DAO Wert erklärt – Histaminintoleranz & Diagnose
Der DAO Wert misst die Aktivität des Enzyms Diaminooxidase im Blut und gibt Hinweise auf eine Histaminintoleranz. Ein niedriger Wert kann auf eine gestörte Histaminverträglichkeit hinweisen.
Wissenswertes über "DAO Wert"
Der DAO Wert misst die Aktivität des Enzyms Diaminooxidase im Blut und gibt Hinweise auf eine Histaminintoleranz. Ein niedriger Wert kann auf eine gestörte Histaminverträglichkeit hinweisen.
Was ist der DAO Wert?
Der DAO Wert bezeichnet die gemessene Aktivität des Enzyms Diaminooxidase (DAO) im Blutserum oder Blutplasma. Diaminooxidase ist ein körpereigenes Enzym, das vor allem im Dünndarm gebildet wird und dort hauptsächlich für den Abbau von Histamin aus der Nahrung zuständig ist. Histamin ist eine biogene Aminverbindung, die in vielen Lebensmitteln vorkommt und im Körper wichtige Funktionen erfüllt, bei Überschuss jedoch Beschwerden verursachen kann.
Ein niedriger DAO Wert deutet darauf hin, dass der Körper nicht genügend DAO produziert oder das Enzym nicht ausreichend aktiv ist, um das aufgenommene Histamin effektiv abzubauen. Dies kann zu einer Histaminintoleranz führen, die sich durch eine Vielzahl von Symptomen äußert.
Normalwerte und Interpretation
Die Referenzwerte für den DAO Wert können je nach Labor und verwendeter Messmethode leicht variieren. Grundsätzlich gilt:
- Normaler DAO Wert: > 10 HDU/ml (Histamine Degradation Units per milliliter) – der Histaminabbau funktioniert ausreichend.
- Grenzwertiger DAO Wert: 3–10 HDU/ml – eine eingeschränkte DAO-Aktivität ist möglich.
- Niedriger DAO Wert: < 3 HDU/ml – deutlicher Hinweis auf eine Histaminintoleranz.
Es ist wichtig zu beachten, dass der DAO Wert allein keine abschließende Diagnose einer Histaminintoleranz ermöglicht. Er sollte stets in Zusammenhang mit der klinischen Symptomatik und weiteren diagnostischen Maßnahmen bewertet werden.
Ursachen eines niedrigen DAO Werts
Ein verminderter DAO Wert kann verschiedene Ursachen haben:
- Genetische Veranlagung: Manche Menschen produzieren aufgrund genetischer Varianten von Natur aus weniger DAO.
- Darmerkrankungen: Erkrankungen wie Morbus Crohn, Colitis ulcerosa oder eine Zerstörung der Darmschleimhaut können die DAO-Produktion verringern.
- Medikamente: Bestimmte Medikamente, darunter Antidepressiva (z. B. MAO-Hemmer), Antihistaminika, Antibiotika oder Schmerzmittel, können die DAO-Aktivität hemmen.
- Nährstoffmängel: Ein Mangel an Cofaktoren wie Vitamin B6, Kupfer oder Vitamin C kann die DAO-Aktivität beeinträchtigen.
- Alkohol: Alkohol hemmt das DAO-Enzym und fördert zusätzlich die Histaminfreisetzung im Körper.
- Hormonelle Veränderungen: Schwankungen des Östrogenspiegels, etwa während des Menstruationszyklus oder in der Schwangerschaft, können die DAO-Aktivität beeinflussen.
Symptome bei niedrigem DAO Wert
Ein niedriger DAO Wert und die damit verbundene Histaminintoleranz können zu einer Vielzahl von Beschwerden führen, die oft anderen Erkrankungen ähneln:
- Kopfschmerzen und Migräne
- Hautreaktionen wie Rötung, Juckreiz oder Quaddeln
- Magen-Darm-Beschwerden (Blähungen, Durchfall, Bauchschmerzen)
- Laufende oder verstopfte Nase (Rhinitis)
- Herzrasen oder Blutdruckabfall
- Müdigkeit und Schwindel
- Menstruationsbeschwerden bei Frauen
Diagnose und Testverfahren
Die Bestimmung des DAO Werts erfolgt über eine Blutentnahme. Das Blutserum wird anschließend im Labor auf die Enzymaktivität der Diaminooxidase untersucht. Für ein aussagekräftiges Ergebnis sollten vor der Blutabnahme bestimmte histaminreiche Lebensmittel und DAO-hemmende Medikamente für einige Tage gemieden werden. Zusätzlich kann ein Histamin-H2-Rezeptor-Antikörpertest oder ein Ernahrungstagebuch zur Diagnosesicherung beitragen.
Behandlung und Maßnahmen bei niedrigem DAO Wert
Wird ein niedriger DAO Wert festgestellt, stehen verschiedene Therapieansätze zur Verfügung:
- Histaminarme Ernährung: Die Reduktion von histaminreichen Lebensmitteln wie gereiften Käsesorten, Rotwein, Salami oder Fischkonserven kann die Beschwerden deutlich lindern.
- DAO-Enzympräparate: Nahrungsergänzungsmittel mit Diaminooxidase können vor histaminreichen Mahlzeiten eingenommen werden, um den Abbau von Histamin im Darm zu unterstützen.
- Cofaktoren erhöhen: Eine ausreichende Zufuhr von Vitamin B6, Kupfer und Vitamin C kann die körpereigene DAO-Aktivität fördern.
- Antihistaminika: In akuten Fällen können Antihistaminika zur Linderung der Symptome eingesetzt werden.
- Behandlung der Grunderkrankung: Liegt eine Darmerkrankung vor, die die DAO-Produktion beeinträchtigt, sollte diese gezielt behandelt werden.
Quellen
- Maintz, L. & Novak, N. (2007): Histamine and histamine intolerance. American Journal of Clinical Nutrition, 85(5), 1185–1196. Verfügbar über PubMed.
- Manzotti, G. et al. (2016): Serum diamine oxidase activity in patients with histamine intolerance. International Journal of Immunopathology and Pharmacology, 29(1), 105–111.
- Schweizerische Interessengemeinschaft Histaminintoleranz (SIGHI): Leitfaden zur Histaminintoleranz. Verfügbar unter www.histaminintoleranz.ch.
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