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Cyclodextrine sind ringförmige Zuckermolekuele, die in Pharmazie, Lebensmitteltechnologie und Kosmetik eingesetzt werden, um Wirkstoffe zu stabilisieren und deren Löslichkeit zu verbessern.
Cyclodextrine sind ringförmige Zuckermolekuele, die in Pharmazie, Lebensmitteltechnologie und Kosmetik eingesetzt werden, um Wirkstoffe zu stabilisieren und deren Löslichkeit zu verbessern.
Cyclodextrine sind cyclische Oligosaccharide, also ringförmig angeordnete Zuckerbausteine (Glukoseeinheiten), die durch enzymatischen Abbau von Stärke gewonnen werden. Aufgrund ihrer einzigartigen Hohlzylinderstruktur können sie andere Moleküle in ihrem Inneren einschließen und bilden dabei sogenannte Einschlusskomplexe. Diese Eigenschaft macht Cyclodextrine zu vielseitigen Hilfsstoffen in der Pharmazie, Lebensmittelindustrie und Kosmetik.
Cyclodextrine bestehen aus einer definierten Anzahl von α-D-Glukopyranose-Einheiten, die über α-1,4-glykosidische Bindungen verknüpft sind. Je nach Anzahl der Glukoseeinheiten unterscheidet man drei Haupttypen:
Die äußere Oberfläche des Rings ist hydrophil (wasserliebend), während der innere Hohlraum hydrophob (wasserabweisend) ist. Dadurch können fettlösliche Substanzen im Inneren eingeschlossen und in wässrigen Umgebungen gelöst werden.
Der Kernmechanismus von Cyclodextrinen ist die Einschlusskomplexbildung: Ein Gastmolekül wird reversibel in den hydrophoben Hohlraum des Cyclodextrins aufgenommen. Dieser Vorgang verändert die physikalisch-chemischen Eigenschaften des eingeschlossenen Moleküls erheblich:
In der pharmazeutischen Industrie werden Cyclodextrine als Hilfsstoffe (Exzipienten) in zahlreichen Arzneimitteln eingesetzt. Sie verbessern die Bioverfügbarkeit schwer löslicher Wirkstoffe, erleichtern die Formulierung von Injektionslösungen und ermöglichen neue Darreichungsformen. Bekannte Beispiele sind Cyclodextrin-haltige Formulierungen von Antimykotika wie Itraconazol sowie das Präparat Sugammadex, das speziell zur Aufhebung neuromuskulaerer Blockaden eingesetzt wird und auf einem modifizierten γ-Cyclodextrin basiert.
Als Lebensmittelzusatzstoff (in der EU als E459 zugelassen) wird Beta-Cyclodextrin verwendet, um Aromen zu verkapseln, die Haltbarkeit zu verlängern und unerwünschte Geschmacksstoffe zu entfernen. So kann beispielsweise Cholesterin aus Lebensmitteln wie Milch oder Eiern extrahiert werden.
In Kosmetikprodukten dienen Cyclodextrine zur Stabilisierung von Duft- und Wirkstoffen, zur verbesserten Hautpenetration von Inhaltsstoffen sowie zur Kontrolle der Duftfreisetzung in Deodorants und Parfums.
Cyclodextrine gelten allgemein als gut verträglich. Natürliche Cyclodextrine wie Alpha- und Beta-Cyclodextrin werden im menschlichen Dünndarm kaum resorbiert und im Dickdarm von Bakterien fermentiert. Modifizierte Cyclodextrine, etwa Hydroxypropyl-Beta-Cyclodextrin (HP-β-CD), zeigen eine verbesserte Wasserlöslichkeit und werden häufig in pharmazeutischen Formulierungen bevorzugt. Bei intravenoeser Anwendung in hohen Dosen wurden bei Tierversuchen Nierentoxizität und andere Nebenwirkungen beobachtet, weshalb die Dosierung in solchen Anwendungen sorgfältig kontrolliert werden muss.
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