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Colondivertikel – Ursachen, Symptome & Behandlung

Colondivertikel sind kleine Ausstülpungen der Darmwand im Dickdarm. Sie sind weit verbreitet und verursachen oft keine Beschwerden, können aber entzünden.

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Wissenswertes über "Colondivertikel"

Colondivertikel sind kleine Ausstülpungen der Darmwand im Dickdarm. Sie sind weit verbreitet und verursachen oft keine Beschwerden, können aber entzünden.

Was sind Colondivertikel?

Colondivertikel (auch: Kolondivertikel) sind sackartige Ausstülpungen der Schleimhaut durch die Muskelschicht der Dickdarmwand. Sie entstehen bevorzugt an Schwachstellen der Darmwand, durch die Blutgefäße verlaufen. Am häufigsten treten sie im Sigma, dem letzten Abschnitt des Dickdarms vor dem Mastdarm, auf. Das gleichzeitige Vorhandensein mehrerer Divertikel wird als Divertikulose bezeichnet. Kommt es zu einer Entzündung eines oder mehrerer Divertikel, spricht man von einer Divertikulitis.

Ursachen und Risikofaktoren

Die genaue Entstehungsursache ist multifaktoriell. Folgende Faktoren begünstigen die Bildung von Colondivertikeln:

  • Ballaststoffarme Ernährung: Zu wenig Ballaststoffe führen zu hartem Stuhl und erhöhtem Darminnendruck, was die Schleimhaut durch schwache Stellen nach außen drückt.
  • Alter: Mit zunehmendem Alter nimmt die Elastizität der Darmwand ab. Bei Menschen über 70 Jahren sind Divertikel sehr häufig.
  • Bewegungsmangel: Körperliche Inaktivität verlangsamt die Darmpassage und erhöht den Druck im Darm.
  • Übergewicht: Adipositas gilt als unabhängiger Risikofaktor.
  • Genetische Veranlagung: Eine familiäre Häufung wird beobachtet.

Symptome

Die Mehrheit der Betroffenen (ca. 80 %) hat keinerlei Beschwerden. Die Divertikulose wird dann oft zufällig bei einer Darmspiegelung entdeckt. Mögliche Symptome bei einer symptomatischen Divertikulose oder Divertikulitis sind:

  • Krampfartige Bauchschmerzen, meist im linken Unterbauch
  • Wechsel zwischen Verstopfung und Durchfall
  • Blähungen und Völlegefühl
  • Bei Divertikulitis: Fieber, Übelkeit, anhaltende Schmerzen und Druckempfindlichkeit
  • Im schweren Fall: Blutungen aus dem Darm (Divertikelblutung)

Diagnose

Colondivertikel werden durch verschiedene Untersuchungsmethoden diagnostiziert:

  • Koloskopie (Darmspiegelung): Goldstandard zur direkten Beurteilung der Divertikel und zum Ausschluss anderer Erkrankungen.
  • Computertomographie (CT) des Abdomens: Besonders bei Verdacht auf Divertikulitis und deren Komplikationen (z. B. Abszess, Perforation).
  • Ultraschall: Ergänzende Methode, besonders in der Akutdiagnostik der Divertikulitis.
  • Laboruntersuchungen: Blutbild und Entzündungsmarker (CRP, Leukozyten) bei Verdacht auf Divertikulitis.

Behandlung

Unkomplizierte Divertikulose

Asymptomatische Divertikel bedürfen keiner spezifischen Therapie. Empfohlen werden eine ballaststoffreiche Ernährung (Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte), ausreichende Flüssigkeitszufuhr und regelmäßige körperliche Bewegung, um einer Divertikulitis vorzubeugen.

Unkomplizierte Divertikulitis

Leichte Entzündungen können ambulant behandelt werden. Die Therapie umfasst:

  • Vorübergehende Schonkost oder flüssige Ernährung
  • Antibiotika (z. B. Amoxicillin/Clavulansäure oder Ciprofloxacin plus Metronidazol)
  • Schmerzmedikamente (z. B. Paracetamol oder Metamizol)

Komplizierte Divertikulitis

Bei Komplikationen wie Abszess, Perforation, Fistelbildung oder Darmverschluss ist eine stationäre Behandlung notwendig. In schweren Fällen kann ein operativer Eingriff erforderlich sein, bei dem der betroffene Darmabschnitt entfernt wird (Sigmaresektion).

Vorbeugung

Eine ballaststoffreiche Ernährung, ausreichend Bewegung, Normalgewicht und der Verzicht auf Rauchen können das Risiko der Entstehung von Divertikeln und einer Divertikulitis deutlich senken.

Quellen

  1. Leifeld L. et al. - S2k-Leitlinie Divertikelkrankheit/Divertikulitis, AWMF-Registernummer 021-020, Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS), 2022.
  2. Feuerstein J. D., Falchuk K. R. - Diverticulosis and Diverticulitis. Mayo Clinic Proceedings, 2016; 91(8): 1094-1104.
  3. World Gastroenterology Organisation (WGO) - Global Guidelines: Diverticular Disease, 2022. Verfügbar unter: www.worldgastroenterology.org

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