CyberKnife – Robotergestützte Strahlentherapie
Das CyberKnife ist ein hochpräzises robotergestütztes Bestrahlungssystem zur nicht-invasiven Behandlung von Tumoren und anderen Erkrankungen mittels bündelter Strahlendosen.
Wissenswertes über "CyberKnife"
Das CyberKnife ist ein hochpräzises robotergestütztes Bestrahlungssystem zur nicht-invasiven Behandlung von Tumoren und anderen Erkrankungen mittels bündelter Strahlendosen.
Was ist das CyberKnife?
Das CyberKnife ist ein robotergestütztes Strahlentherapiesystem, das hochpräzise, gebündelte Strahlendosen gezielt auf Tumorgewebe oder andere krankhaft veränderte Körperstellen richtet. Trotz seines Namens handelt es sich nicht um ein chirurgisches Messer – es wird keine Inzision (Schnitt) vorgenommen. Stattdessen ersetzt das Verfahren in vielen Fällen eine konventionelle Operation durch eine schonende, von außen wirkende Bestrahlung. Das System wurde in den 1990er-Jahren entwickelt und ist heute weltweit in spezialisierten Kliniken im Einsatz.
Wie funktioniert das CyberKnife?
Das CyberKnife kombiniert einen beweglichen Roboterarm mit einem Linearbeschleuniger (LINAC), der hochenergetische Röntgenstrahlen erzeugt. Der Roboterarm kann sich in nahezu jede Raumposition bewegen und die Strahlung aus Hunderten verschiedener Winkel auf das Zielgewebe fokussieren. Dies ermöglicht eine sehr präzise Dosisverteilung direkt im Tumor, während das umliegende gesunde Gewebe weitgehend geschont wird.
Ein integriertes Bildgeführungssystem (sogenanntes Image Guidance) überwacht während der Behandlung kontinuierlich die genaue Lage des Tumors und gleicht Bewegungen – zum Beispiel durch Atmung – in Echtzeit aus. Dieser Mechanismus wird als Synchrony-System bezeichnet und ist eine der wichtigsten technischen Besonderheiten des CyberKnife.
Wann wird das CyberKnife eingesetzt?
Das CyberKnife wird bei einer Vielzahl von Erkrankungen eingesetzt, bei denen eine präzise Bestrahlung notwendig ist. Typische Anwendungsgebiete umfassen:
- Hirntumoren und Hirnmetastasen
- Tumoren der Wirbelsäule und des Rückenmarks
- Prostatakrebs
- Lungenkrebs und Lungenmetastasen
- Lebertumore und Lebermetastasen
- Pankreaskrebs
- Gutartige Erkrankungen wie arteriovенöse Malformationen (AVM) oder Trigeminus-Neuralgie
Das Verfahren eignet sich insbesondere für Patienten, die aufgrund ihres Alters, ihres Gesundheitszustands oder der Lage des Tumors nicht operiert werden können oder wollen.
Ablauf einer CyberKnife-Behandlung
Vor der eigentlichen Behandlung erfolgt eine detaillierte Bestrahlungsplanung mithilfe von Bildgebungsverfahren wie CT, MRT oder PET. Das Behandlungsteam legt exakt fest, wo und wie viel Strahlung appliziert werden soll.
Die eigentliche Bestrahlung findet in der Regel in einer Sitzung oder über wenige Sitzungen (meist 1 bis 5) statt. Der Patient liegt während der Behandlung auf einer Liege; eine Narkose ist in den meisten Fällen nicht erforderlich. Die Dauer einer Sitzung beträgt typischerweise zwischen 30 und 90 Minuten.
Vorteile des CyberKnife
- Nicht-invasiv: Kein chirurgischer Eingriff, keine Narben
- Ambulant oder kurstationär: In vielen Fällen keine stationäre Aufnahme notwendig
- Hohe Präzision: Schonung des umliegenden gesunden Gewebes
- Geringes Infektionsrisiko: Da kein Schnitt vorgenommen wird
- Kurze Erholungszeit: Patienten können häufig schnell zu ihrem Alltag zurückkehren
Mögliche Nebenwirkungen
Obwohl das CyberKnife als sehr schonend gilt, können Nebenwirkungen auftreten. Diese hängen stark vom behandelten Körperbereich ab und umfassen unter anderem:
- Müdigkeit und allgemeines Unwohlsein
- Ödeme (Schwellungen) im bestrahlten Bereich
- Übelkeit (bei Bestrahlung im Bauchbereich)
- Hautreizungen (seltener als bei konventioneller Strahlentherapie)
- Spätfolgen wie Fibrose (Gewebevernarbung) oder Strahlennekrose in seltenen Fällen
Das Behandlungsteam informiert Patienten vorab ausführlich über alle relevanten Risiken und Nebenwirkungen.
CyberKnife vs. konventionelle Strahlentherapie
Im Vergleich zur klassischen fraktionierten Strahlentherapie, die oft über viele Wochen täglich stattfindet, kann das CyberKnife die notwendige Gesamtstrahlendosis in deutlich weniger Sitzungen verabreichen. Dieses Konzept wird als Stereotaktische Radiochirurgie (SRS) oder Stereotaktische Körperradiotherapie (SBRT) bezeichnet. Durch die hohe Präzision können höhere Einzeldosen sicher appliziert werden.
Quellen
- Accuray Inc. (Hrsg.): CyberKnife System – Clinical Overview. Sunnyvale, CA, USA. Verfügbar unter: https://www.accuray.com
- Schefter T. et al.: Stereotactic body radiation therapy (SBRT) – clinical applications and outcomes. In: Seminars in Radiation Oncology, 2017.
- Deutsche Krebsgesellschaft: Leitlinien zur Strahlentherapie bei soliden Tumoren. Berlin, 2022. Verfügbar unter: https://www.krebsgesellschaft.de
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