von Chlamydien-DNA mittels PCR (Polymerase-Kettenreaktion)
- Abstrich vom Gebärmutterhals (bei Frauen), der Harnröhre, des Enddarms oder der Augen
- Regelmäßiges Screening wird für sexuell aktive Personen unter 25 Jahren oder bei häufig wechselnden Partnern empfohlen
Behandlung
Chlamydien-Infektionen sind mit Antibiotika gut behandelbar. Gängige Therapien umfassen:
- Azithromycin: Einmalgabe von 1 g (häufig bei unkomplizierten Infektionen)
- Doxycyclin: 100 mg zweimal täglich über 7 Tage (gilt als Mittel der Wahl laut aktuellen Leitlinien)
- Sexualpartner sollten ebenfalls untersucht und behandelt werden, um eine Reinfektion zu vermeiden
- Während der Behandlung sollte auf Geschlechtsverkehr verzichtet werden
Wann zum Arzt?
Bei Verdacht auf eine Chlamydien-Infektion – auch ohne Symptome – sollte umgehend ein Arzt oder eine Ärztin aufgesucht werden. Besonders wichtig ist dies bei:
- Ungewöhnlichem Ausfluss oder Brennen beim Wasserlassen
- Unterleibsschmerzen oder Schmerzen beim Sex
- Bekanntem Kontakt zu einer infizierten Person
- Ungeschütztem Geschlechtsverkehr mit neuen oder mehreren Partnern
Quellen
- Robert Koch-Institut (RKI): Chlamydia-trachomatis-Infektionen – RKI-Ratgeber. Verfügbar unter: www.rki.de
- World Health Organization (WHO): Chlamydia. Global health sector strategy on sexually transmitted infections 2016–2021. Genf: WHO, 2016.
- S2k-Leitlinie: Diagnostik und Therapie der Chlamydia-trachomatis-Infektionen. AWMF-Registernummer 059/005. Deutsche STI-Gesellschaft (DSTIG), 2016.
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