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Chromaffine Zellen sind spezialisierte Nervenzellen im Nebennierenmark, die Stresshormone wie Adrenalin und Noradrenalin produzieren und freisetzen.
Chromaffine Zellen sind spezialisierte Nervenzellen im Nebennierenmark, die Stresshormone wie Adrenalin und Noradrenalin produzieren und freisetzen.
Der Begriff chromaffin beschreibt eine besondere Eigenschaft bestimmter Zellen des Nervensystems: Sie reagieren auf Chromsalze (insbesondere Kaliumdichromat) mit einer charakteristischen braunen Verfärbung. Diese sogenannte chromaffine Reaktion diente historisch als wichtiges Erkennungsmerkmal und gab diesen Zellen ihren Namen. Das Wort setzt sich aus dem griechischen chroma (Farbe) und dem lateinischen affinis (verwandt, zugehörig) zusammen.
Chromaffine Zellen (auch Chromaffinzellen) sind spezialisierte neuroendokrine Zellen, die hauptsächlich im Nebennierenmark (Medulla glandulae suprarenalis) vorkommen. Kleinere Ansammlungen chromaffiner Zellen finden sich zudem entlang der Wirbelsäule in sogenannten Paraganglien sowie vereinzelt im Herzgeflecht, im Becken und im Kopf-Hals-Bereich.
Entwicklungsgeschichtlich stammen chromaffine Zellen aus der Neuralleiste und sind eng mit den Neuronen des sympathischen Nervensystems verwandt. Sie werden daher auch als modifizierte postganglionäre Nervenzellen betrachtet.
Die Hauptaufgabe chromaffiner Zellen besteht in der Synthese, Speicherung und Ausschüttung von Katecholaminen, insbesondere:
Diese Hormone werden bei körperlichem oder psychischem Stress über das sympathische Nervensystem ausgeschüttet und lösen die klassische Kampf-oder-Flucht-Reaktion (Fight-or-Flight-Response) aus: Herzfrequenz und Blutdruck steigen, Muskeln werden besser durchblutet, die Pupillen weiten sich und der Blutzucker erhöht sich.
Das Phäochromozytom ist ein in der Regel gutartiger Tumor der chromaffinen Zellen des Nebennierenmarks. Er produziert unkontrolliert große Mengen an Katecholaminen, was zu anfallsartigen oder dauerhaften Symptomen wie Bluthochdruck, Herzrasen, Kopfschmerzen, Schwitzen und Blässe führt. Unbehandelt kann ein Phäochromozytom lebensbedrohlich sein.
Ein Paragangliom ist ein Tumor, der aus chromaffinen Zellen außerhalb des Nebennierenmarks entsteht, also aus den Paraganglien. Diese Tumoren können hormonell aktiv oder inaktiv sein und treten häufig im Bauchraum, im Brustraum oder im Kopf-Hals-Bereich auf.
Das Neuroblastom ist ein bösartiger Tumor, der sich aus unreifen Vorläuferzellen der chromaffinen Zellen entwickelt. Er tritt vorwiegend bei Säuglingen und Kleinkindern auf und gehört zu den häufigsten soliden Tumoren im Kindesalter.
Erkrankungen chromaffiner Zellen werden mithilfe verschiedener Methoden diagnostiziert:
Die Behandlung von Tumoren chromaffiner Zellen richtet sich nach Art, Lage und Ausdehnung des Tumors. In den meisten Fällen ist die operative Entfernung (Resektion) die Therapie der Wahl. Vor einer Operation wird in der Regel eine medikamentöse Vorbereitung mit Alpha- und Betablockern durchgeführt, um gefährliche Blutdruckschwankungen zu verhindern. Bei bösartigen Tumoren kommen zusätzlich Strahlentherapie, Chemotherapie oder nuklearmedizinische Verfahren zum Einsatz.
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