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Darmzottenatrophie bezeichnet den Rückgang der Darmzotten im Dünndarm, was die Nährstoffaufnahme stark beeinträchtigt. Sie tritt häufig bei Zöliakie auf.
Darmzottenatrophie bezeichnet den Rückgang der Darmzotten im Dünndarm, was die Nährstoffaufnahme stark beeinträchtigt. Sie tritt häufig bei Zöliakie auf.
Die Darmzottenatrophie beschreibt den krankhaften Rückgang oder die vollständige Verflachung der sogenannten Darmzotten (Villi intestinales) im Dünndarm. Diese fingerförmigen Ausstülpungen der Darmschleimhaut sind für die Aufnahme von Nährstoffen, Vitaminen und Mineralstoffen aus der Nahrung verantwortlich. Wenn sie sich zurückbilden, verringert sich die Aufnahmeoberfläche des Darms erheblich, was zu einer gestörten Nährstoffaufnahme (Malabsorption) führt.
Die häufigste Ursache einer Darmzottenatrophie ist die Zöliakie, eine Autoimmunerkrankung, bei der das Klebereiweiß Gluten (enthalten in Weizen, Roggen und Gerste) eine Immunreaktion auslöst, die die Darmschleimhaut schädigt. Weitere mögliche Ursachen sind:
Da die Nährstoffaufnahme gestört ist, können vielfältige Beschwerden auftreten:
Die Diagnose einer Darmzottenatrophie erfolgt in mehreren Schritten:
Bei Verdacht auf Zöliakie werden spezifische Antikörper im Blut bestimmt, insbesondere Anti-Transglutaminase-Antikörper (tTG-IgA) und Endomysium-Antikörper. Außerdem werden Mangelzustände (Eisen, Vitamin B12, Folsäure, Vitamin D) labordiagnostisch erfasst.
Die sichere Diagnose wird durch eine Gastroskopie (Magenspiegelung) mit Entnahme von Gewebeproben aus dem Zwölffingerdarm (Duodenum) gestellt. Unter dem Mikroskop zeigt sich der typische Befund einer Zottenverflachung. Die Schwere der Schädigung wird nach der Marsh-Klassifikation eingeteilt (Grad 0 bis Grad 3).
Je nach vermuteter Ursache können weitere Tests wie Stuhluntersuchungen auf Parasiten oder Gentests (HLA-DQ2/DQ8 bei Zöliakie) sinnvoll sein.
Die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache:
Die einzige wirksame Therapie ist eine lebenslange, strikt glutenfreie Ernährung. Nach konsequenter Einhaltung dieser Diät können sich die Darmzotten vollständig regenerieren, was in der Regel mehrere Monate bis Jahre dauert.
Bestehende Nährstoffmängel werden gezielt durch Nahrungsergänzungsmittel oder intravenöse Gaben ausgeglichen (z. B. Eisen, Folsäure, Vitamin D, Kalzium).
Bei infektiösen Ursachen erfolgt eine gezielte antibiotische oder antiparasitäre Therapie. Bei medikamentösen Ursachen wird das auslösende Mittel wenn möglich abgesetzt.
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