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Cyanid ist ein hochwirksames Zellgift, das die Zellatmung blockiert. Es kommt natürlich in einigen Lebensmitteln vor und wird in der Industrie eingesetzt.
Cyanid ist ein hochwirksames Zellgift, das die Zellatmung blockiert. Es kommt natürlich in einigen Lebensmitteln vor und wird in der Industrie eingesetzt.
Cyanid (auch: Zyanid) bezeichnet eine Gruppe chemischer Verbindungen, die das Cyanid-Ion (CN⁻) enthalten. Die bekannteste Form ist Blausäure (Cyanwasserstoff, HCN), eine flüchtige, hochgiftige Verbindung mit charakteristischem Bittermandelgeruch. Cyanide zählen zu den stärksten bekannten Zellgiften und sind sowohl in der Natur als auch in industriellen Prozessen anzutreffen.
Cyanid kommt in der Natur in Form von cyanogenen Glykosiden in verschiedenen Pflanzen vor. Diese Verbindungen setzen beim Zerkauen oder Verdauen Blausäure frei. Bekannte Quellen sind:
Industriell wird Cyanid in der Galvanotechnik, der Goldgewinnung, der Kunststoffproduktion und in der Pharmaindustrie eingesetzt. Zudem entsteht Cyanwasserstoff beim Verbrennen von stickstoffhaltigen Kunststoffen (z. B. Polyurethan, Polyacrylnitril), was bei Bränden eine erhebliche Vergiftungsgefahr darstellt.
Cyanid ist ein Hemmer der Cytochrom-c-Oxidase, eines zentralen Enzyms der mitochondrialen Atmungskette. Es bindet irreversibel an das Eisen(III)-Ion des Enzyms und blockiert damit den letzten Schritt der zellulären Energiegewinnung (oxidative Phosphorylierung). Die Folge ist eine innere Erstickung: Die Zellen können trotz ausreichender Sauerstoffversorgung keinen Sauerstoff mehr verwerten. Besonders betroffen sind Organe mit hohem Energiebedarf wie Herz und Gehirn.
Die Symptome einer Cyanidvergiftung sind abhängig von der aufgenommenen Menge und treten rasch auf:
Charakteristisch ist, dass das venöse Blut hellrot erscheinen kann, da der Sauerstoff nicht von den Zellen verwertet wird. Außerdem kann ein Bittermandelgeruch der Atemluft wahrnehmbar sein.
Die Diagnose einer Cyanidvergiftung erfolgt klinisch anhand der Symptome, der Expositionsanamnese (z. B. Brandereignis, Ingestion verdächtiger Substanzen) und laborchemischer Parameter. Wichtige Befunde sind:
Eine Cyanidvergiftung ist ein medizinischer Notfall und erfordert sofortiges Handeln:
Der gelegentliche Verzehr kleiner Mengen cyanogener Lebensmittel (z. B. ein einzelner Aprikosenkern) ist für gesunde Erwachsene in der Regel unbedenklich, da der Körper geringe Mengen Cyanid durch das Enzym Rhodanese entgiften kann. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt jedoch, bittere Aprikosenkerne nicht zu konsumieren und Produkte mit hohem Cyanidgehalt zu meiden. Besonders gefährdet sind Kinder, Schwangere und Personen mit eingeschränkter Leberfunktion.
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