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Darmzottentuberkel – Definition, Ursachen und Behandlung

Darmzottentuberkel sind granulomatöse Entzündungsknötchen an den Darmzotten, die typischerweise bei intestinaler Tuberkulose auftreten und die Darmfunktion beeinträchtigen können.

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Wissenswertes über "Darmzottentuberkel"

Darmzottentuberkel sind granulomatöse Entzündungsknötchen an den Darmzotten, die typischerweise bei intestinaler Tuberkulose auftreten und die Darmfunktion beeinträchtigen können.

Was sind Darmzottentuberkel?

Darmzottentuberkel sind kleine, granulomatöse Entzündungsknötchen (sogenannte Granulome), die sich an den Darmzotten – den fingerförmigen Ausstülpungen der Dünndarmschleimhaut – bilden. Sie entstehen als Reaktion des Immunsystems auf eine Infektion mit Mycobacterium tuberculosis oder verwandten Mykobakterien im Rahmen einer intestinalen Tuberkulose. Die Darmzotten sind normalerweise für die Nährstoffaufnahme zuständig; eine Schädigung durch Tuberkel kann diese Funktion erheblich beeinträchtigen.

Ursachen

Darmzottentuberkel entstehen durch eine Infektion des Darmtrakts mit Mycobacterium tuberculosis. Die Übertragung kann auf verschiedenen Wegen erfolgen:

  • Verschlucken von infektiösem Sputum bei pulmonaler Tuberkulose
  • Aufnahme von nicht pasteurisierter Milch oder Milchprodukten (Mycobacterium bovis)
  • Hämatogene (blutgebundene) Ausbreitung einer Tuberkulose aus anderen Organen
  • Direktes Übergreifen einer benachbarten Organtuberkulose

Das Immunsystem versucht, die Mykobakterien einzukapseln, wodurch es zur Bildung typischer epitheloidzelliger Granulome mit zentraler Verkäsung (käsiger Nekrose) kommt – den sogenannten Tuberkeln.

Symptome

Die klinischen Beschwerden bei Darmzottentuberkeln sind oft unspezifisch und können andere Darmerkrankungen imitieren. Typische Symptome umfassen:

  • Chronische, krampfartige Bauchschmerzen
  • Durchfall oder Verstopfung, teils im Wechsel
  • Gewichtsverlust und Abgeschlagenheit
  • Malabsorption (gestörte Nährstoffaufnahme) durch Schädigung der Darmzotten
  • Fieber, Nachtschweiß und allgemeines Krankheitsgefühl
  • Selten: Darmverschluss (Ileus) oder Fisteln bei ausgeprägtem Befall

Diagnose

Die Diagnose der Darmzottentuberkulose erfordert eine Kombination verschiedener Untersuchungsmethoden:

  • Endoskopie (Koloskopie/Ileoskopie): Sichtbarmachung von Schleimhautveränderungen, Ulzerationen und Knötchen
  • Biopsie: Entnahme von Gewebeproben zur histologischen Untersuchung – Nachweis von epitheloidzelligen Granulomen mit Langerhans-Riesenzellen und käsiger Nekrose
  • Mikrobiologische Kultur: Anzüchtung von Mykobakterien aus Biopsiegewebe oder Stuhl
  • PCR (Polymerase-Kettenreaktion): Molekularbiologischer Direktnachweis von Mycobacterium tuberculosis
  • Bildgebung: Computertomographie (CT) des Abdomens zur Beurteilung von Lymphknoten und Organbefall
  • Tuberkulin-Hauttest und Interferon-Gamma-Release-Assay (IGRA): Immunologische Hinweistests

Behandlung

Die Behandlung der intestinalen Tuberkulose und damit der Darmzottentuberkel richtet sich nach den internationalen Tuberkulose-Therapieleitlinien:

Medikamentöse Therapie

Die Standardtherapie besteht aus einer Kombinationstherapie mit Antituberkulotika über insgesamt 6–9 Monate:

  • Intensivphase (2 Monate): Isoniazid, Rifampicin, Pyrazinamid und Ethambutol
  • Erhaltungsphase (4–7 Monate): Isoniazid und Rifampicin

Supportive Maßnahmen

Bei ausgeprägter Malabsorption sind ernährungsmedizinische Maßnahmen wie enterale oder parenterale Ernährung sowie die Substitution von Vitaminen und Mineralstoffen wichtig. Eine engmaschige Verlaufskontrolle ist notwendig.

Chirurgische Behandlung

In seltenen Fällen mit Komplikationen wie Darmverschluss, Perforation oder Fistelbildung kann eine operative Intervention erforderlich werden.

Quellen

  1. World Health Organization (WHO): Tuberculosis – Global Tuberculosis Report 2023. Genf: WHO Press, 2023.
  2. Sharma MP, Bhatia V: Abdominal tuberculosis. Indian Journal of Medical Research, 2004; 120(4): 305–315.
  3. Fauci AS et al.: Harrison's Principles of Internal Medicine, 21. Auflage. McGraw-Hill Education, 2022.

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