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Die Darmzottenbiopsie ist eine diagnostische Gewebeentnahme aus der Dünndarmschleimhaut zur Untersuchung der Darmzotten auf krankhafte Veränderungen.
Die Darmzottenbiopsie ist eine diagnostische Gewebeentnahme aus der Dünndarmschleimhaut zur Untersuchung der Darmzotten auf krankhafte Veränderungen.
Die Darmzottenbiopsie ist ein medizinisches Untersuchungsverfahren, bei dem kleine Gewebeproben aus der Schleimhaut des Dünndarms entnommen werden. Ziel ist es, die sogenannten Darmzotten (Villi intestinales) – fingerförmige Fortsätze der Dünndarmschleimhaut, die für die Nährstoffaufnahme verantwortlich sind – unter dem Mikroskop auf krankhafte Veränderungen zu untersuchen. Der Eingriff ist ein wichtiger Bestandteil der Diagnostik verschiedener Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts.
Eine Darmzottenbiopsie wird bei begründetem Verdacht auf bestimmte Erkrankungen des Dünndarms angeordnet. Häufige Indikationen sind:
Der Eingriff erfolgt in der Regel im Rahmen einer Ösophagogastroduodenoskopie (ÖGD), also einer Magenspiegelung, bei der ein dünnes, flexibles Endoskop mit einer Kamera durch Mund, Speiseröhre und Magen in den Zwölffingerdarm (Duodenum) oder den oberen Dünndarm (Jejunum) vorgeschoben wird. Über den Arbeitskanal des Endoskops werden mit einer kleinen Biopsiezange mehrere Gewebeproben (in der Regel 4–6 Proben) aus verschiedenen Stellen der Dünndarmschleimhaut entnommen. Der Eingriff ist minimal-invasiv und wird häufig unter leichter Sedierung durchgeführt.
Vor der Untersuchung ist eine mehrstündige Nüchternheit erforderlich (üblicherweise 6–8 Stunden). Der behandelnde Arzt informiert vorab über mögliche Risiken und klärt über etwaige Medikamente auf, die vorübergehend abgesetzt werden müssen (z. B. blutverdünnende Mittel).
Die entnommenen Gewebeproben werden in Formalin fixiert und anschließend histologisch (feingeweblich) aufbereitet. Der Pathologe bewertet die Zottenstruktur, die Tiefe der Krypten (Einbuchtungen zwischen den Zotten) sowie die Art und Anzahl bestimmter Immunzellen wie der intraepithelialen Lymphozyten. Für die Zöliakie-Diagnose wird dabei häufig die Marsh-Klassifikation verwendet, die den Schweregrad der Schleimhautveränderungen einstuft.
Je nach Befund lassen sich verschiedene Erkrankungsmuster erkennen:
Die Darmzottenbiopsie gilt als sicheres und gut verträgliches Verfahren. Mögliche, jedoch seltene Komplikationen umfassen:
Nach dem Eingriff können vorübergehend leichte Halsschmerzen oder ein Völlegefühl auftreten. Schwere Komplikationen sind sehr ungewöhnlich.
Die Darmzottenbiopsie ist bei bestimmten Erkrankungen der Goldstandard der Diagnostik. Besonders bei der Zöliakie ist sie unverzichtbar, da positive Blutmarker allein (z. B. Anti-Transglutaminase-Antikörper) für eine endgültige Diagnose in den meisten Fällen nicht ausreichen. Erst die histologische Bestätigung der Zottenatrophie sichert die Diagnose und bildet die Grundlage für eine lebenslange glutenfreie Ernährung.
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