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Die Darmmikrobiom-Balance beschreibt das gesunde Gleichgewicht der Mikroorganismen im Darm. Es beeinflusst Verdauung, Immunsystem und Wohlbefinden.
Die Darmmikrobiom-Balance beschreibt das gesunde Gleichgewicht der Mikroorganismen im Darm. Es beeinflusst Verdauung, Immunsystem und Wohlbefinden.
Das Darmmikrobiom umfasst die Gesamtheit aller Mikroorganismen, die den menschlichen Darm besiedeln – darunter Bakterien, Viren, Pilze und andere Kleinstlebewesen. Eine gesunde Darmmikrobiom-Balance bedeutet, dass diese Gemeinschaft in einem stabilen, vielfältigen Gleichgewicht vorliegt, in dem nützliche Mikroorganismen überwiegen und schädliche Keime in Schach gehalten werden. Dieses Gleichgewicht wird auch als Eubiose bezeichnet; eine Störung davon nennt man Dysbiose.
Das Darmmikrobiom erfüllt zahlreiche lebenswichtige Funktionen im menschlichen Körper:
Verschiedene Faktoren können das Gleichgewicht des Darmmikrobioms negativ beeinflussen:
Eine gestörte Darmmikrobiom-Balance kann sich durch vielfältige Beschwerden äußern:
Die Beurteilung des Darmmikrobioms erfolgt in erster Linie über eine Stuhlanalyse. Moderne Methoden wie die 16S-rRNA-Sequenzierung oder metagenomische Analysen ermöglichen es, die Zusammensetzung der Darmflora detailliert zu erfassen und Abweichungen von einer gesunden Mikrobiota zu identifizieren. Solche Tests werden in spezialisierten Labors sowie zunehmend als Selbsttest angeboten, sind jedoch derzeit nicht flächendeckend in der Routinediagnostik etabliert.
Eine ballaststoffreiche, pflanzenbetonte Ernährung gilt als wichtigste Grundlage für eine gesunde Darmflora. Empfehlenswert sind:
Probiotika sind lebende Mikroorganismen, die in ausreichender Menge verabreicht einen gesundheitlichen Nutzen für den Wirt haben (WHO-Definition). Sie sind als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich und können gezielt nach Antibiotikaeinnahme oder bei Reizdarmbeschwerden eingesetzt werden. Prebiotika hingegen sind unverdauliche Nahrungsbestandteile, die das Wachstum nützlicher Darmbakterien fördern.
Die Mikrobiomforschung ist ein dynamisch wachsendes Forschungsfeld. Wissenschaftliche Studien zeigen Zusammenhänge zwischen einer gestörten Darmmikrobiom-Balance und zahlreichen chronischen Erkrankungen, darunter Typ-2-Diabetes, Adipositas, entzündliche Darmerkrankungen (z. B. Morbus Crohn, Colitis ulcerosa), Allergien, Depressionen und sogar neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer. Die Stuhltransplantation (fäkale Mikrobiota-Transplantation, FMT) wird bereits erfolgreich bei rezidivierenden Clostridioides-difficile-Infektionen eingesetzt und wird für weitere Indikationen erforscht.
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