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DGCR8 ist ein zentrales RNA-Bindeprotein, das bei der Reifung von microRNAs eine Schlüsselrolle spielt und mit dem DiGeorge-Syndrom sowie verschiedenen Krebserkrankungen assoziiert ist.
DGCR8 ist ein zentrales RNA-Bindeprotein, das bei der Reifung von microRNAs eine Schlüsselrolle spielt und mit dem DiGeorge-Syndrom sowie verschiedenen Krebserkrankungen assoziiert ist.
DGCR8 (DiGeorge Critical Region 8) ist ein hochkonserviertes RNA-Bindeprotein, das im Zellkern lokalisiert ist und eine unverzichtbare Funktion in der Biogenese von microRNAs (miRNAs) erfüllt. Das zugehörige Gen liegt auf Chromosom 22q11.2 – einer Region, die bei Patienten mit dem DiGeorge-Syndrom (auch 22q11.2-Deletionssyndrom genannt) typischerweise deletiert ist. DGCR8 bildet zusammen mit der Ribonuklease III Drosha den sogenannten Mikroprozessor-Komplex, der für die erste Prozessierungsstufe von primären miRNA-Vorläufern (pri-miRNAs) zuständig ist.
MicroRNAs sind kurze, nicht-kodierende RNA-Moleküle, die die Genexpression post-transkriptionell regulieren. Ihre Biogenese verläuft in mehreren Schritten:
DGCR8 fungiert dabei als molekularer "Anker", der die Substratspezifizität des Mikroprozessor-Komplexes sicherstellt. Ohne funktionales DGCR8 ist die miRNA-Biogenese stark eingeschränkt, was weitreichende Folgen für die Genregulation hat.
Das 22q11.2-Deletionssyndrom (auch DiGeorge-Syndrom oder velocardiofaziales Syndrom) entsteht durch eine Mikrodeletion auf Chromosom 22q11.2. Da das DGCR8-Gen in dieser Region liegt, ist es bei betroffenen Patienten in nur einer funktionellen Kopie vorhanden (Haploinsuffizienz). Dies führt zu einer reduzierten miRNA-Prozessierungskapazität, was zur Entstehung verschiedener Symptome des Syndroms beitragen kann, darunter:
Mutationen oder veränderte Expressionsniveaus von DGCR8 wurden in verschiedenen Tumorerkrankungen beschrieben. Da DGCR8 die globale miRNA-Biogenese kontrolliert, kann sein Ausfall die Expression zahlreicher tumorsuppressiver miRNAs beeinträchtigen. Relevante Assoziationen bestehen unter anderem mit:
Aufgrund seiner zentralen Rolle in der miRNA-Biogenese ist DGCR8 ein aktives Forschungsziel in der Onkologie und Neurobiologie. Die gezielte Beeinflussung des Mikroprozessor-Komplexes gilt als potenzielle therapeutische Strategie, z.B. zur Wiederherstellung der miRNA-vermittelten Tumorsuppression.
Der Nachweis von DGCR8-Mutationen oder -Deletionen erfolgt mittels molekulargenetischer Methoden:
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