Clomifen: Wirkung, Dosierung & Nebenwirkungen
Clomifen ist ein Medikament zur Behandlung von Unfruchtbarkeit bei Frauen. Es regt den Eisprung an und wird häufig bei ausbleibendem Eisprung eingesetzt.
Wissenswertes über "Clomife"
Clomifen ist ein Medikament zur Behandlung von Unfruchtbarkeit bei Frauen. Es regt den Eisprung an und wird häufig bei ausbleibendem Eisprung eingesetzt.
Was ist Clomifen?
Clomifen (auch Clomifencitrat genannt) ist ein selektiver Östrogenrezeptor-Modulator (SERM), der in der Reproduktionsmedizin zur Behandlung von weiblicher Unfruchbarkeit eingesetzt wird. Es wird unter Handelsnamen wie Clomid oder Serophene vertrieben und gehört zu den am häufigsten verschriebenen Medikamenten bei Zyklusstörungen.
Indikation
Clomifen wird vor allem bei Frauen eingesetzt, die unter Anovulation (ausbleibender Eisprung) oder Oligoovulation (unregelmäßigem Eisprung) leiden. Typische Anwendungsgebiete umfassen:
- Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS)
- Hypothalamische Amenorrhö
- Unerklärliche Unfruchbarkeit
- Lutealphasendefekt
Wirkmechanismus
Clomifen wirkt als selektiver Östrogenrezeptor-Modulator. Es blockiert Östrogenrezeptoren im Hypothalamus, wodurch das Gehirn fälschlicherweise einen niedrigen Östrogenspiegel wahrnimmt. Als Reaktion darauf erhöht der Hypothalamus die Ausschüttung von GnRH (Gonadotropin-Releasing-Hormon), was wiederum die Hypophyse zur verstärkten Produktion von FSH (follikelstimulierendes Hormon) und LH (luteinisierendes Hormon) anregt. Dies fördert das Heranreifen von Eifollikeln in den Eiristöcken und löst den Eisprung aus.
Dosierung und Anwendung
Clomifen wird in der Regel als Tablette eingenommen. Die übliche Dosierung beginnt mit 50 mg täglich für 5 Tage, beginnend am 2. bis 5. Tag des Menstruationszyklus. Bei Bedarf kann die Dosis auf bis zu 150 mg erhöht werden. Die Behandlung wird üblicherweise über maximal 6 Zyklen durchgeführt.
- Standarddosis: 50 mg/Tag über 5 Tage
- Maximaldosis: 150 mg/Tag
- Dauer: maximal 6 Behandlungszyklen
Nebenwirkungen
Clomifen kann verschiedene Nebenwirkungen verursachen, die in der Regel mild und vorübergehend sind:
- Hitzewallungen (am häufigsten)
- Bauchschmerzen oder Blutungen
- Stimmungsschwankungen
- Sehstörungen (selten, erfordert sofortigen Abbruch der Behandlung)
- Ovarielles Überstimulationssyndrom (OHSS) (selten, aber potenziell ernst)
- Erhöhtes Risiko für Mehrlingsschwangerschaften (ca. 8-10 %)
Behandlungskontext und Überwachung
Die Behandlung mit Clomifen erfolgt immer unter ärztlicher Aufsicht. Während der Therapie werden regelmäßige Ultraschalluntersuchungen durchgeführt, um das Wachstum der Follikel zu überwachen und das Risiko einer Überstimulation zu minimieren. Bei Frauen, die auf Clomifen nicht ansprechen, kommen alternative Therapien wie Gonadotropine oder eine In-vitro-Fertilisation (IVF) in Betracht.
Quellen
- World Health Organization (WHO) - Reproductive Health and Research: Infertility Guidance (2023).
- Thessaloniki ESHRE/ASRM-Sponsored PCOS Consensus Workshop Group - Consensus on infertility treatment related to polycystic ovary syndrome. Human Reproduction, 2008.
- Legro RS et al. - Clomiphene, Metformin, or Both for Infertility in the Polycystic Ovary Syndrome. New England Journal of Medicine, 2007;356:551-566.
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