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Copeptin ist ein Biomarker aus der Hirnanhangdrüse, der bei der Diagnose von Herzinfarkt und Diabetes insipidus eingesetzt wird.
Copeptin ist ein Biomarker aus der Hirnanhangdrüse, der bei der Diagnose von Herzinfarkt und Diabetes insipidus eingesetzt wird.
Copeptin ist ein Prohormon-Fragment, das gemeinsam mit dem antidiuretischen Hormon (ADH, auch Vasopressin genannt) aus einem gemeinsamen Vorläufermolekül – dem Prä-Pro-Vasopressin – im Hypothalamus gebildet und in der Hypophyse (Hirnanhangdrüse) gespeichert wird. Bei Stress, Volumenmangel oder osmotischen Veränderungen wird Copeptin zusammen mit ADH in den Blutkreislauf freigesetzt. Da Copeptin im Blut stabiler und einfacher messbar ist als ADH selbst, dient es als indirekter Surrogat-Marker für die ADH-Ausschüttung.
Copeptin selbst besitzt keine bekannte eigenständige Hormonwirkung. Sein medizinischer Wert liegt hauptsächlich darin, dass es ein zuverlässiger Spiegel des ADH-Systems widerspiegelt. ADH (Vasopressin) reguliert den Wasserhaushalt des Körpers, indem es die Rückresorption von Wasser in der Niere fördert und den Blutdruck beeinflusst. Copeptin wird bei folgenden Zuständen verstärkt ausgeschüttet:
Eine der wichtigsten klinischen Anwendungen von Copeptin ist die Frühdiagnostik des akuten Myokardinfarkts (Herzinfarkts). Bei einem Herzinfarkt steigt Copeptin bereits in den ersten Stunden nach dem Ereignis stark an – noch bevor der klassische Herzmarker Troponin seinen Maximalwert erreicht. Die Kombination aus Copeptin und Troponin ermöglicht daher einen schnelleren Ausschluss eines Herzinfarkts in der Notaufnahme (sogenanntes „Rule-out“-Protokoll), was die Diagnosezeit erheblich verkürzt und unnötige stationäre Aufnahmen reduziert.
Copeptin spielt auch eine zentrale Rolle bei der Differenzialdiagnose des Diabetes insipidus, einer Erkrankung, bei der die Nieren große Mengen verdünnten Urins produzieren. Die herkömmliche Diagnose erforderte einen belastenden Durstversuch. Neuere Studien zeigen, dass die Messung von Copeptin nach Stimulation mit Arginin (intravenöse Arginingabe) den Durstversuch ersetzen oder ergänzen kann und dabei sicherer und komfortabler für den Patienten ist.
Erhöhte Copeptin-Spiegel wurden auch bei folgenden Zuständen beobachtet und werden wissenschaftlich untersucht:
Copeptin wird aus einer einfachen Blutprobe bestimmt. Die Messung erfolgt mittels eines immunologischen Testverfahrens (Immunoassay). Die Referenzwerte können je nach Labor leicht variieren. Typische Normalwerte liegen bei gesunden Erwachsenen unter 10 pmol/l. Bei einem akuten Herzinfarkt können die Werte deutlich darüber ansteigen. Ein erniedrigter Copeptin-Spiegel kann auf einen zentralen Diabetes insipidus hinweisen, bei dem die Produktion von ADH gestört ist.
Obwohl Copeptin nur ein indirekter Marker des ADH-Systems ist, hat es gegenüber der direkten ADH-Messung entscheidende Vorteile:
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