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Cortisol messen ermöglicht die Bestimmung des Stresshormonspiegels im Blut, Urin oder Speichel. Der Test hilft, Erkrankungen der Nebenniere wie Cushing-Syndrom oder Nebenniereninsuffizienz zu diagnostizieren.
Cortisol messen ermöglicht die Bestimmung des Stresshormonspiegels im Blut, Urin oder Speichel. Der Test hilft, Erkrankungen der Nebenniere wie Cushing-Syndrom oder Nebenniereninsuffizienz zu diagnostizieren.
Cortisol ist ein lebenswichtiges Hormon, das in der Nebennierenrinde produziert wird. Es reguliert den Stoffwechsel, das Immunsystem und die Stressreaktion des Körpers. Die Cortisolmessung ist ein diagnostisches Verfahren, bei dem der Cortisolspiegel im Blut, im Urin oder im Speichel bestimmt wird, um Funktionsstörungen der Nebennieren oder der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) aufzudecken.
Eine Cortisolmessung wird empfohlen, wenn der Arzt oder die Ärztin den Verdacht auf eine Störung im Hormonhaushalt hat. Typische Anlässe sind:
Die häufigste Methode ist die Blutabnahme, idealerweise am Morgen zwischen 7 und 9 Uhr, da der Cortisolspiegel einem natürlichen Tagesrhythmus folgt (zirkadianer Rhythmus). Morgens ist der Wert am höchsten, abends am niedrigsten. Normale Morgenwerte liegen je nach Labor zwischen etwa 170 und 540 nmol/l (6–20 µg/dl).
Beim freien Cortisol im 24-Stunden-Urin wird der gesamte Urin über 24 Stunden gesammelt und der Cortisolgehalt gemessen. Diese Methode gibt Aufschluss über die durchschnittliche Cortisolproduktion eines ganzen Tages und ist besonders nützlich bei der Diagnose des Cushing-Syndroms.
Die Speichelcortisolmessung, insbesondere um Mitternacht, ist eine nicht-invasive und zuverlässige Methode. Ein erhöhter Spät-Nachtwert gilt als sensitiver Hinweis auf ein Cushing-Syndrom. Speicheltests können bequem zu Hause durchgeführt werden.
Beim Dexamethason-Hemmtest (auch Suppressionstest genannt) wird abends ein synthetisches Kortikosteroid (Dexamethason) eingenommen und am nächsten Morgen der Cortisolspiegel gemessen. Ein gesunder Körper supprimiert (hemmt) daraufhin die Cortisolproduktion. Bleibt die Hemmung aus, ist das ein Hinweis auf ein Cushing-Syndrom.
Verschiedene Faktoren können das Messergebnis beeinflussen und müssen bei der Interpretation berücksichtigt werden:
Ein erhöhter Cortisolwert kann auf ein Cushing-Syndrom, starken Stress, schwere Erkrankungen oder Einnahme von Steroiden hinweisen. Ein erniedrigter Wert kann auf eine Nebenniereninsuffizienz (z. B. Morbus Addison) oder eine Unterfunktion der Hypophyse hindeuten. Die Interpretation sollte immer durch eine Fachärztin oder einen Facharzt für Endokrinologie erfolgen, da einzelne Messwerte selten allein aussagekräftig sind.
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