Deltoidalis – Anatomie & klinische Bedeutung
Deltoidalis bezeichnet anatomische Strukturen, die zum Deltamuskel oder zur Schulterregion gehören. Der Begriff wird in der Medizin für Muskeln, Bänder und Nerven der Schulter verwendet.
Wissenswertes über "Deltoidalis"
Deltoidalis bezeichnet anatomische Strukturen, die zum Deltamuskel oder zur Schulterregion gehören. Der Begriff wird in der Medizin für Muskeln, Bänder und Nerven der Schulter verwendet.
Was bedeutet deltoidalis?
Deltoidalis ist ein lateinisch-anatomischer Begriff, der sich auf Strukturen bezieht, die mit dem Musculus deltoideus (Deltamuskel) oder der Schulterregion in Verbindung stehen. Das Adjektiv leitet sich vom griechischen Buchstaben Delta (Δ) ab, da der Muskel in seiner Form einem Dreieck ähnelt. In der Medizin und Anatomie wird der Begriff verwendet, um verschiedene Strukturen zu beschreiben, die in der Schulterregion liegen oder mit ihr assoziiert sind.
Anatomische Bedeutung
Der Begriff deltoidalis erscheint in verschiedenen anatomischen Bezeichnungen:
- Musculus deltoideus: Der große, dreieckige Schultermuskel, der für die Abduktion, Beugung und Streckung des Arms verantwortlich ist. Er besteht aus drei Anteilen: dem vorderen (klavikulären), mittleren (akromialen) und hinteren (spinösen) Teil.
- Ligamentum deltoideum: Das deltoidale Band am Sprunggelenk, welches das Innenband des oberen Sprunggelenks bildet und eine wichtige stabilisierende Funktion übernimmt.
- Regio deltoidea: Die anatomische Region der Schulter, die vom Deltamuskel bedeckt wird und als häufige Injektionsstelle in der Medizin dient.
- Nervus cutaneus brachii lateralis superior: Der Nerv, der die Haut über dem Deltamuskel sensibel versorgt.
Klinische Relevanz
Injektionen in den Deltamuskel
Die Regio deltoidea ist eine der am häufigsten verwendeten Injektionsstellen für intramuskulare Injektionen, beispielsweise bei Impfungen. Der Muskel ist gut erreichbar, und das Risiko von Verletzungen großer Gefäße oder Nerven ist bei korrekter Technik gering. Die Injektion erfolgt in den mittleren Anteil des Muskels, etwa 2–3 Querfinger unterhalb des Akromions.
Deltamuskelschäden
Verletzungen oder Erkrankungen, die den Deltamuskel betreffen, können die Schulterbeweglichkeit erheblich einschränken. Zu den häufigen Problemen gehören:
- Muskelfaserrisse durch Überlastung oder Trauma
- Schulterimpingement-Syndrom: Einengung von Sehnen im Schultergelenk, bei der der Deltamuskel betroffen sein kann
- SIRVA (Shoulder Injury Related to Vaccine Administration): Eine Entzündungsreaktion nach unsachgemäßer intramuskularer Injektion in den Deltamuskel
- Deltoideus-Kontraktur: Eine seltene Versteifung des Deltamuskels, die zu Bewegungseinschränkungen führt
Ligamentum deltoideum und Sprunggelenk
Das Ligamentum deltoideum ist das mediale Band des oberen Sprunggelenks. Es besteht aus mehreren Anteilen und ist für die Stabilität des Sprunggelenks nach innen (medial) verantwortlich. Verletzungen dieses Bandes treten seltener auf als Außenbandrisse, sind aber klinisch bedeutsam und erfordern oft eine spezifische Behandlung.
Diagnose und Behandlung
Die Untersuchung deltoidaler Strukturen erfolgt durch:
- Klinische Untersuchung: Ertasten des Muskels und Prüfung der Schulterfunktion durch spezifische Tests
- Sonographie (Ultraschall): Zur Beurteilung von Muskel- und Sehnenveränderungen
- MRT (Magnetresonanztomographie): Für eine detaillierte Darstellung von Weichteilstrukturen
- Röntgen: Zur Beurteilung von knöchernen Veränderungen im Schulterbereich
Die Behandlung richtet sich nach der zugrundeliegenden Erkrankung und kann konservative Maßnahmen wie Physiotherapie, Schmerzmittel und Schonung oder operative Eingriffe umfassen.
Quellen
- Schiebler, T.H. & Korf, H.W. - Anatomie: Histologie, Entwicklungsgeschichte, makroskopische und mikroskopische Anatomie, Topographie. Steinkopff Verlag, 10. Auflage (2007).
- Platzer, W. - Taschenatlas Anatomie, Band 1: Bewegungsapparat. Thieme Verlag, 11. Auflage (2013).
- World Health Organization (WHO) - Immunization in practice: A practical guide for health staff. WHO Press (2015). Verfügbar unter: https://www.who.int
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